Single-Magazin

Warum gibt es so viele Singles?

Warum bleiben so viele Menschen allein?

Deutschland und die gesamte westliche Welt hat sich längst zur Single-Gesellschaft entwickelt. 17 Millionen Menschen leben in unserer Republik ohne Partner. Doch wie kam es dazu? Was sind die Gründe? Dieser Beitrag untersucht die Hintergründe.

Während Singles in Osteuropa und in Entwicklungsländern auch heute noch recht früh heiraten, wird eine feste Bindung in Deutschland eher auf die lange Bahn geschoben. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Sie haben etwas mit unserem Wohlstand und der westlichen Lebenskultur zu tun.

 

Geschlechtsspezifische Gründe
Im Unterschied zu vor 40 Jahren stehen heute die meisten Frauen finanziell auf eigenen Beinen. Das Motiv „suche einen Versorger“ gibt es fast nicht mehr.

Auch nicht das „suche Vater für meine Kinder“. Denn Kinderkriegen ist bei Deutschen nicht sonderlich beliebt. Davon abgesehen ist es schon längst nichts Anstößiges mehr, nach einer Scheidung – als Single-Mama – ein Kind allein großzuziehen.

Viele Singles – vor allem weibliche – bestehen auf einem einzigartigen Partner. Ein Typ mit 10 von 10 möglichen Sternen. Der muss gewissen Ansprüchen genügen. Wer diese nicht erfüllen kann, kommt für eine feste Beziehung nicht in Frage.

Diese These bestätigt auch die Partnervermittlung ElitePartner. Vor allem gebildete Frauen haben ein echtes Problem mit der hohen Erwartungshaltung an einen Lebensgefährten.

Bei Single-Männern liegt der Fall etwas anders. Sie schätzen es, wenn ihre Herzdame hübsch aussieht und unterhaltsam ist. Allerdings liegen die Probleme ihrer Partnersuche vielfach im kommunikativen Bereich.

Nicht jeder hat ein redseliges Mundwerk. Viele Kerle sind eingeschüchtert vom manchmal arg selbstbewussten Auftreten der Damen. Also lässt man es besser gleich sein und fügt sich in sein Single-Leben.

Andere deutsche Männer bevorzugen ausländische Frauen, vornehmlich aus ärmeren Ländern. Bei denen werden sie nicht so stark gefordert. Diese Mädels stellen bei weitem nicht die Ansprüche wie unsere.

Frauen können scheinbar leichter ohne Lebenspartner leben als Männer. Auch das ist ein Grund, warum es heute so viele Singles gibt. Sie sind im Schnitt kommunikativer, haben einen größeren Bekanntenkreis. So lässt es sich ganz gut leben. Wozu sich mit einem Mann herumärgern, denkt so manche Single-Frau.

Ein nicht mehr ganz neuer Trend: prozentual gesehen wollen in der Theorie zwar mehr Männer als Frauen eine feste Beziehung. Gleichzeitig haben sie aber auch mehr Angst vor einer Bindung. Weil sie sich vor der Unterhaltsfalle fürchten.

Im Hinblick auf den Scheidungs-Boom, die fallende Lohnentwicklung und immer mehr Zeitarbeiterjobs in den letzten 20 Jahren spielt dieser Aspekt durchaus eine gewisse Rolle für die wachsende Anzahl von Singles.

 

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Weitere Gründe, solo zu bleiben
Viele Singles in Deutschland scheuen vor Kompromissen zurück. Sie sind vielfach Einzelkinder. Im Elternhaus haben sie nie gelernt, zu teilen oder sich an Gleichaltrige anzupassen. Sie haben keine Lust, der Liebe wegen ihre Lebensgewohnheiten auch nur teilweise zu modifizieren. Dass nur der Partner das tun wird, kann man wohl kaum erwarten.

Seid verbunden für gute und für schlechte Zeiten. Dieser fromme Trauspruch galt vielleicht noch für unsere Eltern. Nicht aber für die junge Generation heute. Das Leben muss in erster Linie Spaß machen, ganz klar. Wir leben in einer Fun-Gesellschaft. Sobald die ersten Wolken vor die Sonne ziehen, packt so mancher seine Koffer.

Die Bereitschaft, um eine Partnerschaft zu kämpfen, Probleme anzupacken oder auszustehen, ist viel weniger vorhanden als zur Zeit unserer Eltern und Großeltern. Die Fluktuation zwischen „Single sein“ und „in Beziehung lebend“ ist recht hoch. In dieses Bild passt auch die wachsende Zahl von Seitensprüngen.

Längere Ausbildungszeiten sind ein weiterer Grund für die hohe Anzahl der Singles in unsere Land. Jeder Zweite will Abi machen, jeder Dritte will studieren. Verdient dabei aber kaum Geld.

Für viele Menschen hat das Vorantreiben der beruflichen Karriere Priorität vor einer festen Bindung. Also geht man erst später auf Partnersuche und heiratet später. Auch auf die Gefahr hin, dass dann der Partnermarkt schon weitgehend abgeräumt ist.

Außerdem scheint es – laut der Partnervermittlung ElitePartner – so zu sein, dass zunehmende Bildung die Ansprüche an den künftigen Partner erhöht. Nicht in erster Linie bezüglich des Aussehens, aber auf geistigem und zwischenmenschlichem Gebiet.

Seit der 68er-Revolution ist unsere Gesellschaft wesentlich freier geworden. Diese Freiheit bezieht sich auch auf zwischengeschlechtliches Terrain. Wir üben mehr Toleranz gegenüber Lesben, Schwulen, linken Gruppierungen, radikalen Umweltschützern und anderen Randgruppierungen.

Unsere Gesellschaft zeigt auch mehr Nachsicht gegenüber Singles, die ihr Leben vollkommen allein gestalten. Keiner wird heute mehr schief angesehen, wenn er auf einen Partner verzichtet. Dieses hohe Gut an freiheitlichem Denken ermöglicht das Anderssein, das Abweichen vom Mainstream der Bevölkerung.

 

Wenn es an uns selbst liegt:
Wie man die richtige Einstellung zur Partnersuche gewinnt

 

Deutschland ist ein Land der Nörgler, Griesgrämigen und der Angsthasen. Dieser Spruch stammt nicht von mir, sondern von Ausländern. Wir jammern über alles Mögliche auf einem sehr hohen Niveau.

Wenn unsere Kicker bei der Fußball-WM nicht ins Halbfinale kommen, geht gleich die Welt unter. Trotz hohem Wohlstand haben wir mehr Angst vor der Zukunft als Franzosen, Spanier und Italiener zusammen.

Die pessimistische Neigung, alles schwarz zu sehen, wirkt sich auch bei Singles auf Partnersuche aus. Sie sehen nicht in erster Line die guten Chancen, die sich aus einer Liebesbeziehung ergeben (Familienglück, Kinder, Liebe, Kuscheln, regelmäßiger Sex usw.). Sondern nur die Gefahren, die da lauern. Viele Ledige wollen nicht enttäuscht werden. Wer sagt denn, dass es dazu überhaupt kommen muss?

Ein gewichtiger Grund für unsere Single-Gesellschaft liegt im Nachlassen der sozialen Kompetenz vieler Menschen. Wir lassen uns dominieren von Apps, vom Laptop, von Computerspielen, Internet, Instagram, E-Mails, Handy, Fernseher usw.

Die Menschen sprechen weniger miteinander als sie es früher getan haben. Diese Sprachlosigkeit wirkt sich auf den freien Umgang bei der Partnersuche aus. Viele medial infizierte Menschen sind zu ruhig oder schüchtern, um frei auf andere Leute zuzugeben.

Engstirnigkeit behindert Beziehungen. Fairerweise muss man sagen, dass dies schon immer so war. Allerdings könnte man erwarten, dass in einer freiheitlich-toleranten Gesellschaft, die wir heute haben, das Kleinkarierte keine so große Rolle mehr spielen sollte.

Kleinkariert nenne ich diverse Unterschiede, die von vielen Alleinstehenden bei der Partnersuche als beziehungshemmend angesehen werden. Das betrifft z.B. auf den Altersunterschied, ethnische Herkunft und Hautfarbe, Gehaltsgruppen und den sozialen Status. Was hat das alles mit Zuneigung und romantischer Liebe zu tun? Oder geht es am Ende gar nicht darum?

Vor allem deutsche Frauen tun sich immer wieder schwer, über ihren Schatten zu springen. Dass sie vor Fernbeziehung oder einer ganz anderen Mentalität (arabische Flüchtlings-Männer) zurückschrecken, kann man sicher verstehen. Aber wo bitte ist das Problem, wenn er 500 Euro weniger verdient als sie? Was ist dabei, wenn er 10 Jahre älter oder jünger ist?

Safety first: das ist das Motto vieler Singles bei der Partnersuche. Die Angst, sich auf etwas anderes einzulassen als es den herkömmlichen Konventionen und Ansichten entspricht, verhindert so manche Beziehung.