Single-Magazin

Günstigste Krankenkasse für Singles: AOK, TK, HUK, DAK, AXA?

Tipps für Singles zur Krankenkassen-Versicherung

Wichtig für Singles: der Krankenkassen-Check
Was die optimale Partnerbörse zum Finden eines Lebenspartners ist: darüber wissen viele Alleinstehende bestens Bescheid. Ganz anders sieht es aus mit dem Krankenversicherungs-Schutz. Worauf müssen jüngere und reifere Singles bei der Wahl der optimalen Versicherung achten? Welche Krankenkasse ist allumfassend am günstigsten für allein Lebende?

Soll man sich in jungen Jahren, als Student oder Azubi privat krankenversichern? Ist es vielleicht besser, Kassenpatient bei AOK, HUK, DAK, AXA oder bei der Techniker-Krankenkassen TK zu sein? Wie teuer sind die Krankenversicherungen und was bekommt der Patient für seine Beiträge? Solche Fragen versucht dieser Beitrag zu klären.

 

Privat oder gesetzlich versichert?
Nicht jeder wird von einer privaten Krankenkasse (PVK) aufgenommen. Nur Singles, die über ein gehobenes Einkommen verfügen, sind dort willkommen. Das Gesundheitsministerium legt die untere Versicherungspflichtgrenze jedes Jahr erneut fest. Für das Jahr 2021 liegt sie bei einem Bruttoverdienst von 64.350 Euro. Das entspricht 5.362,50 Euro im Monat. Von solchem Mega-Bezüge kann ein junger Mensch – selbst nach absolviertem Studium – nur träumen.

Der überwältigende Anteil aller Arbeitnehmer (knapp 90%) ist also gezwungen, mit einer gesetzlichen Krankenkasse vorlieb zu nehmen. Allerdings hat das durchaus seine Vorteile, wie wir später noch sehen werden.

Nur wer sich als Single selbstständig macht oder den Beamtenstatus erworben hat, darf laut Gesetzgeber die Versicherung bei der AOK, bei R+V oder bei der Kaufmännischen Krankenkasse KKH kündigen und einem Privatversicherer beitreten. Die mitgliederstärkste Gesetzliche ist übrigens die Techniker-Krankenkasse, gefolgt von der Barmer, zahlreichen regionalen AOKs und der DAK-Gesundheit.

Sofern ein Single die freie Auswahl hat, gibt es bei der Entscheidung für eine gesetzliche oder private Krankenkasse verschiedene Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Wie wird die Zukunft aussehen? Rechnet der Alleinstehende damit, für immer solo zu blieben: dann hat die Privatversicherung gewisse Vorteile. Besteht jedoch die berechtigte Hoffnung, irgendwann mit dem ersehnten Traumpartner eine Familie zu gründen, spricht vieles für einen gesetzlichen Versicherer. Warum das so ist, erläutere ich weiter unten.

 

Krankenkassen mit den günstigsten Beiträgen
Grundsätzlich hat der Bundestag den Beitragssatz zur Abgeltung der Krankheitskosten (Medikamente, Behandlungen, Vorsorge) aktuell auf 14,6 Prozent vom Bruttoverdienst festlegt. Allerdings ist das nur ein theoretischer Wert. In der Realität erheben viele gesetzliche Krankenversicherer auf legalem Weg einen zusätzlichen Beitrag, um kostendeckend zu arbeiten.

Der Zusatz-Obolus gilt für alle Werktätigen außer für steuerbefreite Minijobbern. Er fällt umso niedriger aus, je besser die wirtschaftliche Situation einer Gesundheitskasse ist. Bei gesetzlich Pflichtversicherten tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Abzüge zu gleichen Teilen.

Zu Beginn des Jahres 2021 fand eine Untersuchung statt über die Kosten für die Krankenversicherung. Singles, die auf ihre Ausgaben achten, sollten eine Krankenkasse mit niedrigen Gesamtbeitragsätzen wählen.

Laut dieser Studie liegen nur sehr wenige lokale Versicherungen unter der Marke von 15 Prozent: die Betriebskrankenkasse EUROREGIO, die HKK und die BKK Pfaff. Im Mittelfeld rangieren z.B. die AOK Sachsen-Anhalt, die Bosch BBK und die AOK Baden-Württemberg mit 15,2 bzw. 15,5 Prozent (ein Zuschlag auf 14,6% von 0,6 bzw. 0,9). Schon etwas teurer ist die Allgemeine Ortskrankenkasse Bremen mit 15,9 Prozent sowie etliche andere in diesem Preissegment.

Wie viel kann ein Single bei der Wahl einer billigen Krankenkasse sparen? Ein Beispiel: das Bruttojahreseinkommen beträgt z.B. 40.000 Euro. Bei einem Satz von 14,8% liegt der Monatsbeitrag um 53 Euro niedriger als bei 16,4%. Auf das ganze Jahr gerechnet sind das immerhin 636 Euro.

Private Krankenversicherer sind nicht an die 14,6 Grundmarke gebunden. Bei ihnen richtet sich Höhe der Prämie nicht nach dem Einkommen des Versicherungsnehmers, sondern nach den Leistungen, die er in Anspruch nimmt. Privatversicherte zahlen je nach Alter und Gesundheits-Vorsorge weniger oder auch mehr als ein gesetzlich Versicherter bei DAK, Debeka oder bei der Kaufmännischen Krankenkasse.

 

Singles als Kassenpatienten bei AOK, HUK & Co.
Neben den weithin bekannten gesetzlichen Krankenkassen bieten auch viele Großbetriebe für die Belegschaft, aber auch für Außenstehende eine Gesundheitsversicherung an. Zum Beispiel die TUI BKK, BKK Deutsche Bank, Audi BKK, Bahn BKK, Bosch BKK und die BKK Diakonie. Daneben gibt es noch dutzende kleinere Betriebskrankenkassen. Unter anderem die BKK Pro Vita, die Nischen-Kasse für Veganer.

Die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung bringt einige Vorteile mit sich. Wer sehr viel verdient, kommt irgendwann in den Bereich der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit etwas über 64.000 Euro. Die 14,6% (plus Zusatz-Prozente) bleiben bei Gutverdienern bestehen. Aber ab einer gewissen Beitragshöhe findet eine Deckelung des Anstiegs statt. Das bedeutet: je mehr der Arbeitnehmer oberhalb der Bemessungsgrenze verdient, desto stärker sinkt der prozentuale Anteil aller Sozialversicherungen – in Relation zum Monatsbrutto.

Dieser Fakt spricht eindeutig für AOK und Konsorten. Allerdings muss man erst mal mehr als 5.000 Euro im Monat verdienen. Ein Facharbeiter oder wer nach Mindestlohn bezahlt wird, kann das nicht schaffen.

Ein weiterer Vorzug der gesetzlichen Krankenversicherer ist folgender: für Menschen in jungen Jahren klingt es verlockend, durch einen gesunden, halbwegs sportlichen Lebensstil und selten vorkommende Krankenbehandlungen bei einer privaten Krankenkasse einiges an Geld zu sparen. Denn die berechnet nur das, was tatsächlich geleistet wird.

Doch sobald ein Alleinstehender Kinder hat, sieht die Welt schon anders aus. Denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen freiwillig den Versicherungsschutz für die wachsende Familie. Ohne dass für Sohn und Tochter Zusatzkosten entstehen. Bei den Privaten muss man für Kinder extra zahlen.

Wie sieht es mit den Nachteilen der gesetzlichen Krankenkassen aus? Die regionalen AOKs, die Barmer, die TK und AXA sehen sich wie Autoversicherer als Solidar-Gemeinschaften. Menschen mit weniger „Schadensfällen“ finanzieren durch ihre Beiträge Leute mit vielen Schadensfällen mit. Junge Singles und junge Paare müssen also mehr bezahlen als sie eigentlich an Medikamenten- und Krankheitskosten verursachen. Warum soll ich für andere aufkommen, die womöglich ein Leben lang geraucht und fett gegessen haben, denkt sich so mancher junge Mensch.

Die Entscheidung für oder gegen eine der gesetzlichen Krankenkassen hängt nicht nur von der Beitragshöhe ab. Sondern auch davon, welche zusätzlichen Leistungen der Versicherte inklusive bekommt.

Was versteht man darunter? Das können Zuschüsse zur Bezahlung einer häuslichen Krankenpflegerin oder (bei Kindern) einer Haushaltshilfe sein. Oder das Versprechen, dass man beim Facharzt schneller einen Termin bekommt. Manche Krankenkassen gewähren unterschiedlich hohe Mehrleistungen in den Bereichen Osteopathie, Impfungen für den Urlaub in exotischen Länder, bei alternativen Behandlungsmethoden (Homöopathie) und bei professionellen Zahnreinigungen.

 

Als Single bei einer Privat-Krankenkasse versichert
Die Allianz AG bietet eine private Krankenversicherung an. Ferner die „Bayrische“, die ARAG, die Concordia, die Continentale, Debeka, der Deutsche Ring, Ergo Direkt, Hanse Merkur, die Nürnberger und die Württembergische. Um nur ein paar Namen zu nennen.

Warum sollte man sich bei einer Privatkasse krankenversichern? Wo liegen die Vorteile? Die PKV bietet ein größeres Leistungsspektrum als die gesetzliche. Wer z.B. im Krankenhaus ein Einzelzimmer haben oder vom Chefarzt untersucht bzw. operiert möchten werde, kann diese Sonderbehandlung nur über die private Versicherung erreichen.

Ein weiterer Vorteil speziell für Singles und junge Leute im heiratsfähigen Alter: Knochen, Zähne und Organe sind naturgemäß gesünder als bei Älteren. Sie treiben in der Freizeit meist viel Sport. Und sie werden seltener von Krankheiten heimgesucht. Für den Privatversicherer verursachen die Jungen statistisch weniger Unkosten. Deshalb müssen Studenten, Azubis und werktätige Singles bis zu einem gewissen Alter weniger in die Gesundheitskasse einbezahlen. Eine sehr verlockende Aussicht für den Unentschlossenen.

Kommen wir zu den Nachteilen der privaten Krankenkasse. Je älter jemand wird, desto mehr spricht die Statistik gegen ihn. Meist beginnt es mit kleineren orthopädischen Problemen. Einige Jahre später kommt der erste Bandscheibenvorfall. Und bei einsetzendem Alter die Zivilisations-Krankheiten Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkt und Krebs. Je mehr Behandlungen, Krankenhaus-Aufenthalte und Rehas eine Altersgruppe verursacht, desto höher liegen die von der privaten Krankenkasse festgelegten Beiträge pro Behandlung.

Von daher ist es günstiger, sich bereits in jungen Jahren einem Privatversicherer anzuschließen. Und sich zu überlegen, wie man irgendwann zwischen 30 und 40 zu einer dem nahenden Alter bekömmlicheren gesetzlichen Krankenkasse wie der AOK wechseln kann. Dieser Wechsel ist oft schwierig. Darüber sollte man rechtzeitig nachdenken.

Singles mit Kinderwunsch müssen beachten, dass der Nachwuchs bei einer Privat-Krankenversicherung nicht kostenlos mitversichert sind. Die Kids brauchen eine separate Police, die natürlich Kosten verursacht. Allerdings gibt es ein Hintertürchen: wenn einer der Lebenspartner einer gesetzlichen Versicherung angehört, sind die Kinder dort mitversichert.

 

Welcher Single-Typ bin ich?
Je nach Charakter des Menschen, ergeben sich verschiedene Optionen im Leben. Nicht nur was die Partnersuche, die Freizeitgestaltung und die Reisemöglichkeiten eines Singles angeht. Sondern auch bei der Wahl der geeigneten Krankenkasse.

Nehmen wir an, Sie sind ein sparsamer Typ. Immer darauf bedacht, das hart verdiente Geld mit Sinn und Verstand auszugeben. Dafür bieten gesetzliche Krankenversicherer wie die AOK, die Technikerkrankenkasse und viele weitere die Chance zu einer Teilrückvergütung bezahlter Beiträge.

Wer in den Genuss eines Bonus kommen möchte, muss einen gesundheitsfördernden Lebensstil pflegen. Er ist Nichtraucher, geht regelmäßig ins Fitnessstudio und lässt sich impfen. Er nimmt an einer Rückenschule, an einem Lauftreff und an Vorsorgeuntersuchungen teil. Damit können Singles pro Jahr einiges an Geld sparen.

Eine weitere Möglichkeit, die Krankenkasse-Gebühren zu drücken, besteht darin, Teile der Krankenkosten selbst zu tragen. Im Vertrag könnte festgelegt sein, dass man einige hundert Euro der entstehenden Kosten aus eigener Tasche bezahlt. Als Dankeschön gewährt die Krankenkasse mehr oder weniger reduzierte Versicherungsprämien.

Es gibt auch Tarifarten, in denen naturheilkundliche Behandlungen von der Kasse übernommen werden. Der Versicherte bezahlt einen festgelegten Aufpreis pro Monat. Dafür kriegt er die Kosten für Medikamente und für den Heilpraktiker erstattet. Dieses Tarifmodell rentiert sich für Singles, die häufig auf alternative, ganzheitliche und homöopathische Heilmethoden setzen.

 

Stiftung Warentest: Welche Krankenkasse ist die beste?
Der Leitwolf unter den deutschen Testern hat die Anbieter kürzlich unter die Lupe genommen. Diese wurden unter verschiedenen Gesichtspunkten wie Zusatzleistungen, Bonus-Programme, Kundenfreundlichkeit, Preis-/Leistungsverhältnis usw. untersucht.

In allen Tabellen zusammen genommen fällt auf, dass die Techniker Krankenkasse, die Hanseatische Krankenkasse und die AOK Baden-Württemberg immer wieder auf den Spitzenplätzen zu finden sind. In der Langzeit-Beobachtung über mehrere Jahre steht die DAK-Gesundheit auf Platz 3. Auch die HKK Handelskrankenkasse schneidet bei den Testergebnissen auffallend gut ab.

 

Kostenlose Krankenversicherung für Berufsanfänger und Studenten
Grundsätzlich sind junge Erwachsene bei den Eltern mit versichert (Familienversicherung) bis zum „Ende der ersten Ausbildung“. Spätestens jedoch bis zum Alter von 25 Jahren. Das Ende der ersten Ausbildung kann ein Lehre sein. Oder ein Master-Studium, welches sich direkt an den Bachelor anschließt. Bei der Frage, ob das Studium, das sich direkt an eine Berufsausbildung anschließt, auch dazu gehört, sollte man sich bei Krankenkassen erkundigen.

Voraussetzung für das beitragsfreie Mitversichern von Kindern ist, dass beide Elternteile bei einer gesetzlichen Krankenkasse sind. Oder dass der bei einer Gesetzlichen Versicherte ein höheres Einkommen hat als sein Partner in einer PKV.

 

Zusammenfassung: welche Krankenkassen-Strategie ist für Singles am besten?
Lohnt es sich, die Versicherung zu wechseln? Die Unterschiede innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherer sind fast zu vernachlässigen (siehe Vergleichsseiten wie Check24). Sie nehmen sich nicht viel. Ein entscheidendes Kriterium für ein Wechsel wäre vielleicht, wenn irgendwo in Wohnort-Nähe eine Niederlassung ist. So dass man schnell mal hin fahren kann.

Der Alleinstehende sollte es sich gut überlegen, bevor er mit einer privaten Krankenversicherung anbandelt. Dieser Flirt kann weitreichende Folgen haben. Denn gesetzliche Kassen wollen oft keine Leute mehr aufnehmen, die ihre gesündeste Zeit bereits hinter sich haben. Die Privaten stellen bei der Aufnahme gründlichere Untersuchungen an in Bezug auf vorhandene, besonders chronische Krankheiten. Risiko-Berufsgruppen werden oft zurückgewiesen.

Die Privat-Krankenkasse ist im Grunde genommen nur für junge, gesunde, finanzschwächere Menschen attraktiv. Weil sie dort für Ältere und Behandlungsbedürftigere nicht mitbezahlen müssen. Sie zahlen nur für sich selbst und sonst gar nichts. Für Singles bis 35 Jahre sind die Beiträge bei einer Privaten niedrig. Später werden die Leistungen immer teurer. Und eventuelle Kinder müssen extra versichert werden.

Auf lange Sicht ist die gesetzliche Krankenversicherung wohl der komfortablere Weg. Verträge mit AOK, TK, HUK, AXA und DAK können zwar nie so günstige Beitrage ausweisen wie bei den Privaten. Dafür ist das Risiko, bei einer Änderung der Lebenssituation in finanzielle Bedrängnis zu kommen, relativ gering. Man bezahlt als 50-Jähriger immer noch dieselbe Versicherungsprämie wie mit 20.

Vielleicht ist für viele Singles ein Kompromiss der goldene Weg: die gesetzliche Krankenkasse, gepaart mit individuellen Zusatzversicherungen auf Gebieten, wo man sich einen Nutzen erhofft. Das kann die Zahnzusatzversicherung sein (für Implantate), die Auslands-Krankenversicherung bzw. Reiseabbruch-Police für den Single-Urlaub oder die Krankenhaus-Zusatzversicherung.

 

An welche Absicherung sollte ein Single außerdem noch denken?
Für jüngere Leute ist es ratsam, eine Versicherung gegen Hausratsschäden, gegen Berufsunfähigkeit und eine Privathaftpflicht abzuschließen. Das Fehlen der beiden Letzteren kann im Härtefall zu einem Desaster führen. Wenn man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann oder einem anderen Menschen einen erheblichen gesundheitlichen Schaden zugefügt hat.