Können Männer heute nicht mehr flirten?

Die Flirt-Misere in Deutschland

Warum wird heute immer weniger geflirtet?
Warum tun sich Männer so schwer, eine Frau anzusprechen?
Warum haben Frauen keinen Mut, die Initiative zu ergreifen?

 

Wie funktionieren Flirts?
Normalerweise ist Flirten eine spielerische Annäherung zwischen Mann und Frau.
Ein gelungener Flirt kann wunderbare Glücksgefühle in uns auslösen.
Jede Beziehung hat einmal mit einer Anmache angefangen.

Entweder wir Männer starten einen Flirt ganz spontan.
Weil sich urplötzlich eine gute Gelegenheit auftut, eine schöne Frau anzusprechen.
Oder wir suchen gezielt nach Gelegenheiten,
das weibliche Geschlecht von unseren Qualitäten zu überzeugen.
In Zeiten des Internet geschieht das häufig auf Kontaktbörsen.

Doch was ist heute eigentlich aus dem Flirten geworden?
Wohin man auch schaut:
man sieht immer weniger Männer und Frauen miteinander herum schäkern.
Verbissene Gesichter, böse Blicke, Spott, Interesse- und Ratlosigkeit
auf beiden Seiten. Was ist nur aus der Leichtigkeit des Seins geworden?

Haben wir Männer das Flirten tatsächlich verlernt?
Ist die heutige Generation zu doof dazu? Fairerweise muss man sagen:
dieses Phänomen der geschlechtslosen Koexistenz ist nicht nur auf Deutschland
beschränkt. In anderen Ländern Westeuropas ergibt sich ein ähnliches Bild.

 

Flirten in früheren Zeiten
Ganz anderes war die Situation noch vor 30 Jahren
An jeder Ecke konnte man Männer und Frauen miteinander scherzen sehen.
Für einen einigermaßen selbstbewussten Typ war gar nichts dabei,
eine Frau anzusprechen. Natürlich bekam er ab und zu einen Korb.
Was solls: dann eben auf ein Neues.

Auch Frauen schienen noch mehr zum Flirten aufgelegt als es heute der Fall ist.
Ob nun beim Einkaufen, im Bistro, in der Disco oder bei Veranstaltungen:
überall wurde geflirtet, was das Zeug hielt.
Was ist nur daraus geworden? Was hat sich seit dieser Zeit verändert?

 

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Flirten heute
Oft findet Flirten überhaupt nicht statt. Männer haben nicht mehr den Mumm,
eine attraktive oder durchschnittliche Frau anzusprechen.
Funkstille auf der ganzen Linie.
Dabei sind die Gelegenheiten
zum spielerischen Anbaggern heute zumindest theoretisch viel häufiger
und besser als vor 20 oder 30 Jahren.

Nie zuvor hat es so viele Singles in Deutschland gegeben.
Niemals zuvor waren so viele Menschen eigentlich auf Partnersuche.
Eigentlich. Und trotzdem ist so viel Sand im Getriebe.
Gegenüber vielen anderen EU-Ländern ist Deutschland zur Flirtwüste verkommen.

Statt in der Eisdiele oder im Biergarten den Blickkontakt zu einer Frau zu suchen,
setzen sich deutsche Männer lieber an den PC.
Und suchen in der virtuellen Welt der Singlebörsen nach Flirtkontakten.
Nun ja: wenigstens das, könnte man sagen.
Wenigstens ist das Interesse an Frauen noch nicht total eingeschlafen.

Andere mehr oder weniger gekünstelte Flirtsituationen erhoffen sich Männer
heute auf Singlepartys, bei Singlereisen oder beim Speed-Dating.
Alles Dinge, die unsere Eltern noch nicht nötig hatten,
um Kontakt zum anderen Geschlecht zu finden.

Klassisches Beispiel: die Disco.
Männer sitzen vereinsamt am Rand der Tanzfläche.
Und glotzen sich die Augen aus dem Kopf.
Sie haben keinen Mut, eine Frau anzusprechen.
Auch nicht, sie zum Tanzen aufzufordern.

Wozu denn auch: heute tanzt doch eh jeder allein.
Also kippt er ein Bier nach dem anderen hinunter.
Um am Schluss mit halbglasigen Augen vielleicht doch eine Frau anzulallen.
Das Endergebnis können Sie sich vorstellen.

Da wir Männer das Flirten heute scheinbar verlernt haben,
versuchen wir, diese Fähigkeit wieder zu gewinnen.
Überall im Internet werden Kurse und Seminare angeboten.
Um die Flirtfähigkeiten zu verbessern.
Ich bin nicht überzeugt von solchen Methoden.
Aber es ist gewiss immer noch besser, als gar nichts zu tun.
Denn durch resignatives Warten passiert überhaupt nichts.

Sind die Single-Männer heute alle Idioten?
Zu dumm und zu doof zum Flirten?
Oder hat die Zurückhaltung auch etwas mit der Einstellung der Frauen zu tun?
Jeder kleine Furz gilt heute schon als sexuelle Belästigung. Man muss eine Frau
noch nicht einmal berühren: schon hat man diesen Makel an der Backe.

Natürlich gehört es sich nicht, eine Frau in den Po zu kneifen. Aber muss man
aus jedem Annäherungsversuch gleich einen Akt der Belästigung machen?
Dann wundern sich die Damen, wenn sie überhaupt nicht mehr
von Männern kontaktiert werden.

Die Frauenbewegung vergangener Jahrzehnte hat es geschafft:
vielen Kerlen ist heute die Männlichkeit abhanden gekommen.
Angefeindet von allen Seiten aus der Emanzipationsecke, wagt er schon
gar nicht mehr, den Mund aufzumachen.
Immer weniger traut er sich, eine Frau anzusprechen

Er kuckt noch nicht mal hin.
Kein Wunder, dass Männer heutzutage keinen Bock mehr haben auf Flirten.
Und was man nicht übt, kann man nicht beherrschen.

 

Auswege aus der Misere
Einiges muss sich ändern, damit das Flirten wieder Einzug hält in unser Leben.
Frauen wie Männer müssen sich an die eigene Nase fassen.
Und ihren Beitrag leisten. Damit das Schäkern nicht mehr nur im Internet stattfindet.
Sondern wieder im ganz normalen Alltag.

Was können Männer von heute gegen das Flirt-Dilemma tun
Viele Zeitgenossen glauben immer noch,
eine Frau sei nur mit tollen Anmachsprüchen herumzukriegen.
Da solche Äußerungen objektiv betrachtet meist hirnlos sind.
Da eine Frau sie schon zu oft gehört hat,
ist damit kein Blumentopf mehr zu gewinnen.
Die moderne Frau möchte nicht mit blöden Floskeln angemacht werden.
Sondern auf eine möglichst humorvolle, niveauvolle Art und Weise.

Doch es sind nicht nur die dummen Anmachsprüche,
die eine spielerisch leichte Annäherung zwischen Mann und Frau verhindern.
Es ist auch die übertriebene Erwartungshaltung der Männer von heute.

Während der Vater vor 20 Jahren eine Lady nur so zum Spaß angesprochen hat.
Weil er Lust am Balzen hatte, weil es einfach ein geiles Gefühl ist.
Erwarten sich die Männer heutzutage viel zu viel von einem Flirt.
Sie bauen eine unnötig große Erwartungshaltung auf.

Werden diese Hoffnungen enttäuscht – weil sie abgewiesen werden:
dann entwickeln sie mit der Zeit immer größere Ansprechängste.
Im Endeffekt sprechen sie gar kein weibliches Wesen mehr an.

Gibt es einen Ausweg?
Männer sollten den Flirt wieder als eine Art Spiel sehen. Flirten als Selbstzweck.
Nicht um irgendwas zu erreichen. Nicht, um einer Frau die Telefon-Nummer
abzuluchsen. Oder um sie zu einem Date zu überreden.

Ein einfaches „Hallo“ an der Kasse oder im Hallenbad. Ein paar nette Worte.
Ohne jede Verbissenheit und Verkrampftheit. Wurscht egal, was daraus wird.
Diese Lockerheit ist vielen Jungs irgendwie verloren gegangen.

Da Männer viel zu sehr auf einen Flirterfolg fokussiert sind –
anstatt die Sache cool zu sehen, – machen sie oft einen gravierenden Fehler.
Wie ein blindes Huhn stürzen sie auf ihr Opfer los. Und quatschen es an.
Ohne Rücksicht darauf, ob die Frau vielleicht gar nicht zum Flirten aufgelegt ist.
Vielleicht hatte sie einen harten Tag. Oder sie ist in Eile.

Ein Kerl versucht, mit einer Frau Blickkontakt herzustellen.
Das gelingt nicht ganz. Trotzdem spricht er sie an. Das ist okay.
Nicht immer kann man ihre Aufmerksamkeit erlangen.
Allerdings sollte man an ihrem Gesichtsausdruck, ihrer Mimik und Körperhaltung
zu erkennen versuchen, ob sie zu einem spielerischen Flirt aufgelegt ist.

Wenn sie in Gedanken zu sein scheint, völlig abwesend:
dann macht es keinen Sinn, auf sie zu zu gehen.
Männer sollten mit Fingerspitzengefühl versuchen, die jeweilige Situation
richtig einzuschätzen. Es wird nur dann zum Anbandeln kommen,
wenn sie zumindest in einer durchschnittlichen Verfassung ist.

Was können Frauen gegen das Flirt-Dilemma tun?
Manche Mädels sind ganz froh, dass sie heute nicht mehr so oft angesprochen
werden wie ihre Vorgängerinnen. Andere würden sich das gern gefallen lassen.
Dafür können sie eine ganze Menge tun.

Wenn Sie einen Mann sehen, der Ihnen gefällt: warum zeigen Sie das nicht?
Sie müssen ihm nicht gleich um den Hals fallen.
Aber wie wäre es mit einem freundlichen Blickkontakt? Oder einen netten Lächeln?
Ermutigen Sie den Typ zum Anzusprechen.
So mancher Versuch wird in die Hose gehen, ganz klar.
Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt (blöder Spruch, sorry!).

Seit mehr als 30 Jahren ist die deutsche Frau mehr oder weniger emanzipiert.
Aber sie hat es noch immer nicht fertig gebracht, sich über das uralte Rollenprinzip
aus Uromas Zeiten hinwegzusetzen.
Wo steht geschrieben: Frauen dürfen keine Männer ansprechen oder anflirten?
Es steht weder in der Bibel noch im deutschen Grundgesetz.
Vor 40 Jahren hätte man eine Frau mit Initiativsinn noch etwas schief angesehen.
Heute sollte das doch ganz normal sein. Oder, die Damen?

Von hochemanzipierten Frauen wollen die meisten Männer gar nicht angesprochen
werden. Die kämen aus ideologischen oder Lifestyle-Gründen auch gar nicht
auf die Idee, ein Mann könne Ihrer wert sein.
Nach dem Motto: alle Kerle sind Deppen, Pflegefälle, Idioten,
geistig unterbelichtet oder notgeil.

Die schüchterne Sorte Frau wird uns wohl kaum ansprechen.
Da sie – ebenso wie das männliche Pendant – lieber abwartet
statt einen Flirt zu riskieren.

Bleibt noch die große Masse der durchschnittlichen Frauen.
Wenigstens die könnten sich ins Bewusstsein rufen:
zum Flirten gehören immer zwei Menschen.
Was hat man schon verlieren, wenn man einen Typ anspricht.
Oder ihn wenigstens zur Kontaktaufnahme ermutigt?

 

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