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Apps gegen Rassismus

Kampf gegen Rassismus, Fremdenhetze und Nazis

Diverse Dating-Apps laufen in letzter Zeit Sturm gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Das kommt nicht von ungefähr. Denn scheinbar lässt das Schamgefühl vieler User arg zu wünschen übrig. Sie verunglimpfen Andersdenkende und dunkelhäutige Mitbürger durch Spott-Kommentare, Fremdenhass und grobe Beleidigungen – sogar unter Androhung von Gewalt.

In den AGB von Parship steht geschrieben, dass rassistisches Verhalten, die Verherrlichung von Gewalt und Intoleranz unerwünscht sind. Dabei geht es bei dieser Partnervermittlung noch viel niveauvoller und sittsamer zu als bei gewissen Apps. Bei Tinder z.B. stehen sexistische Anmachen von Frauen, Stalking und erniedrigende Bemerkungen über die Hautfarbe von Flüchtlingen und anderen dunkelhäutigen Mitbürgern auf der Tagesordnung.

Bei der Dating App Grindr gehen schwule Männer und Transen auf die Suche nach einem Lebensgefährten. In den Profilen dieses Portals wurden schon immer bestimmte Volksgruppen als Wunschpartner ausgeschossen. Nach massiver Kritik setzen die Moderatoren von Grindr dem nun einen Riegel vor. Rassismus, Intoleranz und das Cyber-Mobbing gegen afrikanische und afro-amerikanische Männer wird von der Schwulen-App nicht länger geduldet.

Bei Instagram hat Grindr jüngst verkündet: in den Auswahlkriterien werden die Begriffe „Afrikaner „und „Asiate“ gestrichen. Die Diskriminierung anderer Ethnien, von Homosexuellen, Farbigen, Schwulen und Bisexuellen soll bei Grindr endgültig der Vergangenheit angehören.

Damit passt sich die Dating-App dem modernen Zeitgeist an. Heutzutage spricht sich der überwiegende Teil der Bevölkerung in zivilisierten Staaten gegen Homophobie, gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und gegen erniedrigende rechtsradiale Hetze aus.

In das gleiche Horn stößt die Dating-App Bumble. Dort sind vorrangig homosexuelle Frauen auf Partnersuche. Bei dieser Plattform werden Hassreden gegen farbige Lesben unterbunden. Wer sich gegenüber lesbisch orientierten Afrikanerinnen, Latinas, Filipinas und Türkinnen abfällig und diskriminierend verhält, verstößt gegen den neu formulierten Verhaltenskodex von Bumble.

Auch die fast von Jedermann genutzte WhatsApp ist im Zusammenhang mit Rassismus ins Gerede gekommen. In den letzten Jahren mehren sich die Zeichen, dass die deutsche Polizei von Nazis und Volksverhetzern unterwandert ist. So wurden in den Fernseh-Nachrichten mehrere Fälle gezeigt, in denen gestandene Polizisten bzw. Polizeischüler in den Verdacht gerieten, bei WhatsApp ihr Unwesen gegen Asylanten zu treiben.

In Berlin wurde eine Chat-Gruppe aufgedeckt, die nationalsozialistisches Gedankengut wohlwollend diskutierte. Dabei wurde der Völkermord der Juden und die Verbrechen des Hitler-Staates geleugnet. Damit stellen sich die rechtsradikalen Polizisten außerhalb der demokratischen Grundordnung. Gegen sie wurde ein Gerichtsverfahren eingeleitet.

Außerdem wurde den Berliner Polizisten nachgewiesen, dass sie sich infam und menschenverachtend über Einwanderer aus Nahost und Nordafrika geäußert haben. Nach dem Motto: nur ein toter Flüchtling ist ein guter Flüchtling. Jeden Tag sollte ein Muslime dran glauben. Dann werden Kanzlerin Merkel und das „antideutsche grüne Pack“ schon sehen, was sie von ihrer Flüchtlingspolitik haben. So steht es sinngemäß in einigen Chat-Protokollen.

Laut Gesetz genügt es nicht, wenn ein Polizist bei einer App solche Äußerungen und Aufforderungen zur Gewalt unbeteiligt liest und verdaut. Er hat einzugreifen, dazu Stellung zu beziehen und rassistische Hetzereien zur Anzeige zu bringen. Tut er das nicht, verstößt er gegen den Eid, den er als Beamter auf die deutsche Verfassung geschworen hat. Mehrfach wurde der Polizei in den letzten Monaten vorgeworfen, sie habe ein strukturelles Problem, eine neofaschistische Rechts-Lastigkeit.

Wegen Rassismus wurden auch hessische Polizisten angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, sich in einer WhatsApp-Gruppe abfällig über muslimische Frauen und Männer geäußert zu haben. Bei den Verdächtigen wurden illegale Schusswaffen aus der NS-Zeit, Hakenkreuz-Fahnen sowie Nazi-Uniformen und SS-Abzeichen gefunden. Eine so eindeutig rechtsradikale Gesinnung entspricht nicht der Vorbildfunktion, welche der Polizei-Apparat auszufüllen gedenkt.

Auffallend ist immer wieder, dass es sich bei den unter Rassismus-Verdacht Stehenden nicht um Kripo-Beamte und Bürohengste handelt. Sondern um Streifenpolizisten, die Schicht um Schicht unmittelbar mit Verbrechern, Steinewerfern, ausländerfeindlichen und -freundlichen Demos, mit Vergewaltigern und Schlägern zu tun haben. Das ist aber keine Entschuldigung für rassistisches Verhalten: weder im Chat von WhatsApp noch im Polizeidienst selbst.

Im Kampf gegen Rassismus und rechte Parolen im Netz hat sich in der deutschen Hauptstadt eine Smartphone-App gebildet, die sich „Berlin gegen Nazis“ nennt. Auf dieser App werden Videos eingeblendet, welche von ausländerfeindlichen, rechtsgerichteten Demonstrationen berichten. Dabei wird auch zu Gegendemonstrationen demokratischer Kräfte aufgerufen. Um ausländische Mitbürger und Flüchtlinge aus aller Welt in die Aktionen zu integrieren, steht die App „Berlin gegen Nazis“ auch in englischer und türkischer Sprache zur Verfügung.