Allgemeines zur Partnersuche

Er will keinen Sex mehr: Scheidung?

Sex-Verweigerung ein Grund zur Trennung?

Dass die Lust des Mannes auf seine Frau mit der Zeit abnimmt, ist normal. Was aber, wenn irgendwann überhaupt kein Sex mehr stattfindet? Ist das gleich ein Grund zur Scheidung? Oder gibt es noch Möglichkeiten, die Partnerschaft zu retten oder sich zu arrangieren?

Wie denken deutsche Frauen über die sexlose Ehe? Ist die körperliche Liebe der alles entscheidende Faktor in einer Beziehung? Das sind die Fragestellungen dieses Artikels.

 

Gründe für den Sex-Entzug
Wenn man sich neu verliebt und in sexuellen Höhenflügen schwebt, glaubt man, diese Liebe und die starke Gier aufeinander könne niemals enden. Aber schon nach wenigen Monaten stellen sich Abnutzungserscheinungen ein.

Unser Gehirn ist nämlich so gepolt, dass es nur durch neue Eindrücke und Erfahrungen quicklebendig bleibt. Wer 5 Jahre verheiratet ist, weiß davon ein Lied zu singen. Nur lange Trennungszeiten (z.B. Fernbeziehung) halten das sexuelle Verlangen auf den Partner langfristig hoch.

Oft hat die männliche Unlust im Bett ihren Grund darin, weil es ihm langweilig vorkommt, seine Frau zu poppen. Zwar sind beide Eheleute im Alltag ein perfekt eingespieltes Team. Sobald sich die Schlafzimmertür von innen schließt, ist jedoch zappenduster. Dieser Tatbestand ist auch dann erfüllt, wenn sich die Partnerin mit den Jahren zu sehr gehen lässt. Und ihre Attraktivität verliert.

Das Fremdgehen des Mannes kann schuld daran sein, dass er im heimischen Bett den Sex verweigert. Er hat sich eine neue Partnerin zugelegt. Meist jünger, vor allem aber aufregender. An Scheidung denkt er dabei nicht. Er möchte die Kinder, die Familie und den gemeinsamen Freundeskreis nicht aufgeben.

Manchmal verbirgt sich hinter dem Sex-Entzug des Mannes ein medizinisches Problem. Er leidet unter Impotenz. Die erektile Dysfunktion kann viele Ursachen haben.

Vielleicht begehrt er den Körper seiner Frau gedanklich noch immer. Mit den Jahren ist jedoch sein Testosteron-Spiegel stark abgefallen. So dass der kleine Lümmel seinen Dienst immer weniger verrichtet.

Aus Angst, sich zu blamieren, täuscht er die sexuelle Unlust nur vor. Es ist ihm peinlich, dass sein bestes Stück nicht mehr seinen Mann stehen kann. In diesem Fall helfen weder Gespräche noch eine psychologische Behandlung. Beim Testosteronmangel muss man das Übel an der Wurzel packen. Und eine nicht ungefährliche Hormonbehandlung in Erwägung ziehen.

 

Ursachen der sexuellen Unlust aufarbeiten
Offene Gespräche können eine Lösung sein, wenn er nicht mehr will oder kann. Die Initiative dazu sollte von der Frau ausgehen. Versuchen Sie, in einer möglichst stressfreien Zeit herauszufinden, was er sich im Bett wünscht.

Was in den Anfangsjahren noch der große Ekstase-Renner war, lässt ihn bald kalt. Neue Sexpraktiken müssen her. Das müssen keine akrobatischen Stellungen sein. Es kommt nur darauf an, mehr Abwechslung beim Poppen zu schaffen.

Sollten Gespräche über den Mangel an sexuellem Verlangen zu nichts führen, besteht die Möglichkeit zur Paartherapie. Nicht selten wird sich dort herausstellen, dass er an einer handfesten Depression leidet. Dann ist er ein Fall für den Psychotherapeuten.

Falls alles umsonst ist, könnte eine Frau sich scheiden lassen. Wenn ihr das alles zu aufwändig vorkommt, kann es mit der Liebe eh nicht mehr weit her sein.

Sollte der Ehemann zu überhaupt nichts bereit sein, um die Liebe zu retten: dann wäre die Trennung eine mögliche Option. Zeigt es doch, dass das Verlangen der Frau nach Sex ihm zumindest nicht wichtig genug ist. Vielleicht sogar ganz egal.

 

Die platonische Ehe akzeptieren
Mein Mann will keinen Sex mehr von mir. Doch ich zweifele nicht an seiner Liebe. Ich habe mich damit arrangiert, dass er mich nicht mehr heiß begehrt. Kann man sich in ein platonisches Schicksal fügen, ohne gleich zum Seitenspringer zu werden?

In einer längeren Beziehung gibt es für viele Paare andere wichtige Dinge, die das Fehlen des erotischen Faktors annähernd oder ganz wett machen. Trotz nachlassender Begierde ist die emotionale Liebe noch vorhanden. Nach wie vor kann man herzhaft miteinander lachen. Die Familie ist nach wie vor ein wichtiges Bindeglied.

Für viele Frauen in dieser Situation ist der Gang zum Scheidungsanwalt überhaupt kein Thema. Nicht zuletzt auch aus Bequemlichkeit. Oder aus der Furcht heraus, das ganze Leben umkrempeln zu müssen.

So manche reife Lady jenseits der 45 hofft darauf, dass sich alles in Wohlgefallen auflöst. Dass in 5 Jahren auch bei ihr die sexuelle Glut erloschen ist. Dieses Aussitzen des Problems kann allerdings eine ziemliche Qual und eine Einschränkung der Lebensqualität bedeuten.

Zwar ist sie enttäuscht, dass er sie schon nach wenigen Ehejahren nicht mehr sexy fand. Dass er in heimlichen Momenten einer jungen Studentin nachschaut. Aber solange sein unterschwelliges Verlangen nach Fremdsex nicht in die Tat umgesetzt wird, können viele Partnerinnen sich damit abfinden, dass im Bett außer ein bisschen Kuscheln sexuelle Funkstille herrscht.

Ab und an blitzt der Gedanke an eine Scheidung zwar auf. Bei reiflicher Überlegung wird er aber wieder verworfen. Der besten Freundin geht es schließlich auch nicht anders. Auch sie möchte den Mann auf keinen Fall verlassen, nur weil er keine fleischliche Lust mehr hat.

 

Sex-Ersatz für die Frau:
in einer lustvollen Affäre

Der Verlust der erotischen Anziehungskraft kann dazu führen, dass sich der Mann oder auch die vernachlässigte Frau die Liebe woanders holen. Gelegenheiten zur ehelichen Untreue gibt es viele: im Kollegenkreis, nach einer Weihnachtsfeier, eine berufliche Weiterbildung, das Internet oder das Fitnessstudio.

Hat sie das Gefühl, dass er sie erotisch nicht mehr attraktiv genug findet, sucht sie nicht selten mehr oder weniger bewusst nach einem Ausgleich. Sogar viele Damen über 45 wollen es noch einmal wissen.

Bin ich schon so abgetakelt, dass auf der sexuellen Schiene gar nichts mehr läuft? Oder kann ich mit meinen erotischen Vorzügen wenigstens noch einen fremden Mann verrückt machen. Sogar viele jüngere Typen stehen auf reife Frauen, die in der Blüte ihrer Jahre stehen.

 

Scheidung als letzter Ausweg
Das verflixte 7. Jahr der Ehe ist vorbei. Er will einfach keinen Sex mehr. In ihr brennt nach wie vor das Feuer der Leidenschaft. Sie träumt von einer Zeit, als er nach Feierabend nach Hause kam. Und ihr sofort die an die Wäsche wollte.

Wie kann ein Mann sich nur so stark verändern? Macht es noch Sinn, bei ihm zu bleiben? Oder sollte man besser die Konsequenzen ziehen und ihn verlassen?

Soll sie ihre Lust unterdrücken, so tun als wenn alles in Ordnung wäre? Oder ist es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen und Ehe zu beenden? Irgendwann reift bei vielen Damen die Einsicht, dass man mit dem einst heiß geliebten Mann nur noch wertvolle Lebenszeit vergeudet.

Nicht nur, weil der Sex fehlt. Auch weil er auf geistiger Ebene in den zwanziger Jahren stehen geblieben ist. Dann gehen viele Frauen lieber den unbequemen Weg der Trennung. Vielleicht werden sich, wenn dieses unglückliche Kapitel abgeschlossen ist, als Single bald neue Perspektiven für die Partnersuche auftun.

Wer auf Dauer nicht auf Sex verzichten will oder kann, sollte über diese letzte Konsequenz ernsthaft nachdenken. Eine Scheidung kann letztlich für beide Ehepartner jenseits der 30 der beste Weg sein, seinem Leben eine glückliche Wendung zu geben.

Das Auseinandergehen bedeutet zwar kurzfristig viel Stress. Langfristig gesehen aber weit weniger als wenn man die sexuelle Befriedigung in einer oder einer ganze Reihe von Affären suchen würde. Oder sich ständig Hörner aufsetzen lässt.

 

Die Leidenschaft erhalten
Wie bringen sogar ältere Paare über 50 es fertig, sich ihre sexuelle Lust aufeinander auf lange Zeit zu bewahren? Eine Methode habe ich oben bereits genannt. Nichts törnt mehr ab als immer derselbe Ablauf beim Bumsen.

Bringen Sie Bewegung ins Liebesspiel. Suchen Sie nach inspirierenden Ideen, wie Sie den Gatten scharf machen können. Ein Erfahrungsaustausch unter Freundinnen kann absolut hilfreich sein.

Auch die persönliche Einstellung kann dazu beitragen, dass der Geschlechtsakt nicht zu einer lustlosen gymnastischen Übung verkümmert. Viele Medien zelebrieren den Sex als etwas Urgewaltiges. Das Poppen endet mit einem Urknall, der Himmel und Erde erschüttert. Wer sich von solchen Vorstellungen leiten lässt, muss sich nicht wundern, dass die Realität extrem fad wirkt.

Der Sex ist nicht dazu gedacht, jede Nacht neue Weltrekorde aufzustellen. Selbst ein mittelmäßig guter Orgasmus kann für Mann und Frau zum göttlichen Erlebnis werden. Das Eins werden mit dem Partner, auch ohne lautes Gestöhne, gehört für viele Menschen immer noch zu den schönsten Erlebnissen der Liebe.

Wenn wir unsere irreale Sichtweise verändern, uns von irrwitzigen Normen verabschieden und auf die persönlichen Bedürfnisse des Ehepartners zu gehen: dann kann die Lust aufeinander bis zur Silbernen Hochzeit erhalten bleiben.

Leicht gesagt, schwer zu realisieren. Vielleicht sollten Sie mit Ihrem Mann dieses Thema mal ansprechen. Wenn seine Erwartungshaltung an den Sex noch nicht durchs Anschauen von Pornos oder Sex mit jungen Frauen im Bordell völlig verdorben ist, könnte eine solche Strategie erfolgreich sein. Letztlich bestimmt ab einem gewissen Alter nicht die Häufigkeit, sondern die Qualität der Erotik über die Zufriedenheit beider Partner.

 

Scheidung ja oder nein?
Frauen-Meinungen zur Sex-Verweigerung
Wie lange geht es gut, wenn ein Mann seine Frau im Bett sträflich vernachlässigt? Ich habe mich in Online-Foren umgesehen. Dort herrschen recht unterschiedliche Meinungen.

Standpunkt 1: die Ehe ohne Sex kann funktionieren
Wir sind beide um die 45. Schon seit 15 Jahren leben wir zufrieden ohne Sex. Wir lieben uns und wie am ersten Tag. Leidenschaftliche Nächte vermissen wir beide nicht.

Eine Frau äußerst sich kritisch zum Thema Scheidung aus Sex-Mangel. Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, nach der Aufgabe einer Partnerschaft sei es einfach, eine erotische Beziehung auf einem gewissen Niveau zu finden. Ihrer Meinung nach sind Singles bemitleidenswerte Geschöpfe – mit viel mehr sexloser Zeit als es bei den meisten Paaren der Fall ist.

Eine Frau mit einer Affäre plus mit echten Liebesgefühlen zu ihrem Mann leidet darunter, dass die Ehe ohne Sex scheinbar doch funktioniert. Für den Fremdgänger und für seine Frau ist das Fremdgehen kein Grund zur Scheidung. Der Typ hat es sich gemütlich eingerichtet. Eine Lady fürs Bett, die andere für den Alltag.

Eine andere gibt den Ehefrauen die Schuld am nachlassenden Verlangen des Partners. Weil viele von ihnen nach der Heirat oder der nach der ersten Schwangerschaft angeblich andere Prioritäten setzen. Und immer weniger bereit seien zum Sex. Dermaßen zurückgewiesen Männer seien empfänglich zum Wildern in fremden Revieren.

Eine Forum-Userin fordert eine gewisse Rücksichtnahme beider Ehegatten ein. Im Verlauf einer Beziehung könne es immer wieder zu kritischen Zeiten kommen, in denen es schwierig wird mit dem Liebesleben. Wenn einer von beiden krank wird, bei beruflichen Veränderungen, in der Babypause oder in der Midlife-Krise.

Verweigert der Mann ohne solch gravierenden Gründe – aus reinem Desinteresse – den Sex, sieht die Sache anders aus. Dann wäre auch für sie die Scheidung nicht mehr ausgeschlossen.

Moralische Werte pflegt eine Frau mit folgender Einstellung. Vor dem Traualtar habe man geschworen, in guten wie in schlechten Zeiten zusammen zu stehen. Wer seinen Mann verlässt, der unter Krebs, Herzschwäche oder Erektionsstörungen leidet, handele aus höchst egoistischen Motiven.

 

Standpunkt 2: Beziehung ohne Sex geht gar nicht
Er wollte schon lang nicht mehr mit mir schlafen. Das ist der KO für jede Ehe. Zum Glück habe ich einen fantastischen Liebhaber kennengelernt. Die Scheidung ist eingereicht. Ein Leben ohne Sex ist für mich undenkbar.

Wie lange kann Sex-Verzicht gut gehen? Eine dumme Frage, meint die Forum-Schreiberin. Überhaupt nicht! Egal ob er ein Waschlappen ist oder aus sonstigen Gründen nicht mehr mit mir poppen kann oder will.

Eine andere sagt: ein Eheleben wie Bruder und Schwester in einer WG kann nicht angehen. Dafür braucht man nicht zu heiraten. Dann würde ich lieber wieder Single sein. Um zu lieben und zu leben wie es mir passt. Auch Kinder kriegt man heute ohne Partner und ohne Trauschein.

Maximal 2 Jahre lang könnte ich ohne Sex leben. Von da an wird man die Lust woanders befriedigen lassen. Weibliche Masturbation ist ein schlechter Witz.

Eine andere Verheiratete meint: regelmäßiges Vögeln ist für mich so existenziell wie Wasser und Brot. Wenn er nicht mehr scharf auf mich wäre, würde ich mich sofort von ihm trennen.

Wenn ich mit meinem Mann nur einmal pro Monat Sex hätte, wäre das vollkommen inakzeptabel. Seltener, lustloser Sex aus reinem Pflichtgefühl wäre für mich ein Scheidungsgrund. Leider sagt die Autorin dieses Kommentars nicht, wie alt oder jung sie ist. Dass eine 25-Jährige damit nicht zufrieden sein kann, dürfte klar sein.

Und noch eine Meinung: Leidenschaft ist für mich extrem wichtig in einer Beziehung. Länger als 3 Monate Sex-Entzug würde ich allenfalls dann akzeptieren, wenn mein Mann krank würde.

 

Fazit: Wie denken Frauen?
Eine mehrjährige Studie aus den USA will festgestellt haben: es ist nicht der Sex, was ein Paar langfristig zusammen hält. In den meisten längeren Beziehungen finden wilde Liebesspiele mehr in Gedanken statt als in der Realität. Solange die Lust der Eheleute auf Kuscheln und Zärtlichkeit noch nicht gänzlich abgestorben ist, ist ein Zusammenleben weiterhin gut möglich.

Die Foren-Meinungen, die ich gelesen habe, waren ungefähr fifty zu fifty. Dabei spielt das Alter sicher eine entscheidende Rolle. In jungen Jahren bedeutet es für viele einen unzumutbaren Abstrich bei den erotischen Ansprüchen, auf Sex komplett zu verzichten.

Das Problem mit der Scheidung wird vor allem dann relevant, wenn beide ein stark unterschiedliches Verlangen nach Sex haben. Nimmt die Lust auf Poppen hingegen im Gleichschritt ab, ist alles in Ordnung.

In einer auf lange Zeit gewachsenen Partnerschaft, die immer noch viele Glücksmomente bereit hält, ist es wahrscheinlicher, dass sich eine Frau – trotz fehlender erotischer Wertschätzung – für den Fortbehalt der Ehe entscheidet.

Dann ist doch alles gut. Wenn er nicht mehr mit ihr schlafen will, dann küsst oder umarmt er sie eben. Bedenklich ist die Tatsache, dass immer mehr Frauen im Midlife-Alter mit Sex-Entzug überhaupt nicht klar kommen. Vor wenigen Jahrzehnten galt sie mit 40 schon als alternd. Heute sind selbst 50-Jährige noch vital, voller Lust aufs Leben und auf Sex.