Fremdgehen

Sex-Frust in der Ehe

Sexuelle Unlust überwinden

Junge, verliebte Paare sind so gut wie immer voller wilder Leidenschaft. Man kann es kaum erwarten, dem anderen die Kleidung vom Körper zu reißen und sich über ihn herzumachen. Doch wenn die Beziehung einige Jahre andauert, machen sich Lustlosigkeit und Sex-Frust breit. Man schläft nur noch miteinander, weil man sich dazu verpflichtet fühlt. Die Ehe gerät in eine Krise.

Ganz besonders schlimm wirkt sich die Flaute im Bett aus, wenn einer von beiden ein deutlich höheres erotisches Verlangen hat als der andere. Dann ist der Ärger vorprogrammiert. Doch was ist zu tun, um dem ehelichen Frust ein Ende zu bereiten? Soll man sich woanders Befriedigung verschaffen? Lesen Sie hier, welche Möglichkeiten es für Ehepaare in dieser verflixten Situation geben kann.

 

Sexlose Beziehung
Die Ursachen für nachlassende Leidenschaft können vielfältig sein. Oft kommt die Lustlosigkeit schleichend heran. Manchmal aber auch just zu dem Zeitpunkt, wo die Frau entbunden hat. Kinder, Alltagssorgen, Termine und beruflicher Stress treiben die Eheleute, die einst so scharf aufeinander waren, in eine tiefe Beziehungskrise.

Viele Paare haben dann gar keinen oder so gut wie keinen Sex mehr. Einmal im Monat rafft man sich zu einer lustlosen Nummer auf. In der Zwischenzeit schiebt man Frust. Er oder sie legt selbst Hand an, um sich zu befriedigen. Man schaut sich Pornos an, lässt sich auf einen Kollegen ein oder bildet sich ein, man brauche überhaupt kein Poppen mehr. Doch kann das die Lösuung des Problems sein?

Nur die wenigsten Menschen geben sich damit auf Dauer zufrieden. Man hat Verständnis dafür, wenn der Partner über ein paar Monate keine Lust auf Sex mehr hat. Aber zum Dauerzustand sollte die sexlose Beziehung nicht werden. Dann wird der Unterforderte verbittert und aggressiv. Er fragt sich, warum man immer noch zusammen ist. Und denkt irgendwann über eine Trennung nach.

 

Über erotische Bedürfnisse sprechen
Zwei intelligente Eheleute sollten eigentlich in der Lage sein, einen Ausweg aus der Krise zu finden. Zumindest sollte man den Versuch unternehmen, dem Sex-Frust durch Gespräche beizukommen.

Viele Paare leben 20 Jahre lang zusammen, ohne wirklich zu erfahren, was sich der andere im Bett wünscht. Auf welche Stellungen er steht, an welchen Körperzonen er besonders erregbar ist. Also gilt es, herauszufinden, was sich der Partner unter gutem Sex vorstellt und wie oft er wirkliche Lust auf Geschlechtsverkehr verspürt.

Viele Ehepaare schaffen es nicht, sich über ihre erotischen Bedürfnisse zu unterhalten. Weil sie nicht dazu erzogen wurden, weil sie gehemmt sind. Oder weil sie Angst davor haben, dem Partner unziemliche Dinge vorzuschlagen. Doch es hilft alles nichts. Solange man nicht weiß, wie die Frau erregt und genommen werden will und ob er auf einen Blowjob steht oder auf die Reiterstellung: solange wird die Sexkrise kein Ende nehmen.

Im Gegenteil: einer von beiden oder beide denken bald über eine offene Beziehung nach, über einen One Night Stand oder über eine Seitensprung-Agentur im Internet. Also bitte, liebe Eheleute: macht ein Picknick, macht es euch an einem ruhigen Platz gemütlich und sprecht miteinander, was ihr wirklich wollt und was die Flaute beenden kann.

 

Neuartige Dinge ausprobieren beim Sex
Der Reiz, sich auf eine erotische Affäre einzulassen, liegt darin, dass man etwas Verbotenes tut. Und dass der „Betrüger“ mehr Aufmerksamkeit sucht. Fast jeder Seitenspringer liebt seinen Partner immer noch. Aber er ist enttäuscht, weil es in der Partnerschaft nicht mehr genug Sex gibt. Dieses Defizit versucht er, bei der Geliebten bzw. beim Liebhaber zu kompensieren. So dass die Ehe entlastet wird und noch weiter bestehen kann.

Wer die Gefahr des Fremdgehens ausschließen möchte, sollte sich überlegen, wie man das Liebesleben facettenreicher gestalten kann. Dass das Paar sich auf erotischer Ebene entfremdet, liegt an der Einfallslosigkeit im Schlafzimmer. Immer die gleiche Nummer, mit immer weniger Vorspiel. Die reine Triebbefriedigung bringt viele Paare an den Rand des Abgrunds.

Wie wäre es, wenn man sich woanders als auf der Latexmatratze der Lust hingibt. Ein Tapetenwechsel kann manchmal wahre Wunder wirken. Der Reiz des durch gesellschaftliche Konventionen Verbotenen kann auf die sexuelle Lust wie ein Jungbrunnen wirken. Vorausgesetzt, beide empfinden das so.

Auch das Schwelgen in Erinnerungen, an heiße Nächte in der Anfangszeit einer Beziehung, kann die Gier auf den Partner erneut wecken. Sogar das Eifersüchtig-Machen durch einen kleinen Flirt mit der besten Freundin der Frau kann dazu beitragen, dass diese nun wieder mehr Lust bekommt.

Manche Damen sehnen sich danach, vom Ehegatten verführt zu werden. Mit den Jahren hat er es verlernt oder hält es nicht mehr für nötig, sie einfühlsam zu erregen oder mit allerlei sexuellen Spielchen auf Touren zu bringen. Wie man das anstellt, sehen Sie hier in diesem Ratgeber-Artikel.

 

Den Sex-Frust mit einer Paartherapie überwinden
Die Liebe ist in eine bedrohliche Schieflage geraten, weil beide nicht mehr miteinander schlafen und sich noch nicht mal mehr küssen. Wenn es an erotischer Fantasie mangelt, die Krise zu bewältigen, wäre vielleicht ein Termin beim Paar-Psychologen ein geeigneter Ausweg. Bevor man sich weiter aggressiv anschreit und zerfleischt, sollte man darüber nachdenken, sich psychologische Hilfe zu holen.

Der Paartherapeut hat im Idealfall eine große Erfahrung mit solchen Eheproblemen. Er hat schon vielen Frauen und Männern geholfen, den Libido-Verlust in den Griff zu bekommen. Er wird in Gesprächen und durch geschickte Fragestellungen den Kern herausfinden, warum einer von beiden lustlos geworden ist.

Bei den Paargesprächen ist es kontraproduktiv, dem Partner die Schuld an der Sexkrise zuzuweisen. Vielmehr sollte man mithilfe des Psychologen das eigene Verhalten selbstkritisch betrachten. Das erleichtert es dem anderen, das Gleiche zu tun und sich zu öffnen. Am Ende der Sitzungen hat man Erkenntnisse gewonnen, warum die Leidenschaft abhanden gekommen ist. Und was man gegen die brach liegende Fleischeslust tun kann. Denn diese bedeutet für viele Paare irgendwann, sich scheiden zu lassen.

 

Sexfrust im Alter
In der ersten Phase der Verliebtheit und einige Jahre nach der Vermählung sind Mann und Frau scharf aufeinander. Die grenzenlose Geilheit äußert sich darin, dass man ständig an Sex denken muss und es am liebsten permanent miteinander treiben möchte. Ein Orgasmus pro Tag ist das Minimum, um seine Lust auszuleben, das Brennen und Jucken zu befriedigen.

Doch irgendwann kommt nicht nur die Beziehung, sondern auch das Verlangen auf den Partner in die Jahre. Es wird immer stiller unter der Bettdecke. Sie zieht sich immer mehr zurück, weil sie angeblich Migräne hat. Er will keinen Geschlechtsverkehr mehr, weil er den Körper der Frau speziell nach den Wechseljahren nicht mehr sexy findet, vielleicht sogar abstoßend. Oder weil er unter Erektionsproblemen leidet.

Wie kann man dem sexuellen Frust beim Älterwerden beikommen? Es ist schon viel damit gewonnen, wenn man sich bewusst wird, dass im reifen Alter die Erfüllung der erotischen Träume nicht mehr von der Häufigkeit körperlicher Vereinigungen abhängt. Sondern von der Intensität, mit der man sich dem Partner hingibt. Manche Paar-Psychologen sprechen dabei vom „geistigen Orgasmus“.

Ab 50 geht es nicht mehr um erotische Höhenflüge wie in der Jugend. Sondern darum, wie nah man der Seele des Partners durch innige Zärtlichkeiten kommt. Nicht unbedingt der überwältigende Koitus vergangener Quickies ist für ältere Paare ein Gradmesser sexueller Befriedigung. Sondern innige Körperkontakte und erotische Berührungen, die nicht zwangsläufig in der Stöhnerei des Orgasmus enden müssen. Nicht mehr der regelmäßige Sex ist für Seniorenpaare das Ziel aller Träume, sondern romantische Momente in tiefster Verbundenheit.

Während jüngere Ehepaare bis 40 versuchen, das Sexleben durch einen Liebesurlaub, durch Strips, Voyeurismus, Reizwäsche, eine zweite Hochzeitsreise, durch den Besuch eines Swingerclubs oder durch einen Dreier aufzufrischen, ist man im Alter über solche oft Anstrengungen erhaben.