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Mit Lovoo und Tinder zur großen Liebe?

Sich verlieben via Dating-App

Geht es bei Tinder und Lovoo nur um Sex? Oder kann man mit den Smartphone-Apps auch die große Liebe finden? Eine berechtigte Frage in einer Zeit, wo mobile Anwendungen den Dating-Markt verändern.

Bei Tinder gehen vorwiegend junge Leute zwischen 18 und 30 Jahren mit ihren Bildern auf Partnersuche. Das Motto lautet: flirten und chatten im Minutentakt. Doch welcher Art diese Suche ist, darüber streiten sich die Gemüter.

Das Dating bei Tinder und Lovoo bringt den Leuten relativ viele Verabredungen. Aber wie sieht es mit der Qualität der Kontakte aus? So mancher stellt bald fest, er ist süchtig geworden nach Tinder. Sollte man die große Liebe nicht doch besser woanders suchen? Vielleicht wie ganz früher oder bei Kontaktbörsen?

 

Menschen als Ramschware –
so funktionieren Dating-Apps

Der Grundgedanke der modernen Apps Lovoo und Tinder: man will bei der Partnersuche in kürzester Zeit eine möglichst große Auswahl an Kandidaten anschreiben. So soll es möglich werden, mit vielen Singles zu chatten und sich real zu treffen. Um möglichst eine Frau klarzumachen oder den perfekten Lebensgefährten zu finden.

Diese Zielsetzung entspricht absolut dem Geist unserer Zeit. Denn die meisten Leute ohne Partner dulden bei der „Qualität“ des Zukünftigen keine Einschränkungen. Mit den Smartphone-Apps soll nichts dem Zufall überlassen werden.

Da über Sympathie und Liebe im Prinzip nur über Fotos verhandelt wird, sind Tinder, Lovoo, Happn und OK-Cupid im Vergleich zu herkömmlichen Singlebörsen als extrem oberflächlich einzustufen.

Der Vorteil dieser Art des modernen Datings: die mobilen Apps können kostenlos genutzt werden. Bei LoveScout24 und Parship muss man Geld dafür zahlen, um Kontakte zu Singles zu bekommen.

Was so unschuldig-kostenlos daher kommt, ist in Wirklichkeit aber gar nicht so uneigennützig, wie dieser Bericht hier zeigt. Außerdem erhärtet sich der Verdacht, dass die Nutzer der mobilen Flirt-Apps sich einen Spaß daraus machen, sich als andere Personen auszugeben.

Die Menschen werden bei Lovoo und Tinder zum Massenprodukt degradiert. Wenn die vorgezeigten Bilder nicht gefallen, werden sie nach links auf den Müllhaufen weggeschoben.

So mancher vergleicht diesen Vorgang mit dem Shopping im Supermarkt. Anfassen, fühlen, schauen und wieder zurückstellen. Denn im nächsten Regal (sprich in der nächsten Foto-Anzeige) findet man gewiss ein noch besseres Produkt.

Kurzportrait Tinder
Das Dating gestaltet sich recht einfach. Wer noch kein Facebook-Profil hat, muss sich eins zulegen. Erst dann ist das Registrieren bei Tinder möglich. Danach wartet man darauf, dass die eigenen Bilder positiv bewertet werden. Und dass bei gegenseitiger Sympathiebekundung ein Match entsteht.

Das Match berechtigt beide Player zur Kontaktaufnahme. Dieses wiederum macht ein reales Treffen möglich. Da im Gegensatz zu Singlebörsen das Flirten und ein echter Gedankenaustausch fehlt, ist es relativ einfach, anonym zu bleiben. Tinder-Profile sind meist nichtssagend.

Kurzportrait Lovoo
Die angebliche Suche nach der großen Liebe läuft bei Lovoo über einen Radar-Bildschirm. Im Gegensatz zu Tinder ist kein Match zur Kontaktaufnahme erforderlich. Man kann nach Belieben und ohne eine Persönlichkeits-Abstimmung Lovoo-Nutzer anchatten, die sich im näheren Umkreis aufhalten.

Zuvor füllt man über seine Facebook-Daten eine Kontaktanzeige aus. In den Lovoo-Profilen erfährt man zumindest ein wenig über die Eigenschaften und die Interessen des anderen. Wie bei allen Kontaktportalen im Netz ist man gut beraten, wenn man bei Lovoo keine sensiblen Daten von sich preisgibt wie Name, Wohnort und Arbeitsplatz.

 

Liebe, Sex oder keins von beiden?
Das Sicherheits-Unternehmen Kaspersky (Virenprogramm) hat die Nutzer von Tinder und Lovoo nach ihrer Zielsetzung befragt. Lediglich 4 Prozent der Tinder- Mitglieder erhofften sich von der App, einen Schatz zu finden. Immerhin 22 Prozent gaben zu, nach Sextreffs zu suchen.

User-Erfahrungen von weiblichen Testpersonen sagen noch Schlimmeres. Es gehe ausschließlich um dumme Anmache durch Männer. „Hast du Lust auf Sex“ und „Zu mir oder zu dir“ wird erheblich öfter vorgeschlagen als ein Date zum wirklichen Kennenlernen. Außerdem sei das Niveau der Kommunikation unterste Schublade.

Nur 11 Prozent aller Tinder-User sind wirklich auf der Suche nach einem Freund oder einer Freundin. Mehr als 40 Prozent der männlichen Teilnehmer sind gleichzeitig bei Portalen mit Sexkontakten aktiv. Daran sieht man das eigentliche Interesse der Mitglieder.

Fast jeder dritte nutzt Tinder und Lovoo, weil er sich davon eine Freundschaft erhofft (sind Singles so einsam?). Beziehungsweise aus reiner Neugier. Man will mitreden können, wenn sich Bekannte über das Dating per Smartphone unterhalten.

Ich habe im Internet Berichte von Frauen gelesen. Die meisten berichten nur Negatives. Die Kerle suchen nur Sex-Dates. An einer echten Auseinandersetzung mit der Person besteht überhaupt kein Interesse.

Kaspersky hat noch einen interessanten Gesichtspunkt eruiert. Fast die Hälfte aller Tinder-Nutzer nutzen die mobile App, um das Selbstwertgefühl zu verbessern. Indem man feststellt, dass andere User an der eigenen Person interessiert sind.

 

Fragwürdiger Dating-Erfolg bei Tinder und Co.
Mit der Suche nach echter Liebe haben die Apps herzlich wenig zu tun. Entweder man pflegt sein Ego. Oder man ist auf der Suche nach sexueller Abwechslung. Viele Nutzer stellen Tinder und Lovoo ein schlechtes Zeugnis aus.

Es ist sogar möglich, dass man durch extrem häufigen Gebrauch von Dating- Apps  wirkliches Flirten verlernt. Da es nur um ein stupides Ja oder Nein geht. Das Annähern, das Prickeln, das Werben um Sympathie geht bei Tinder und Lovoo total unter.

Die meisten User trauen den modernen Smartphone-Apps nicht zu, für Sie den Traumpartner an Land zu ziehen. Nur ein geringer Prozentsatz hat seinen jetzigen Partner dort kennengelernt. Für viele junge Singles sind die Dating-Apps eine Art Freizeitvergnügen. Man hat davon gehört und ist neugierig, was passiert.

Andere nutzen das mobile Dating, um einen Sexpartner oder einen One-Night-Stand zu finden (speziell Männer). Nach der heißen Nacht ist die Liebe schon wieder vorbei. Meist sind das Typen, die eine Frau zum Poppen aufreißen wollen.

 

Bedeutend bessere Chancen für die Partnersuche:
Bei Parship nach der großen Liebe suchen

 

Reinfälle und Enttäuschungen bei Tinder und Lovoo
Frust entsteht beim App-Dating nicht nur durch die Oberflächlichkeit der Partnervermittlung (reine Bilder-Bewertung). Sondern auch durch zahlreiche Flunkereien. In Lügen-Profilen stellt man sich gern als jünger oder leichtgewichtiger dar. Auch das Zeigen fremder Fotos gehört bei Tinder und Lovoo zur Tagesordnung.

Die Illusion, man könne dort die große Liebe finden, findet oft ein rasches Ende. Fast jeder zweiter Tinder-Nutzer ist nämlich in festen Händen. 30 Prozent sind sogar verheiratet. Beide Personengruppen haben kein Interesse an der Partnersuche. Nur in sehr wenigen Fällen an einem Seitensprung oder Sex-Date.

Obwohl das eigentlich jedem bald klar sein müsste, wird weiter getindert, was das Handy aushält. Der Dating-Wahnsinn endet selbst dann nicht zwangsläufig, wenn ein Single in der realen Welt einen festen Partner gefunden hat.

 

Wo findet man die Liebe,
wenn nicht bei Tinder und Lovoo?

Wenn man merkt, dass man bei den modernen Dating-Apps nur seine Zeit verschwendet, sollte man sich Gedanken machen um Alternativen für die Partnersuche. Wo könnte man sonst noch der großen Liebe begegnen?

Im normalen Leben hat man es lange genug versucht. Dort gibt es vergleichsweise wenige Gelegenheiten zum Anbandeln. Vor allem auf dem Land.

Die besten Chancen auf das Partnerglück hat man erfahrungsgemäß bei Partnervermittlungen im Internet. Im Gegensatz zu Tinder und Lovoo muss man hier zwar Monatsgebühren bezahlen. Dafür hat man hier aber die Gewähr, dass man es nicht mit Lügenprofilen zu tun hat.

Mit solchen Spielereien gibt man sich nicht ab, wenn man Geld zahlt für eine Mitgliedschaft. Sexkontakte, Neugierige oder Selbstbestätigungs-Versuche gibt es bei Parship, eDarling, LemonSwan und ElitePartner nicht.

 

Das Date nicht vergessen
Wer echt nach der großen Liebe sucht, sollte sich bei Tinder, Parship, LoveScout oder wo auch immer gründlich umsehen. Aber auch den Faktor Zeit nicht außer Acht lassen. Viele Tinder-Nutzer wischen jeden Tag 200 Profile als nicht gut genug nach links weg. Immer mit der Einbildung, dass demnächst der Traumpartner auf der Matte steht. Doch das erweist sich als Trugschluss.

Im Gegenteil: je mehr Bilder man gesehen hat (auch bei Singlebörsen), desto mehr stumpft der Geschmackssinn ab. Desto mehr vergisst man, worum es überhaupt geht. Jedenfalls nicht darum, die Illusion vom perfekten Partner zu nähren. Sondern einem anderen Menschen näher zu kommen. Ohne Touchscreen, Flirtradar, Likes und schwachsinnige Chat-Nachrichten.

Jedem Single sei angeraten, vor einem Treffen auf ein Telefonat zu bestehen. Frauen sowieso. Damit verschaffen Sie sich mehr Sicherheit. Sie können vielleicht schon einschätzen, wie der andere tickt. Ob er nur Sex im Kopf hat oder doch eine Partnerin finden möchte.

Blind Dates via Tinder und Lovoo bergen immer die Gefahr in sich, an einen unangenehmen Menschen zu geraten – um es vorsichtig zu formulieren.