Tipps für die Partnersuche

Suche nach dem perfekten Partner

Singles und der ideale Lebenspartner

Mittlerweile gibt es in Deutschland 17 Millionen Singles, die mehr oder weniger bewusst ohne Partner leben. Heiraten scheint in unserer Zeit out zu sein. Die Anzahl verheirateter Menschen hat sich in den letzten 5 Jahrzehnten halbiert.

Die Ursachen dafür mögen vielfältig sein. Fest steht allerdings, dass die jungen Menschen hierzulade immer gebildeter, wohlhabender und verwöhnter werden. Und sich für etwas ganz Besonderes halten. Der Akademiker-Wahn wirkt sich auch auf die Partnersuche von Singles aus. Der Durchschnittsmensch gilt fast schon als B-Sortierung. Man strebt nach dem perfekten Partner, an dessen Seite ein Leben in Glück und Eintracht leichter möglich sein soll. Doch was ist von dieser Hoffnung zu halten?

 

Single-Falle Nr. 1: suche den idealen Super-Partner
Verwegene Traumbilder bestimmen die Sehnsucht vieler Alleinstehender. Szenen wie sie uns in Hollywood-Filmen, in romantischen Romanen und in den Medien vorgespielt werden. Der perfekte Partner, den viele Frauen und Männer sich wünschen, durchläuft bei der Partnersuche eine strenge Checkliste.

Er sieht hochattraktiv aus. Er ist gut im Bett und beim Küssen. Er ist intelligent, humorvoll, kommunikativ und erfolgreich im Beruf. Wer solche Eigenschaften nicht hat, kann kein Traumpartner sein. Darüber gibt es nichts zu diskutieren. Kompromisse bei der Suche nach dem Seelenverwandten sind nicht drin.

Auch die inneren Werte kommen beim Perfektionsdenken deutscher Singles nicht ungeschoren davon. Sie bestehen auf einem mitfühlsamen, treuen Lebensabschnittsgefährten mit gutem Charakter. Er ist treu, umweltbewusst, tolerant, positiv denkend, nicht rauchend, nicht ganz unvermögend und selbstsicher. Und schon ist es fertig, das Zauberwerk des absoluten Traumpartners. So muss er sein und kein bisschen weniger. Denn man ist schließlich selbst ganz wunderbar und hat gehobene Ansprüche. Damit ist die Grundlage für das Scheitern der Partnersuche gelegt.

 

Single-Falle Nr. 2: ich bin ein perfekter Traumpartner
Mein Mann soll leidenschaftlich sein, groß, empathisch, gebildet, witzig, kinderlieb und nicht allergisch gegen das Müll-hinunter-tragen. Er geht nicht fremd, er hilft im Haushalt, er hat ein soziales Herz und er liest mir alle Wünsche von den Augen ab. Kurzum: er ist ideal für mich.

So denken viele Frauen aber auch alleinstehende Männer. Dabei übersehen sie eine winzige Kleinigkeit. Nämlich, dass sie selbst gar nicht so super sind wie sie es vom Partner einfordern. Aus diesem Grund kann diese Rechnung bei der Suche nach vollkommenem Glück nicht aufgehen. Ebenso hirnrissig ist es zu denken, man könne einen Menschen nach seinen Vorstellungen formen. Oder man könne nur mit einem einzigen Menschen glücklich werden.

Viele Singles bleiben allein oder jammern anderen vor, dass sie immer nur „Pech in der Liebe haben“, Was ihnen am meisten fehlt, ist nicht der Lebensgefährte, sondern eine realistische Selbsteinschätzung. Sie haben Erwartungen an den Partner ohne Ende. Sie verkennen jedoch, dass sie objektiv betrachtet nur Mittelmaß darstellen, was die charakterliche Eigenschaften und die Attraktivitäts-Stufe angeht. Damit ist die Suche nach dem perfekten Traumpartner für 99 Prozent aller Single-Frauen und Männer von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Kann man es einem Anderen verdenken, dass er uns nach den ersten Date nicht mag, wenn wir nicht das halten, was der erste Eindruck oder unser Online-Profil verspricht? Wenn wir kaum treu sein können, nicht sexy und sportlich sind oder durch Spontanität glänzen: wie können wir es dann von einem potentiellen Partner erwarten? Oder von dem vermeintlich Unscheinbaren, der sich vergeblich um unsere Zuneigung bemüht?

Das Problem vieler Singles auf Partnersuche besteht darin, dass sie in Anbetracht der großen Anzahl von Beziehungs-Chancen in Partnervermittlungen oder Dating-Apps zu keiner Entscheidung fähig sind. Sie sind jahrelang auf der Suche, weil sie keine Abstriche machen wollen. Sie können oder wollen sich nicht festlegen, bevor sie einen Menschen gefunden haben, der 100%ig ihrem Idealbild entspricht. Kompromisse sind für sie undenkbar.

 

Das Erwachen: wenn die Perfektion Risse bekommt
In Filmen entsteht oft der Eindruck, dass der perfekte Mensch Standard ist. Am Ende haben sich alle lieb und das Schauspieler-Paar strebt einer glücklichen Zukunft entgegen. Dabei entgeht uns die Tatsache, dass die frisch Verliebten gerade erst am Anfang einer Beziehung stehen. Dass zu diesem Zeitpunkt der Garten noch voller roter Rosen ist. Doch was wird sein, wenn der Herbst kommen? Wenn die Blüten der Liebe als gewöhnlich empfunden werden? Das zeigt kein Kinostreifen, es wäre ja auch langweilig.

Das Kennenlernen des Partners, der erste Sex und die Phase der heißen Verliebtheit sind nur der erste Abschnitt auf dem Weg zum Glück. Noch erkennt man nicht oder will nicht sehen, welche Schwächen der Andere hat. Noch ist die romantische Welt in Ordnung.

Doch schon wenn das Pärchen zusammenzieht, wandelt sich das Bild. Schneller als uns lieb ist, kehr der Alltag ein. Immer mehr wird klar, dass der Lebensgefährte nicht so perfekt ist, wie man es sich einst erträumt hatte. Er hat charakterliche Defizite, er schnarcht, ist unordentlich und beim Aufstehen morgens riecht er aus dem Mund.

Viele Singles denken sich nun: warum habe mich auf diesen Partner überhaupt eingelassen? Hat mich meine Intuition im Stich gelassen? Hätte ich doch besser weiter gesucht, nach besseren Flirt-Optionen und Alternativen. Wer hindert mich eigentlich daran, die Beziehung zu beenden? So kommt es in vielen Fällen zur Trennung. Die angeblich große Liebe landet allzu schnell auf dem Scheiterhaufen.

 

Was braucht eine glückliche Partnerschaft?
Auf der Suche nach dem perfekten Gegenstück via Internet müssen die Singles ihre Wünsche und Vorlieben angeben. Diese sind unendlich lang, wenn man sich die Profile bei ElitePartner und Parship ansieht. Allerdings fällt auf, dass viele Erwartungen komplett unsinnig klingen.

Warum sollte man mit einem Menschen glücklich werden, der den gleichen Musikgeschmack oder eine bestimmte Haarfarbe hat? Warum müssen Frauen unglaublich sexy aussehen und Männer sportlich und fit sein? Damit man auf immer und ewig mit diesen Äußerlichkeiten glücklich wird?

Hier zeigt sich der Wahnwitz des Anspruchsdenkens vieler Singles. „Verdorben“ durch mediale Einflüsse haben vor allem die Hochgebildeten und Eingebildeten keinen Blick mehr für das Wesentliche. Sie checken bei den Kontaktvorschlägen und beim ersten Treffen jedes noch so kleine Krümel, ob es nach einer unverzeihlichen Macke aussieht. Die vermeintlich große Auswahl an Kandidaten verstärkt diese Denkweise. Warum soll ein Alleinstehender mit weniger zufrieden sein, wenn der ideale Partner das Ziel aller Liebesträume ist?

Warum ist es so schlecht, bei der Partnersuche einem Menschen die Chance aufs Kennenlernen einzuräumen, der auf den ersten Blick nicht gerade nach dem perfekten Partner aussieht. Wo steht geschrieben, dass man sich in einen solchen Mann oder Frau nicht verlieben und glücklich werden kann?

Manchmal lohnt es sich, ein zweites Mal hinzuschauen, um zu erkennen: hoppla, der oder die ist eigentlich viel besser als es bei oberflächlicher Betrachtung den Anschein hatte. Wer sich beim Ausgehen oder bei der Online-Partnersuche zu lange von Schauspielern/Innen mit ach so tollen Attributen und Sex-Appeal blenden lässt, läuft Gefahr, dass der wirklich ideale Partner unbemerkt verbeiläuft und woanders sein Glück findet.

Paare, die schon lange Zeit zusammen leben und eine reiche Beziehungs-Erfahrung haben, lachen über das naive Verhalten der Singles heute. Denn sie wissen, worauf es in einer Partnerschaft wirklich ankommt. Nicht das perfekte Dating-Profil, großspurige Sprüche, die ganz großen Gefühle à la Hollywood, der Sixpack-Bauch, die Größe des Busens, die Augenfarbe oder der gesellschaftliche Status eines Menschen fördern das Glück. Sondern die kleinen Dinge sind es, die zählen:

Das gemeinsame Lachen, der Spaziergang am Sonntagnachmittag, stete Zärtlichkeiten, Urlaubserlebnisse, das Spielen mit den Kindern aber auch der Streit und das Nachgeben durch Kompromisse. Das bedeutet für langjährige Verheiratete das Wort „perfekt“.

Durch das Erleben dieser Situationen entsteht bei dem Paar mit den Jahren ein starkes Wir-Gefühl. Man identifiziert sich miteinander, liebt einander und kann nicht mehr ohne den anderen. Wer solche Gedanken reflektiert, kommt möglicherweise zu der Erkenntnis: der ideale Traumpartner wohnt weder in Paris, Venedig oder Beverly Hills. Sondern – man mag es kaum glauben – gleich nebenan in Warzenbach, Mackendorf, Schnarchenreuth, Katzenelnbogen, Motzen, Gammelshausen oder Wanne-Eickel.