Liebes-Nachrichten

Wie sich unsere Verliebtheit wandelt

Liebe im Wandel der Lebenszeit

Wer sich als Teenager zum ersten Mal verliebt, kann sich nicht vorstellen, dass dieses himmlische Gefühl jemals enden wird. Die Unerfahrenheit und die romantische Verklärung lassen uns glauben, dass es ganz selbstverständlich ist, mit dem Schatz das ganzes Leben zu verbringen. Doch das ist ein Trugschluss – wie geschiedene Paare wissen. 

Laut Statistik verlieben sich die Menschen bis zum Alter mindestens dreimal. Erfahren Sie hier, wodurch sich diese Phasen unterscheiden. Und welche Chancen sie uns bieten.

 

Die erste Liebe in der Jugend
In dieser für viele Menschen geilsten Zeit des Lebens erfahren wir eine illusionsgeladene Bilderbuchliebe. Die erste Verknalltheit mit dem ersten Sex stellt eine unvergessliche Romanze dar. Die Welt besteht nur noch aus rosaroten Zukunftsträumen.

In dieser Verliebtheit ist der Verstand auf Urlaub. Die Mittelmäßigkeit des Partners wird kaschiert durch Idealbilder, die wir uns in einer nie da gewesenen Euphorie unbewusst zurechtlegen. In dieser Zeit fühlt sich das Leben perfekt an. Nie kämen wir auf die Idee, dass alles einmal zu Ende gehen könnte.

Doch leider endet die erste große Liebe oft mit einer schmerzhaften Bauchlandung. Nachdem man von Wolke sieben schrittweise in die Realität zurückgekehrt ist, kommt die Erleuchtung, dass es den idealen Partner gar nicht geben kann. Diesen ernüchternden Gedanken werden wir nie wieder los.

Nach der ersten großen Liebe erleben die meisten von uns nie wieder diese einzigartige Gefühlswelt. Dieses emotionale Chaos, das uns emporhebt in kosmische Sphären.

Nur der dritte Frühling im gesetzten Alter bringt uns durch seine tiefe Verbundenheit noch einmal in Sichtweite solcher Gefühlstiefen. Allerdings ohne die Adrenalinschübe, die Idealisierung und Verrücktheiten der allerersten Liebe.

 

Die 2. Liebe: verliebt, versext, verheiratet, geschieden
In den mittleren Jahren lassen sich Menschen nicht mehr so leicht blenden wie in der Jugend. Man hat einen realistischen und leider schon desillusionierten Blick auf das andere Geschlecht.

Um die 30 weiß ein Single in der Regel genau, wer er ist. Und welche Art von Partner er haben möchte. Die Partnersuche gleicht einem nüchternen Persönlichkeits-Checkup. Sicherheit und Kalkül gehen vor Bauchgefühl.

Hin und wieder kommt es zur Lebensgemeinschaft oder zu erotischen Kurzzeit-Beziehungen. Das Eingehen einer festen Bindung ist an bestimmte Vorstellungen geknüpft. Nie wieder will man sich Hals über Kopf in einen Märchenprinzen verlieben. Dieser Lack ist ein für alle Mal ab.

Bei dieser Art von Verliebtheit spielt der Sex und das Zeugen von Nachwuchs eine wichtige Rolle. Beide Partner befinden sich auf dem Höhepunkt ihres erotischen Verlangens. Allerdings schützt uns die zweite Liebe nicht gegen Zwistigkeiten.

Wir sind nicht bereit, nur im des Friedens willen, größere Zugeständnisse
an den Lebensgefährten zu machen. Daher kommt es in dieser Zeit oft zu hässlichen Scheidungsszenen.

Könnte man sich diese Phase nicht einfach sparen? Für viele Paare bringt sie unterm Strich mehr Leid als Freud. Aber so simpel funktioniert die Natur nicht. Die zweite Liebe mit ihrer starken sexuellen Anziehungskraft sorgt immerhin für den Fortbestand des menschlichen Geschlechts.

Wir können diese Epoche überspringen, indem wir uns sehr spät auf einen Partner einlassen. Allerdings fehlt uns dann eine Erfahrungsstufe. So dass man möglicherweise die Senioren-Liebe gar nicht erkennt oder zu schätzen weiß.

 

Die wahre Liebe im reiferen Alter
Nach einer Scheidung haben die meisten Menschen erst mal gründlich die Nase voll von Beziehungen. Man möchte zur Ruhe kommen, das Leben genießen, sein eigenes Ding machen. Man hat nun Zeit zur Selbstverwirklichung, für Freunde, Hobbys und Urlaubsreisen. So könnte es eigentlich weiter gehen bis zur Rente.

Und dann passiert es eben doch, dass man sich zaghaft wieder verliebt. Die dritte Liebe kommt ebenso wie die erste vollkommen unerwartet aus heiterem Himmel.

Da ist kein Planen und kein Abchecken wie vor der Ehe. Alles fließt leicht dahin. Denn mit diesem Geschenk haben wir gar nicht mehr gerechnet. Nur die wenigsten Menschen Ende 40 gehen gezielt auf Partnersuche.

Die späte Liebe ist anders alles zuvor. Der Partner ist meistens nicht das, was wir früher als Traumtyp bezeichnet hätten. Im reifen Alter haben wir eine realistische Einschätzung der Gattung Mensch. Wir ahnen oder wissen, dass auch ein weniger attraktiver Partner mit Macken uns glücklich machen kann.

Die Stärke der reifen Liebe liegt darin, dass sie in der Lage ist, Unzulänglichkeiten hinzunehmen. Sie träumt nicht von Märchenschlössern wie in der Jugendzeit. Sie fordert nicht wie die zweite Liebe in der Ehe. Sie gibt genauso gern wie sie nimmt.

Die Liebe der Mittvierziger und Senioren ruht in sich. Sie ist frei, intuitiv und selbstbestimmend. Sie braucht weder Beziehungs-Ratgeber noch Maßtabellen oder wohlmeinende Freunde, die sagen, was richtig und was falsch ist.

 

Schlau sein: gleich mit der richtigen Liebe anfangen
Man könnte sich viel Leid, Elend und Liebeskummer ersparen, wenn man die „Lernphasen“ der ersten beiden Verliebtheiten auslässt. Und gleich die Freuden der wahren Liebe genießt. Stimmt das?

Leider nicht. Denn jede Verliebtheit – auch wenn sie noch so schmerzhaft endet – entwickelt unsere Persönlichkeit und unseren Erfahrungsschatz weiter. Wir können es uns nicht aussuchen, in welche Phase wir einsteigen. Es funktioniert nicht, wenn ein dreißigjähriger Single sich vormacht, er könne – um glücklich zu sein – bei seinen Ansprüchen zurückstecken wie andere Menschen 15 oder 20 Jahre später.

Interessant ist auch die Frage, ob es möglich ist, die 3 Phasen der Verliebtheit mit ein und demselben Partner zu erleben – also ganz ohne Trennung und Rosenkrieg.

Diese These lässt sich eindeutig mit Ja beantworten. Romantik, leidenschaftlicher Sex, Fortpflanzung und das Glück der reifen Liebe erleben selbst heute noch viele von uns mit dem Menschen, der einst die allererste Liebe war.