Liebes-Nachrichten

Wie sich die Beziehungs-Kultur durch Online-Dating verändert hat

Einfluss des Datings auf Beziehungen

Online Dating macht es möglich, per Mausklick eine Liebes-Beziehung oder einen One-Night-Stand zu finden. Viele Singles nutzen das Internet, um einen Partner zu finden. Weil das möglicherweise leichter ist als die Partnersuche im normalen Leben.

Doch was sind das für Beziehungen, die sich beim Dating auf Partnerbörsen und sozialen Netzwerken bilden? Haben sie die gleiche Qualität wie früher? Als unsere Eltern sich bei Festen, am Arbeitsplatz oder auf Partys kennengelernt haben. Sind Facebook, Smartphone-Apps und Liebes-Algorithmen ein gleichwertiger Ersatz für das Anbandeln in freier Wildbahn?

 

Online-Kontakte über Dating-Apps
Mit Sicherheit können wir sagen: das Internet bietet etliche Kontaktchancen. Mobile Apps wie Tinder und Lovoo servieren uns im Sekundentakt Bilder von angeblich suchenden Singles und Partnervorschläge aus ganz Deutschland. Aber kann man das wirklich für voll nehmen? Oder ist es nur Spielerei, die uns eine Vielzahl von Gelegenheiten vorgaukelt?

Ob sich die junge Smartphone-Generation wohl bewusst ist, dass diese Art der Partnersuche höchst oberflächlich ist, möchte man bezweifeln. Das Beurteilen und Wegwischen von Fotos mag kurzweilig sein. Auf keinen Fall bieten Apps die Möglichkeit, sich ein aussagekräftiges Bild zu machen vom Charakter eines Menschen.

Wir erhalten noch nicht einmal Grundinformationen über eine Person – wie bei anderen Kontakt-Portalen. Ein Mann oder eine Frau wird rein auf Optik und Sex-Appeal reduziert. Im Bewusstsein der User von Tinder, Badoo und Lovoo scheint sonst überhaupt nichts wichtig zu sein als ein schönes Gesicht und ein aufregender Body.

Beziehungstechnisch ist das eine bedenkliche Entwicklung. Denn Eigenschaften, die für eine funktionierende Partnerschaft unerlässlich sind, werden beim Kennenlernen über eine mobile Anwendung überhaupt nicht wahrgenommen. Apps sind allenfalls zum Finden einer oberflächlichen Sex-Beziehung gut.

 

Welche Chancen hat die romantische Liebe heute noch?
Wir leben in einer Zeit, wo es für viele Menschen als schick gilt, sich ab und an einen kleinen sexuellen Ausrutscher zu gönnen. Kann sich in dieser Situation per Online-Dating überhaupt so etwas wie eine romantische Verliebtheit entwickeln? Oder ist die ganze Sucherei nur Kalkül und Berechnung? Weil wir bei der Auswahl des Partners unsere Ansprüche verwirklicht sehen wollen.

Erfahrungsgemäß bilden sich romantische Gefühle und sexuelle Anziehungskraft in einer Beziehung schon nach relativ kurzer Zeit zurück. Nach spätestens 2 Jahren sieht man den Partner ungeschminkt so wie er ist. Auch im Bett stellen wir bald Abnutzungs-Erscheinungen fest.

Das war schon immer so. Nur sehr wenigen Paaren gelingt es, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Und die Liebe langfristig frisch zu halten. Diesbezüglich ist es egal, ob eine Beziehung im Internet oder in der Kneipe ihren Anfang genommen hat.

Dennoch scheint es so zu sein, dass die Romantik beim Online-Dating zu kurz kommt. Es ist nicht möglich, einer neuen Bekanntschaft fragend in die Augen zu schauen. Das Flirten mit Nachrichten-Austausch ist nicht zu vergleichen mit dem spannungsgeladenen Anbandeln im normalen Leben. Bei Singlebörsen gibt keine verliebten Blicke und keine körperlichen Berührungen.

Das führt zu dem Schluss: das Kennenlernen bei Kontakt-Portalen darf nur Mittel zum Zweck sein. Wenn Sie feststellen, ein Single könnte ein Date wert sein: dann treffen Sie ihn möglichst bald.

So haben Sie durchaus noch die Chance, dass eine Beziehung mit Herzklopfen beginnt. Wenn Sie hingegen auf einer Kontaktbörse wochenlang alle Themen tot labern: dann ist nicht mehr viel mit Romantik.

 

Hier gibt es weitere Neuigkeiten
zur Partnersuche

 

Sex-Kultur im Internet
Pornofilme, Portale für Webcam- und Telefonsex. Seitensprung-Agenturen und Webseiten für erotische Kontakte. Die ganze Welt des Internets scheint sich nur noch ums Poppen zu drehen. Ein großer Prozentsatz aller Seiten im Word Wide Web hat sexuelle Inhalte.

Strippende Girls und kopulierende Paare (xHamster, YouPorn und Co.) machen Sex zu einer Supermarkt-Ware, die ständig und kostenlos verfügbar ist. Wie wirken sich solche Kanäle auf unsere Beziehungsfähigkeit aus?

Bei Sexpartner-Portalen – wie Secret.de und First Affair – müssen wir immerhin noch darum kämpfen, dass ein Mensch uns anziehend findet. Nur dann wird er auf ein Sextreffen einwilligen. Auf diesen Seiten lernen wir immerhin noch reale Personen kennen.

Portale mit Pornos, Lesben-, Schwulen- und Webcam-Sex hingegen können auf laufende und künftige Beziehungen fatale Auswirkungen haben. Diese Scheinwelt macht uns glauben, dass der Geschlechtsakt immer perfekt sein muss. Fatalerweise übertragen wir diese Erwartungen auf unseren jetzigen oder künftigen Partner.

Da dieser aber nicht so perfekt ist wie die dauergeilen Mädchen mit den üppigen Titten, sind wir enttäuscht. Wir beenden vielleicht sogar die Beziehung. Weil wir im heimischen Schlafzimmer nicht so angetörnt werden wie beim Video-Schauen auf deutschporno.com oder bei RedTube.

Im Grunde genommen ist das Ganze eine Verrohung und Verarmung unserer Gefühls-Kultur. Das kann leicht zur Sucht und Abstumpfung führen. Sexspiele, die heute noch als großer Reiz empfunden werden, sind morgen bereits langweilig.

Erotische Kontaktbörsen sind besser zu bewerten als Filme. Denn dabei geht es nicht um die passive Konsumierung sexueller Darbietungen. Singles und auch Verheiratete haben die Möglichkeit, ihre Sex-Fantasien auszuleben. Entweder rein virtuell in „unanständigen“ Smalltalks. Oder bei einem richtigen Treffen.

 

Sex-Beziehung über Facebook
Die Sexpartner-Suche hat in unserer Zeit scheinbar einen großen Stellenwert. Warum sollte man nicht einfach im Freundeskreis nach einem Mann oder einer Frau für gewisse Stunden Ausschau halten? Das hätte gewiss einige Vorteile.

Diesen Gedanken hat Facebook aufgegriffen. Mit der App „Bang with friends“ (mit Freunden poppen) ist es möglich, einem seiner Freunde einen dezenten Wink zu geben: mit dir würde ich gerne die Matratze teilen.

Der andere sieht in seinem Profil, was wir über die Facebook-App angeklickt haben. Was wir uns eventuell vorstellen könnten. Was wir aber bei einem normalen Aufeinandertreffen vielleicht nie andeuten würden. Wenn der andere positiv reagiert, dann schreiben wir eine Nachricht, die dezent zu diesem Thema hinführt.

Mit der Bildung einer Liebes-Beziehung hat das in der Regel nichts zu tun. Gute alte Freunde verlieben sich nur selten. Weil man sich schon zu gut kennt. Das schließt aber eine kleine Sex-Affäre nicht aus.

 

Online-Partnervermittlungen
Schnell noch ein paar Worte zu den Portalen, wo es echt um die Suche nach einer festen Beziehung geht. Auch die sind nicht ganz unbedenklich. Und zwar aus folgendem Grund.

Zu Beginn füllt jeder ein Wunschformular über seinen Traumpartner aus. Und er beschreibt, wie er sich selbst sieht. Im Prinzip ist das eine gute Sache. Denn so kann die Partnervermittlung Übereinstimmungen zu anderen Singles finden. Und passende Vorschläge machen.

Leider läuft die Sache oft aus dem Ruder, weil die Menschen sich selbst nicht realistisch darstellen. Sondern so wie sie gern sein würden. Und weil sie an den Partner wirklichkeitsfremde Ansprüche stellen. Nicht nur 2 oder 3. Sondern in der Gesamtheit zu viele.

Wenn Sie bei einer Agentur wie Parship oder eDarling einen Partner finden wollen: dann müssen Sie auf dem Boden der Wirklichkeit bleiben, um gute Chancen zu haben. Viele Singles vertrauen heutzutage bei der Partnersuche auf solche Partnervermittlungen. Viele machen aber auch vermeidbare Fehler.

Auch hier wieder der gleiche Rat wie oben bei den Kontaktbörsen: vermeiden Sie einen zu langen Briefverkehr. Treffen Sie die Person möglichst bald. Beobachten Sie, was das Bauchgefühl Ihnen beim Date einflüstert.

Die Anziehungskraft zwischen zwei Menschen hat nur zum Teil etwas damit zu tun, dass sie in vielen Punkten ähnliche Einstellungen haben. Unserem Unterbewusstsein – welches die Partnerwahl steuert – ist das vollkommen egal.