Seniorbook: Netzwerk für ältere Menschen

Kontakte zu Senioren über 50

Beim Facebook-ähnlichen Netzwerk Seniorbook.de kommuniziert die Generation 50plus über Themen dieser Alterssparte. Hier ein Portrait des Sozialen Netzwerks

Seniorbook.de im Test
Die Münchener Online-Community richtet sich an Senioren jenseits der 40. Hier können sie sich mit gleichgesinnten und gleichaltrigen Menschen vernetzen und Informationen austauschen. Und im günstigsten Fall sogar einen neuen Partner finden.

Aussehen, Design und vor allem die Postline mit den News erinnern ein wenig an das große Vorbild Facebook. Allerdings gibt es auch gravierende Unterschiede zu Marc Zuckerbergs Portal.

Bei Seniorbook kontaktieren Sie nicht alte Bekannte und Schulkameraden. Sie können hier bislang unbekannte Menschen aus der 50plus-Generation suchen und kennenlernen.

Mit 200.000 Usern gehört das junge Seniorbook.de noch zu den kleineren Dating-Seiten. Allerdings muss man bedenken, dass es erst im Jahr 2012 online geschaltet wurde.

Es geht bei Seniorbook nicht direkt um Liebe, Beziehungskram und Partnersuche. Denn es sind nicht nur Singles aktiv, sondern auch verheiratete Menschen über 50 bzw. über 40. Viele Senioren haben ein Interesse daran, sich über Freizeitaktivitäten, Problemchen und Hobbys gleichgesinnten Menschen mitzuteilen.

 

Zielgruppe des Sozialen Netzwerkes
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Singlebörsen sind bei Seniorbook.de die Frauen mit 53 Prozent leicht in der Überzahl.

Die meisten Singles und Verheiratete sind im Alter zwischen 50 und 65 Jahren (65 Prozent). Nur 3 Prozent sind jünger als 45 Jahre. 4 Prozent aller User sogar älter als 75.

Der typische Seniorbook-User ist ein reifer, lebenserfahrener Mensch der angegrauten Silber-Generation. Auf der Suche nach Unterhaltung, Diskussionen, Freundschaften und Seniorentreffen im echten Leben.

 

Meine kostenlose Anmeldung
Auf der Startseite gebe ich Vorname, Nachname, Geschlecht, E-Mail-Adresse und Passwort ein. Ich akzeptiere den Datenschutz und die AGBs. Und klicke auf den grünen Button: „Jetzt kostenlos mitmachen.

Nach der Registrierungsbestätigung in meinem Mail-Programm G-Mail werde ich aufgefordert, ein Foto hochzuladen.

Es kommt die Frage nach meinen Interessen. Hier kann ich Themen-Bilder anklicken: Bücher, Filme &Fernsehen, Politik & Zeitgeschichte, Computer & Technik. Fotografie, Umwelt & Natur, Familie & Partnerschaft, Sport, Spiele, Bildung & Wissen usw.

Ich gebe Postleitzahl und Wohnort ein. Damit ist die kostenlose Anmeldung abgeschlossen. Ich befinde mich jetzt auf „Mein Seniorenbook“. Ich sehe mein Profilbild. Und oben die Menüleiste mit den Funktionen des Sozialen Netzwerks.

Die Suche
Ich fange jetzt an, nach anderen Senioren-Profilen Ausschau zu halten: Menü Mitglieder/ Mitglieder suchen. Ich sage: Frauen mit Profilbild. Alter von 40 bis 55. Ich gebe meine PLZ ein und die maximale Entfernung von 100 Kilometer. Und klicke auf „Los geht’s“

Ganz oben steht eine attraktive Frau namens Angela König. Sie wohnt ganz in meiner Nähe. Nach dem Klick sehe ich, welche News sie und ihre Freunde bisher gepostet haben. Das kann eine Textnachricht sein, ein Foto, ein YouTube-Video oder ein eigener Smartphone-Film. Ich habe die Möglichkeit, bei jedem Post von Frau König einen Kommentar abzugeben. Genau wie bei der Timeline bei Facebook.

Kontaktaufnahme
Ich habe nun 3 kostenlose Kontakt-Möglichkeiten zu Angela König: Ich kann eine Grußnachricht schicken. Das ist nur ein Winke-Winke. Oder eine richtige Textnachricht. Oder aber ich kann an Frau König einen Kontaktwunsch senden. Mit der Frage, ob sie mit mir befreundet sein möchte.

Bevor ich eine Mail abschicke, vergrößere ich vorsichtshalber ihr Bild. Um sicher zu gehen, dass sie keine hässliche Nudel ist. Das ist sie nicht. Ich schreibe ihr jetzt und warte auf eine Antwort.

Mein Profil bearbeiten
Dazu muss ich irgendwo am Bildschirm auf eines meiner Fotos klicken. Hier kann ich einen Post schreiben. Oder auch mein Profil verändern. Bei Profil/ Profil bearbeiten habe ich einige Möglichkeiten, meine Persönlichkeit genauer darzustellen: Geburtstag, Familienstand, Beruf plus Freitext. Bei „Buch“ kann ich Kurzbeiträge verfassen. Ich kann weitere Fotos oder Interessen hinzufügen bzw. wegnehmen.

 

Seniorbook.de kostenlos
Für Männer und Frauen im Seniorenbereich oder etwas jünger sind alle Funktionen gratis nutzbar. Es gibt keine Premium-Mitgliedschaften, keine Chips, keine Credits und auch sonst keine virtuellen oder realen Zahlungsmittel.

Folgende Funktionen stehen allen Senioren der Community kostenlos zur Verfügung
Anmelden und eine persönliche Anzeige aufgeben.

Bild hochladen plus eine ganze Fotogalerie erstellen.

Interessengebiete angeben. In der Timeline Bucheinträge posten = Kurznews.

Sehen, welche Menschen 40plus oder 50plus mein Profil besucht haben. Andere Senioren anschreiben, grüßen oder Freundschaft anbieten.

Neue Mitglieder und Kontaktvorschläge von Seniorbook betrachten. Im Blog einen Themenbeitrag schreiben.

An Spielen oder Chatrooms teilnehmen. Schöne Fotos posten. Fremde Bilder liken und kommentieren.

Bei der Kommunikation mit anderen Senioren 50plus ergeben sich ganz gute Möglichkeiten: Man kann z.B. einen Reisepartner finden. Sich bei einer Veranstaltung oder auf einen Kaffee treffen. Die User können sich gemeinsam sozial engagieren. Zum Beispiel für Flüchtlinge oder behinderte Menschen. Vieles ist möglich, wenn man vital und aktiv ist.

 

Ahnliche Communitys wie Seniorbook.de

50plus-treff

Rubensfan

Chat-Portale

 

Besondere Funktionen von Seniorbook.de
Singles und verheiratete Menschen 50plus habe bei diesem Netzwerk eine ganze Palette von Funktionen, um mit anderen Leuten in Kontakt zu treten. Zum Beispiel, um einen Partner zu finden. Oder um eine lebendige Diskussion über ein interessantes Thema zu beginnen.

Mitgliedersuche und Kommunikation: wie oben gesehen: nach Geschlecht, Alter, Bild und Entfernung suchen. Dann eine Nachricht, einen Gruss oder eine Freundschaftsanfrage absenden.

Tagebucheintrag: Nach dem Öffnen des eigenen Profils kann ich links oben einen Nachrichten- Post verfassen. Und diesen mit oder ohne Foto abschicken. Diese Message erscheint kurze Zeit später meiner News-Timeline. Andere User können diesen „Bucheintrag“ liken (= lesenswert finden) oder kommentieren. So wie wir das von Facebook her kennen.

Schwarzes Brett: Dort sind alle möglichen Nachrichten abgebildet. Auch von solchen Menschen, die nicht zu meinen Freunden gehören. Manche sind lustig, andere eher kindisch.

Man kann dort auch auf interessante Internet-Artikel oder Videos von YouTube verlinken. Wie zum Beispiel: „Was gibt es Neues bei RTL“. Das sind alles Diskussionsanstöße. Mit einem interessanten Beitrag kann ich andere Senioren dazu bringen, ihre Meinung mitzuteilen.

Fotowand (Pinnwand): Hier können die User – ähnlich wie bei Pinterest – Fotos hochladen. Ich sehe gerade ein Weingut, viele Blumenfotos, ein Fachwerkhaus und ein persönliches Foto einer Frau namens Annabella. Diese Bilder-Ausstellung ist eine spaßige Freizeitbeschäftigung. Man kann diese Schnappschüsse kommentieren. Und so vielleicht auf Umwegen einen Kontakt zum Urheber des Bildes herstellen.

Gruppen: Dort werden die beliebtesten Gruppen abgebildet. Man kann einer solchen Gruppe beitreten. Und mit gleichartig interessierten Senioren Diskussionen führen und sich austauschen. Solche Gruppen haben wir auch bei Facebook. Bei Google+ entspricht das den „Kreisen“.

Manche Gruppennamen sind ein bisschen merkwürdig. Ich sehe da die Gruppe „Stoßzeit“. Hier versammeln sich frivole Menschen, um sich über Sex-Themen zu unterhalten. Andere Gruppen heißen: Skatclub, Einsame Herzen, Skype-Erotik und Single-Kontakte. In jeder Gruppe kann man eine Beitrittsanfrage absenden. Die wird irgendwann mit Ja oder Nein beantwortet.

Nutzertreffen: Hier bestehen bereits regionale Seniorbook-Gruppen. Zum Beispiel aus Gütersloh, Marbach oder Essen. Sie können die Gruppe Ihres Heimatortes anklicken und eine Mitgliedschaft beantragen. Durch die Kommunikation untereinander können die Senioren sich auch für ein Treffen in der realen Welt verabreden. Entweder auf einen Plausch, auf ein Bier oder zum Besuch von Events.

Themen-Blog: Dort besteht die Möglichkeit, ein eigenes neues Diskussionsthema zu erstellen. Oder in bestehenden Threads wertvolle Beiträge zu schreiben. Grob gesehen geht es um die Rubriken: Familie & Partnerschaft, Reisen & Abenteuer, Auto & Motor, Sport & Freizeit, Haus & Garten, Fitness & Gesundheit usw.

Der Themen-Blog von Seniorbook.de ist eine gute Gelegenheit für Senioren, Erfahrungen auszutauschen, anderen Menschen Hilfestellungen zu geben oder sich einfach nur die Zeit zu vertreiben. Das ist sicher keine schlechte Idee. Denn Senioren über 40 haben altersspezifische Interessen. Und vielleicht auch Probleme wie Anti-Aging, Übergewicht, Wechseljahre, Hautpflege, Sex-Probleme. Dazu Seniorenreisen, politische Ansichten, Altersvorsorge und Rentenfragen. Partnersuche und Leben im Alter.

Spiele: Wenn Sie viel Zeit und gerade wenig Fantasie zum Schreiben haben, können Sie mit anderen Senioren 50plus verschiedene Spiele veranstalten. Leider habe ich für solche Spinnereien überhaupt nichts übrig. Ob sie nun Sudoku, Kickern, Snowball oder Wortblitz heißen. Aber wem es gefällt …

Chat: Es sind 6 Chatrooms mit verschiedenen Themen vorhanden. An der orangenen Zahl kann man die Anzahl der Senioren sehen, die dort gerade aktiv chatten. Zum Flirten halte ich das nicht für ideal. Denn es geht alles sehr schnell. Wenn Sie einen anderen Senioren echt sympathisch finden: dann sollten Sie sich über den Nachrichtenverkehr bei Seniorbook kennenlernen. Und vielleicht irgendwann ein Date festmachen.

 

Account kündigen
Alles ist kostenlos, also brauchen Sie auch keine Kündigung. Was Sie aber machen können: das Profil löschen. Und das geht so: Oben rechts klicke ich auf meinen Namen. Im Fenster darunter dann auf „Einstellungen“. Danach auf „Seniorbook Profil und Inhalte löschen“. Dabei muss ich noch mein Passwort eingeben.

 

Seniorbook.de im Test – mein Fazit

Pluspunkte
Die Senioren in diesem Netzwerk sind recht aktiv. Auf meine Mitteilungen habe ich meist schon einen Tag später eine Antwort bekommen. Inaktive oder tote Profile scheint es kaum zu geben.

Das Prädikat „kostenlos“ spricht eindeutig für Seniorbook.com. Dafür muss man halt in Kauf nehmen, dass hier und da ein bisschen Werbung auftaucht. Was aber nicht sehr stört. Irgendwie müssen die Betreiber aus München ja auch Geld verdienen bzw. die Unkosten wieder reinholen.

Zu den Pluspunkten gehört sicher die gute Übersichtlichkeit der Seite. Es gibt keine verschachtelten oder wahnsinnig komplizierten Funktionen. Alles ist in kurzer Zeit erfassbar. Das ist nicht schlecht für solche Senioren 50plus, die erst relativ spät den Weg in die Welt des Internets gefunden haben.

Die Umgangsformen und das Niveau der Kontakte sind recht ansprechend bei Seniorbook.de. Was natürlich auch an der Reife der User liegt. Bei Singlebörsen mit vielen jungen Menschen erlebt man diesbezüglich manchmal sein blaues Wunder.

Kritikpunkte bei meinem Test
Was mir am wenigsten gefallen hat: viele Mitgliederprofile sind im Durchschnitt etwas dürftig ausgefüllt. Manche haben sich noch nicht mal die Mühe gemacht, ein oder mehrere Bilder hochzuladen oder Interessen anzugeben. Auf anderen Senioren-Portalen habe ich da viel bessere Erfahrungen gemacht.

Manche User machen sich den Spaß, keine eigenen Fotos von Hund, Katze oder irgendwelche Urlaubsbilder hochzuladen. Das finde ich offen gestanden ein wenig kindisch und verspielt. Jeder sollte doch zeigen, wer er ist.

Wer auf Achse ist, kann mit dem Handy die Webseite von Seniorbook.de aufrufen. Allerdings ist eine mobile Nutzung über eine App nicht möglich. Weder für iOS noch für Android. Es gibt keine Chance, in einem App-Store eine mobile Anwendung herunterzuladen. Zum Nachrichten schreiben reicht aber auch die normale Webseiten-Version, die man auch am Computer zu Hause benutzt.

Erfolgsaussichten
200.000 Mitglieder sind schon eine stattliche Zahl. Die wird noch weiter wachsen. Denn nach dem Wegfall des Sozialen Netzwerkes Wer-kennt-wen ist in diesem Dating-Sektor ein kleines Vakuum entstanden.

Ältere Menschen gibt es zu Genüge in unserer Republik. Die Kontaktmöglichkeiten sollten also ganz gut sein. Wofür man aber auch einiges tun kann. Indem man zum Beispiel sein Profil so ausführlich wie möglich ausfüllt.

Die Chancen zur Unterhaltung sind gut. Was die Partnersuche angeht, müssen die User wohl Abstriche in Kauf nehmen. Denn viele Senioren hier sind gar nicht Single. Bei den anderen könnte man durchaus auf ein nettes Kennenlernen spekulieren.

Seniorbook.com ist eine echte Alternative zu Facebook. Meiner Einschätzung nach werden im Laufe der Zeit immer mehr Menschen von dort abwandern zu kleineren Nischenseiten. Und zwar aus 2 Gründen:

Zunächst einmal bietet Seniorbook die Möglichkeit aktiv, nach unbekannten Menschen zu suchen. Oder mit ihnen in Kontakt zu treten. Bei Facebook bekommt man dafür oft eine Verwarnung.

Der zweite Grund liegt im Größenwahn von Facebook. Der Datenschutz wird dort immer mehr mit Füßen getreten. Durch solche Negativ-Schlagzeilen wird sich in Zukunft so mancher User überlegen, ob er Zuckerbergs Community nicht einfach den Rücken zukehrt.

 

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