Single-Urlaub

Tipps für den klimaneutralen Urlaub

Klimafreundliches ökologisches Reisen

Wer die Zeichen der Zeit erkannt hat, muss die Ferien nachhaltig gestalten. Der klimaneutrale Urlaub ist für die gesamte Tourismus-Branche mittlerweile ein Muss. Denn wie wollen wir es vor unseren Kindern verantworten, wenn wir weiterhin den Klimawandel ignorieren? Und so tun, als sei er Zustand der Erde und des Weltklimas noch so heil wie vor einigen Jahrzehnten.

Es ist schon eine Weile her, aber erst in den 1970er Jahren begann er: der Massentourismus – mit billigen Flügen und überfüllten Stränden in der mediterranen Wunderwelt auf Mallorca, Kreta, Ibiza, Sardinien und im italienischen Rimini.

Klimaneutrales Handeln bezieht sich nicht nur auf unseren Alltag. Sondern auch auf die Auswahl des Urlaubsziels, auf die Art der Fortbewegung, die Müll-Minimierung und die gebuchten Unterkünfte. Und nicht zuletzt auf die Reduzierung der CO2-Schadstoffe und auf die Berücksichtigung der sozialen Belange der Beschäftigten in der Touristikbranche. Hier nun ein paar Tipps für nachhaltiges Verhalten vor, im und nach der Reise.

 

Klimakonformes Reiseziel
Viele Menschen wünschen sich, den Urlaub an warmen Stränden unter Palmen zu verbringen. Oder bei ausgedehnten Rundreisen auf fremden Kontinenten die Kulturen, Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Schönheiten anderer Ländern kennenzulernen. Doch wie sieht nachhaltiges Handeln aus?

Wem klimaneutrales Verhalten am Herzen liegt, der entscheidet sich am besten für nah gelegene Reiseziele in Deutschland, in Europa oder am Mittelmeer. Je geringer die Entfernung ist, die zurückgelegt werden muss, desto weniger wird die Umwelt belastet.

Wenn es schon eine Fernreise nach Afrika oder in die Karibik sein muss: dann sollte man darauf achten, dass die mit dem Flieger zurückgelegte Distanz in einem sinnvollen Verhältnis zur Urlaubsdauer steht. Total unverantwortlich und klimaverachtend wäre es zum Beispiel, für einen Kurztrip von einer Woche nach Thailand oder Nordamerika zu verreisen. Für ein kurzes Vergnügen und nur wenig Erholung nimmt man damit erhebliche Klimaschäden in Kauf.

Wer nur eine Woche zur Verfügung hat, sollte der Umwelt zuliebe nicht weiter als 800 Kilometer fliegen: also nach Italien, Frankreich, England, Schweden und Kroatien. Solche Ziele lassen sich aber auch umweltfreundlich mit der Bahn erreichen, ein Flug ist nicht zwingend nötig. Für mittelweite Reiseziele wie Spanien, die Kanarischen Inseln, Griechenland und Nordafrika sollte man mindestens 14 Tage Urlaubszeit zur Verfügung haben. Ein Urlaub in Übersee sollte 3 oder 4 Wochen dauern, damit es sich rentiert.

 

Klimafreundliche Anreise
Der CO2-Erfolg unserer Aktivitäten hängt ganz erheblich vom Verkehrsmittel ab, das zum Erreichen des Reiseziel benutzt wird. Zu den größten Umweltverschmutzern der Erdatmosphäre gehören weite Flüge zu Fernzielen. Drei Viertel der Emissionen, die wir in der Urlaubszeit verursachen, gehen auf das Konto von Flugzeugen. Der allergrößte Blödsinn, den man sich denken kann, sind nationale Flüge in Deutschland und im Ausland. Es gibt nur wenige große bzw. unwegsame Länder, die eine solche Umweltsünde rechtfertigen.

Auch die Anfahrt mit dem Pkw auf überfüllten Autobahnen stellt einen Klimakiller dar. Zumal sie sich bei näheren Reisezielen durchaus vermeiden ließe, wenn wir es nur wollten. Schiffsreisen und Kreuzfahrten sind umweltpolitisch kritisch zu betrachten. Auch hier erzeugen die Motoren schädliche Abgase, die in die Erdatmosphäre gelangen und den Treibhauseffekt verstärken.

Deutlich mehr Schonung des Klimas erreichen wir mit der Nutzung von Fernbussen und Fernzügen. Am Urlaubsort können wir sogar noch einen drauflegen, indem wir uns zu Fuß, mit dem E-Bike oder mit dem Trekking-Fahrrad von einem Ort zum anderen zu bewegen.

 

Klimaneutrale Hotels und Unterkünfte
Wer achtet bei der Buchung seiner lang ersehnten Traumreise schon darauf, ob die Hotels ein Öko-Siegel tragen oder nicht? Niedrige Übernachtungskosten, all inklusive, Pool mit Meerblick und eine luxuriöse Ausstattung sind den meisten Reisefans wichtiger als nachhaltiges Handeln der Hoteliers.

Zertifizierte Klimahotels bieten veganes bzw. vegetarisches Essen an. Denn mittlerweile ist allseits bekannt, dass der Fleischverzehr und somit die Tierhaltung ein bedeutender Faktor bei der Emission von Treibhausgasen darstellt. Wer etwas gegen die Erderwärmung tun möchte, sollte unbedingt eine ökologisch verantwortliche Unterkunft in Betracht ziehen.

Klimafreundliche Unterkünfte handeln nachhaltig. Sie legen Wert auf Energiesparmaßnahmen. Und sie beziehen den Ökostrom von Solardächern und von Windkraftwerken. Außerden achten sie darauf, dass die Angestellten fair bezahlt und nicht ausgebeutet werden. Die sozialverträgliche Komponente sollte bei der Hotelbuchung beachtet werden.

 

Tipps für klimaneutralen Konsum am Urlaubsort
Die Art und Weise, wie wir uns vor Ort ernähren, trägt zum Schutz des Klimas und der Polarregionen bei. Regionale Produkte, die nicht mit Flugzeugen und Schiffen importiert werden müssen, sind dabei die beste Wahl. Außerdem ist es nötig, alles zu vermeiden, was mit Kunststoff zu tun hat. Denn Plastikabfälle aus Tüten, Eisbechern und kaputten Schwimm-Accessoires belasten über die Deponien nicht nur das Grundwasser, sondern auch die Flüsse und Weltmeere.

Besonders in heißen Ländern ist es von Bedeutung, dass die Bevölkerung und die Touristen sparsam mit dem Rohstoff Wasser umgehen. Natürlich fühlt es sich gut an, in der Sonne am Hotel-Pool zu liegen und Bikini-Frauen anzuschmachten. Aber soll man diese irrsinnige Wasserverschwendung wirklich unterstützen? Wo das erfrischende Nass doch viel sinnvoller als Trinkwasser und zur Bewässerung von Feldern genutzt werden könnte. Das Meer ist nur ein paar Meter weiter und erfüllt den gleichen Zweck wie das Schwimmbecken. Wir sind nur häufig zu bequem, die Folgen unseres klimafeindlichen Tuns zu bedenken.

Umweltsünden gibt es auf Reisen zuhauf. Wer sich die Müllberge in den Urlaubsländern der Dritten Welt ansieht, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wer verantwortlich mit der Umwelt umgeht, vermeidet Abfälle so weit wie möglich. Und er achtet darauf, dass der Müll dorthin kommt, wo er hingehört. Und nicht achtlos am Strand oder im Gelände fallengelassen wird.

 

Klimafreundliche Aktivitäten im Öko-Urlaub
Das Wandern ist des Müllers Lust. Aber auch die Umwelt freut sich, wenn wir die Wanderschuhe anziehen anstatt das Privatauto oder den Mietwagen zu benutzen. In fast allen Urlaubsländern gibt es fantastische Trekkingstrecken. Außerdem stellen das Zufußgehen und das Radfahren einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung der Gesundheit und der körperlichen Fitness dar.

Alles was mit Motorisierung zu tun hat, stößt klimaschädliche Abgase aus – auch mit Katalysator. Muss es unbedingt ein Helikopter-Flug über den Grand Canyon, über die Niagarafälle oder über die Skyline von New York sein? Solche Aktivitäten bieten zwar wunderbare Ausblicke über die Sehenswürdigkeiten und Naturwunder unserer Erde. Allerdings weit weniger fantastische Aussichten für unser geschundenes Klima.

Kann man die Elefantenherden der afrikanischen Serengeti, die Viktoriafälle und den roten Ayers Rock-Felsen im australischen Outback nicht auch ebenerdig bewundern und filmen statt für teures Geld darüber hinwegzufliegen? Eine Kamelreise durch die Wüste ist deutlich klimafreundlicher als eine Jeep- oder Quadtour. Wer das Tauchen liebt, sollte bedenken, dass jede entnommene Korallenperle ein Raubbau an der Natur ist.

Klimaneutrales Reisen bedeutet, auf einiges zu verzichten. Was hat man davon, wenn man innerhalb von zwei Wochen jeden Tag 200 Kilometer motorisiert zurücklegt, um später zu Hause mit tausend Sehenswürdigkeiten und Badebuchten zu prahlen? Ein solches Verhalten ist aus ökologischer Sicht höchst bedenklich.

Die Hetze, die wir uns freiwillig auferlegen, bedeutet viel mehr Urlaubsstress als Erholung. Und wir bekommen so gut wie überhaupt nichts von der Lebensweise der Einheimischen mit. Sanfter Tourismus bedeutet: nur wenige Orte eines Landes zu besuchen. Dafür nachhaltiger und mit einer geringeren Verursachung von CO2 und Stickoxiden.

 

Klimahilfe durch Spendenaktionen
Reiseziele in Australien, Asien, Afrika und auf dem amerikanischen Kontinent sind mit dem Zug, mit dem Schlauchboot oder Segelflieger nicht zu erreichen. Es wird wahrscheinlich nie realisierbar sein, Interkontinentalflüge vollständig zu unterbinden. Aber es ist sehr wohl möglich, seine Verkehrssünden in An- und Abreise durch die finanzielle Unterstützung eines Klimafonds einigermaßen auszugleichen.

Das ist zwar nur ein schwacher Ersatz gegenüber dem vollständigen Vermeiden von Treibhausgasen. Aber es kann dazu beitragen, umweltfreundliche Projekte zu fördern, die dem Raubbau an der Natur und dem Klimawandel entgegentreten.

Urlauber, die nach der Reise ihr schlechtes Gewissen beruhigen möchten, haben die Möglichkeit, durch freiwillige Spenden auf bestimmten Online-Portalen etwas für den Erhalt der Erde zu tun. Damit werden ökologische Organisationen und Projekte finanziert, die sich um Naturschutzgebiete kümmern und den Ausbau regenerativer Energien in ärmeren Entwicklungsländern forcieren. Und sie unterstützen Bildungseinrichtungen, welche die Bevölkerung dort über Ursachen und Wirkungen der Umweltzerstörung informieren.