Tipps für Partnervermittlungen

Dein gutes Recht bei Online-Kontaktbörsen

Schutz gegen Abzocke beim Online-Dating

Bei der Suche nach der großen Liebe auf Online-Kontaktbörsen sollten Singles ihre Rechte kennen. Denn immer wieder versuchen Portale, mit dubiosen Methoden diese Rechte zu umgehen oder außer Kraft zu setzen.

Ich möchte Ihnen in diesem Artikel eine Hilfestellung geben gegen Vertragsfallen. Damit Sie möglichst kostengünstig einen Partner suchen können. Und sich nicht über den Tisch ziehen lassen.

Hier die wichtigsten Fakten, wie man sich gegen Abzocke durch Singlebörsen und Partnervermittlungen schützen kann.

 

Betrügerische Masche mit der Probe-Mitgliedschaft
Einige Online-Kontaktbörsen und Erotik-Portale bieten eine kurze, billige Test-Mitgliedschaft an. Zum Beispiel über eine Probezeit von 2 Wochen. Mit einem geringen Beitrag von 2 Euro versuchen sie, neue Kunden anzulocken. Das klingt für den Nutzer so als wenn das Probe-Abo automatisch enden würde. Meistens ist dies aber nicht der Fall.

Wird diese kurze Mitgliedschaft nicht gekündigt, dann geht sie über in einen ganz normalen Vertrag über 3 oder 6 Monate. Laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Kontaktbörse ist das rechtens. In meinen Augen ist es eine Vertragsfalle.

Einige Portale sind so raffiniert, auch hier eine Kündigungszeit zur Bedingung zu machen. Man muss praktisch gleich am ersten oder zweiten Tag die Test-Mitgliedschaft wieder kündigen, sonst hat man verloren. Denn die Kündigungsfrist beträgt 11 oder 12 Tage. Ganz schön clever!

Im Prinzip ist diese Gepflogenheit sogar erlaubt. Allerdings müsste der Internet-Nutzer klar genug auf diese Tatsache hingewiesen werden. In den AGB einer Kontaktbörse oder Seitensprungseite muss das klipp und klar zu lesen sein. Und zwar sehr deutlich – nicht irgendwo versteckt in der letzten Ecke. 

Ist das nicht der Fall, dann können Sie Ihre 50 oder 100 Euro über die Bank zurückholen. Schreiben Sie dabei auch einen Postbrief (Einschreiben) an die Partnervermittlung. In dem Sie Ihre Gründe für die Rückbuchung klar darlegen.

Einige unseriöse Kontaktportale vertuschen die automatische Verlängerung der Probe-Mitgliedschaft so gut es geht. Das ist arglistige Täuschung, widerspricht eindeutig deutschem Recht. Vorbildlich wäre es eigentlich, wenn das Singlebörsen-Mitglied darauf hingewiesen würde: heute ist für dich die letzte Gelegenheit, das Test-Abo zu kündigen.

Manche Portale versuchen ihre User auf andere Weise auszutricksen. Sie haben angeblich gar keine Kündigung der Test-Mitgliedschaft bekommen, heißt es da. Singles, die diese Falle umgehen wollen, sollten sich die Stornierung per Mail bestätigen lassen. Und gleichzeitig die Kündigungsmail mit Datum aufbewahren – als gültigen Beweis. Eine telefonische Kündigung ist rechtlich sowieso nicht gültig.

 

Hier gibt es weitere News
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Widerrufsrecht bei Verträgen mit Online-Kontaktbörsen
Laut Gesetz hat jeder Bürger das Recht, einen Vertrag binnen 14 Tagen rückgängig zu machen. Das gilt für Versicherungen, Online-Verträge, für die meisten Kaufverträge und auch für ein Abo bei einer Partnerbörse. Durchtriebene Dating-Portale versuchen, dieses Recht auszuhöhlen.

Wer sich bei einer Online-Partnervermittlung anmeldet und etliche Fragen beantwortet, bekommt im Anschluss eine Analyse seiner Persönlichkeit. ElitePartner und Parship haben den Versuch unternommen, bei Inanspruchnahme des Widerrufsrechts für diese Dienstleistung Beiträge einzubehalten. Denn so stand es in den AGB des Vermittlers.

Verschiedene Leute haben vor Gericht dagegen geklagt und Recht bekommen. Ein Grundsatzurteil wurde gefällt, das solche Machenschaften der Online-Kontaktbörsen unterbindet.

Ein weiterer Trick, gegen den sich Singles wehren sollten: manche Dating-Portale verwehren einfach das Widerrufsrecht. Mit der Begründung: Sie haben in den ersten 2 Wochen der Mitgliedschaft Profile gelesen, Nachrichten geschrieben und empfangen.

Sie haben unsere Leistungen beansprucht. Also gilt das Widerrufsrecht für Sie nur noch bedingt. Parship und ElitePartner versuchten, von einem Kunden einen Großteil der Abo-Kosten einzubehalten.

Das ist kompletter Nonsense! Widerruf ist Widerruf. Damit kommen die Partnervermittlungen nicht durch. Wenn Sie, liebe Leser, in diese Situation kommen: dann schreiben Sie einen formgerechten Widerruf. Mit Unterschrift und als Einschreiben.

Sollte die Partnerbörse versuchen, Widerstand zu leisten: dann drohen Sie ruhig mit dem Anwalt. Die Schlawiner wissen sehr wohl, dass sie im Unrecht sind und werden die Sache fallen lassen. Der User holt sich sein Geld über die Bank zurück. Und er löscht die Einzugsermächtigung.

 

Automatische Vertrags-Verlängerung rechtens
So gut wie alle deutschen Online-Partnervermittlungen schreiben in den AGB ganz deutlich: Ihre Mitgliedschaft verlängert sich, wenn Sie nicht innerhalb einer bestimmten Frist kündigen. Das ist eine klare Ansage.

Sie haben bei eDarling, LoveScout oder Bildkontakte für 6 Monate gebucht. Sie versäumen es, die Mitgliedschaft frühzeitig und rechtsgültig zu kündigen. Dann verlängert sich der Vertrag um weitere 6 Monate. Das ist Usus bei den meisten. Dagegen kommen Sie nicht an.

 

Vorzeitige Kündigung bei Online-Kontaktbörsen
Mehr als 2 Wochen nach Beginn des Vertrages. Die Widerrufszeit ist vorbei. Mancher Single denkt vielleicht: ich habe jetzt keine Lust mehr auf Partnersuche im Internet. Ich kündige einfach schon 4 oder 6 Wochen nach Beginn der Laufzeit.

Eine fristlose bzw. vorzeitige Kündigung durch den User ist nicht rechtens bzw. vergeblich. Wer bestellt, muss zahlen für das, was er geordert hat. Das ist nun einmal die volle Laufzeit von 1, 3, 6 oder 12 Monaten.

 

Kündigung von Verträgen
Nehmen wir an, Sie haben die Kündigungsfrist eingehalten. Sie wollen den Vertrag mit einer Dating-Börse beenden. Sie schreiben eine Mail, die alles enthält, was nötig ist. Sie hören nichts weiter vom Betreiber. Sie denken, alles ist in bester Ordnung.

Dann plötzlich wird wieder Geld vom Bankkonto eingezogen. Die Partnerbörse begründet dies so: Sie haben nicht den richtigen Weg eingehalten. Bei uns ist nur eine postalische Kündigung möglich. Nicht aber per E-Mail.

Muss man sich diese Trickserei gefallen lassen? Wie sieht die Rechtsprechung der Landgerichte aus? Der Gesetzgeber sagt: ein Vertrag, der über das Internet geschlossen wurde, muss auch online über eine Mail gekündigt werden können. Die Dating-Seite hat nicht das Recht, auf einer Kündigung per Post oder Fax zu bestehen.

 

Mangelhafte Leistung, kein Geld
Sie wollen zum Beispiel bei Parship einen Lebenspartner finden mit bestimmten Eigenschaften. Er soll sportlich sein, freundlich, kinderlieb und gebildet. Wenn bei Ihren Partnervorschlägen immer wieder Singles erscheinen, die in krassem Gegensatz zu diesen Vorgaben stehen, können Sie auf eine Teilrückzahlung bestehen.

Sie haben das Recht, einen Teilbetrag zurückzufordern (notfalls über den Anwalt), wenn die Partnervermittlung die versprochene Qualität einer Leistung nicht erbringt.

 

Sonstige Ungereimtheiten bei Online-Kontaktbörsen
Bei vielen Singlebörsen oder Partnervermittlungen müssen Männer für eine Mitgliedschaft Geld zahlen. Während Frauen kostenlos suchen dürfen. Diese Bestimmung ist laut Gesetzgeber okay. Nichts zu machen, die Herren!

Nehmen wir an: die Vertragszeit nähert sich dem Ende. Plötzlich erhalten Sie viel mehr Kontaktanfragen als vorher. Wie kann das sein?

Die Kontaktbörsen schicken Ihnen gefälschte Nachrichten. Entweder um eine versprochene Kontaktgarantie einzuhalten. Oder mit der Absicht, dass Sie nun gute Chancen sehen, den heiß ersehnten Traumpartner zu finden. Und von einer Kündigung Abstand nehmen.

Dieses Spiel ist leicht zu durchschauen. Lassen Sie sich von solchen Fake-News bitte nicht blenden! Sondern kündigen Sie, wenn Sie zuvor nur eine spärliche Resonanz von anderen Singles erhalten haben.

 

Fazit zu Dating-Betrügereien
Es kostet zwar Zeit, aber es lohnt sich, schon bei einer kostenlosen Registrierung die AGBs der Partnerbörse zu studieren. Dabei fallen Ihnen schon gleich suspekte Passagen auf.

Es lohnt sich ebenfalls, sich Vergleichsseiten über Datingportale anzusehen. Die Tester geben Auskunft darüber, wen sie als seriös oder als schwarzes Schaf identifiziert haben.

Sie können im Internet auch recherchieren über Erfahrungen, die andere Singles mit einer Seite gemacht haben. Wobei diese Meinungen unter Vorbehalt zu sehen sind. Es gibt kein Themenbereich auf dieser Welt, über den sich nicht irgendjemand negativ äußert.

Nur wenn sehr viele User sich beschweren: dann können Sie davon ausgehen, dass es bei dieser Online-Kontaktbörse nicht mit rechten Dingen zugeht. Positive Bewertungen und Kommentare können hingegen von einer Kontaktbörse selbst stammen.