Allgemeines zur Partnersuche

Angst, eine enge Beziehung einzugehen

Ur-Ängste vor fester Partnerschaft

Angst vor der Liebe? Viele Singles gehen einer engen Beziehung unbewusst aus dem Weg. Wo liegen die Ursachen der Angst? Wie kann man sie überwinden?

 

Beziehungsangst als Liebestöter
Mit dem Partner gute Zeiten, schlechte Zeiten überstehen. Jahrhunderte lang wurde war das Partnerschafts-Modell nicht in Frage gestellt. Erst seit wenigen Jahren ist das Wort „Beziehungsangst“ in die öffentliche Diskussion gerückt. Doch was steckt dahinter, wenn jemand Furcht hat vor einer engen Bindung?

Beziehungsangst können wir oft gleichsetzen mit Verlustangst. Einerseits haben Menschen das Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit. Zeitgleich aber auch die Befürchtung, einen heiß geliebten Partner zu verlieren.

Um dieser Katastrophe aus dem Weg zu gehen, kapseln sich die Menschen ab. Gehen auf Distanz zum Partner. Oder gehen erst gar keine enge Beziehung ein.

Dieser Artikel beschäftigt sich mit folgenden Themen:

  • dem Erscheinungsbild,
  • den Ursachen
  • und mit der Überwindung

eines Phänomens, das in unserer Zeit scheinbar immer mehr Leute in die Isolation treibt.

 

Leiden Singles unter Beziehungsangst?
Es gibt in der Tat Anzeichen dafür, dass ein gewisser Teil der Singles in Deutschland und Westeuropa sich nicht trauen, eine enge Beziehung einzugehen. Allerdings ist das Spekulation.

Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die große Anzahl der allein Lebenden nur einem erhöhten Freiheits- und Unabhängigkeits-Verlangen geschuldet ist. Oder aber doch der Angst vor einer festen Beziehung. Oder ob beides eine wichtige Rolle spielt.

Selbst Singles mit Beziehungsangst verlieben sich. Sehr gern sogar. In den ersten Wochen erleben sie die Liebe genauso wie andere Leute. Doch nach einiger Zeit schleichen sich Zweifel und sogar Ängste ein.

Man will das Wochenende öfters mal allein verbringen. Ein gemeinsam geplanter Urlaub wird storniert. Immer mehr wird der Partner als Bedrohung oder nerviges Anhängsel wahrgenommen. Am Ende bleibt nur die Trennung. Dann endlich ist der ängstliche Single wieder frei.

 

6 Anzeichen, dass ein Alleinstehender unter Bindungsangst leiden könnte
Vieles davon kann man aus den Äußerungen von Singles deutlich heraushören. So kommt es, dass so manche 25 oder 30-Jährige noch nie einen festen Partner hatten.

1.
Beziehungen dauern nur kurze Zeit an. Bei der kleinsten Unstimmigkeit wird der Partner abgeschoben.

2.
Moderne Singles suchen nach dem idealen Traumpartner. Er muss sportlich sein, charmant, sexy, attraktiv. Er sollte intelligent sein, unternehmungslustig, erfolgreich im Beruf. Womöglich wissen die Singles auf Partnersuche sogar tief drinnen, dass es diesen Märchentyp gar nicht geben kann. Also bleibt ihnen eine enge Bindung auf niedrigem Level erspart.

3.
Viele Singles behaupten felsenfest: solo zu leben ist super-oberaffen-geil. Vielen gelingt es, die drohende Einsamkeit mit wilden Partys, mit Urlaubs-Gruppenreisen und einem großen Freundeskreis zu kaschieren.

Sex kann man überall haben. Wozu sollte man sich unnötigerweise eine stressige Partnerschaft aufhalsen? Bei der man dann auf so viele schöne Dinge verzichten muss. Durch die man so vieles versäumen wird.

4.
Nicht selten geht ein Alleinstehender eine Beziehung mit einem Verheirateten ein. Von vornherein steht fest: es ist nur eine Liebe auf Zeit. Bald wird man wieder Single sein.

5.
Junge Leute haben Angst, in der Partnerschaft zu viel Unabhängigkeit zu verlieren. Wenn der erste Liebesrausch vorbei ist, suchen sie nach Vorwänden, um das Ganze zu beenden. Es wird bewusst nach Schwächen des Partners gesucht.

6.
Hollywood-Filme spielen uns das alte Lied von der perfekten, ewigen Liebe vor. Wir sind verwöhnt. Kein Partner ist gut genug. Angeblich sind sie alle zu spießig, zu langweilig, zu fad.

Gott sei Dank muss man sich nicht sofort fest binden. Sondern wartet, bis ein Traumprinz/Prinzessin auf dem weißen Pferd vorbei kommt. Doch wie realistisch ist das?

 

Hier gibt es weitere Infos
zu Partnersuche und Beziehungen

 

Anzeichen für Beziehungsangst im Detail
Wie kann ein Mensch erkennen, dass er unter diesem Problem leidet? Dass die Ursache für sein Alleinsein nicht seine Freiheitsliebe ist. Auch nicht,  dass es zu wenige gute Traumfrauen und Traummänner gibt. Sondern dass der Grund für sein Solo-Dasein in seiner Seele zu finden ist.

Häufiger Partner- und Bettenwechsel
Heute hier, morgen da. Dass man sich als Single immer wieder mal ein Sexabenteuer mit einem anderen Partner gönnt: das ist verständlich. Warum sollte man die Vorzüge des Singlelebens nicht voll auskosten. Man ist nur einmal jung.

Das Wandern vom einem zum anderen Sexpartner beschränkt sich allerdings nicht nur auf kurze One-Night-Stands. Viel häufiger als früher werden feste Partner ausgetauscht.

Nichts Besonderes für unsere schnelllebige, konsumfreudige Zeit, werden die einen sagen. Aber bei genauem Hinsehen lässt sich feststellen: nicht alle Menschen sind dabei so glücklich, wie man meinen könnte.

Ein Teil von diesen Singles verlässt den Partner nicht deswegen, weil die Nase nicht mehr gefällt. Sondern weil sie Angst haben, sich 100-prozentig auf einen Menschen einzulassen.

Die bedauernswerten Typen leben in ständiger Furcht, den Ansprüchen des Partners nicht zu genügen. Sie haben erfahren, was es heißt, allein gelassen zu werden. Bevor das wieder passiert, werden sie lieber aktiv. Und verlassen den eigentlich geliebten Menschen.

Das Tragische bei häufigem Partnerwechsel: Die Singles berauben sich jeder Möglichkeit, herauszufinden, was eine Langzeitliebe wirklich bedeutet. Durch den frühzeitigen Absprung verpassen sie die Chance, die positiven Aspekte einer dauerhaften Beziehung kennenzulernen.

Wie in einem Pony-Karussell drehen sie sich immer weiter um die eigene Achse. Es gibt kein Zurück, es geht immer nur vorwärts. Fatalerweise sind Singles mit Beziehungsängsten ständig auf der Flucht vor dem, was sie doch eigentlich suchen. Es ist nicht einfach, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Mehr zu diesem Thema: weiter unten.

Sich unbewusst immer wieder in hoffnungslose Fälle verlieben
Das ist kein Zufall. Man sucht sich – ohne es zu ahnen – solche Leute aus, wo die Chancen auf eine dauerhafte Partnerschaft minimal sind.

Singles haben heute die Chance, online auf Partnersuche zu gehen. Dort gibt es ein riesiges Angebot an Leuten, die wirklich oder angeblich eine neue Liebe suchen. Wer bei solchen Partnerbörsen eine Zeit lang aktiv ist, bildet sich bald ein, er könne auch die attraktivsten Männer oder Frauen bezirzen.

Das kann aber nicht funktionieren. Denn diese Leute sind sehr gefragt. Nicht jeder kriegt einen Traumprinzen ab. Ob bewusst oder unbewusst: Ein Großteil der Singles will nur den perfekten Traumpartner haben. Wenn das nicht funktioniert, bleiben sie lieber allein.

In manchen Gehirnzellen steht geschrieben: eine enge Beziehung möchte ich nicht haben. Wohl aber Sex. So lassen sich nicht wenige Singles auf eine Liebesaffäre mit einem verheirateten Mann/Frau ein. Wo doch ein Sextreffen mit anderen Alleinstehenden einfacher sein könnte. Aber nein: es muss ein Gebundener sein.

Dass nur wenige Eheleute gewillt sind, sich scheiden zu lassen, dürfte klar sein. Das wissen auch Singles mit Beziehungsangst. Daraus kann nie etwas Festes werden. Man kann sich jederzeit aus dieser Affäre befreien. Wie komfortabel!

In die gleiche Richtung gehen Fernbeziehungen. Auch hier ist die Überlebenschance der Liebe minimal. Wenn ich mir als Münchener einen Berliner aussuche, kann ich mir und meiner Familie zwar vormachen, auf Partnersuche zu sein. Obwohl beide nie und nimmer zusammen wohnen werden.

Manche Leute mit Beziehungsangst bringen es fertig, sich in solche Menschen zu vernarren, die ganz klar gar keinen Partner haben wollen. Der kleine Angstteufel im Hinterkopf sagt mir: Solange ich mich in diesen Menschen festbeiße, brauche ich wenigstens keine ernsthafte Bindung zu fürchten. Eine Art Alibi also. Leute, die mich haben wollen, finde ich sowieso stink-langweilig.

Schnell Schluss machen
Frisch verliebt, Schmetterlinge im Bauch, geiler Sex. Menschen mit Beziehungsangst suchen und finden diese einzigartigen Gefühle. Alles ist so wunderbar.

Doch schon nach 3 Monaten wird die neue Liebe lästig. Es ist ganz normal, dass man mit der Zeit beim Partner kleine Macken entdeckt. Am Anfang werden die durch die rosarote Brille noch ausgeblendet. Wer wirklich liebt, wird mit diesen Mankos zurechtkommen. Denn schließlich haben wir doch alle unsere kleinen Schwächen.

Menschen mit Beziehungsangst suchen jetzt aber sehr gezielt nach Dingen, die am Partner „unerträglich“ sind. Diese Macken bieten eine willkommene Ursache, die beengende Partnerschaft zu beenden. Und dem verhassten Liebeskummer vorzubeugen.

Der eigentliche Grund für dieses Vorgehen sind nicht die Macken des Partners. Sondern man befürchtet, auf Dauer nicht gut genug zu sein. Dass der Partner uns verlassen und damit verletzen könnte. Bevor das passiert, zieht man lieber selbst einen Schluss-Strich.

Da Beziehungsneurotiker sich aber eigentlich nach Sicherheit und Geborgenheit sehnen: fangen Sie bald wieder ein Verhältnis an. Sie wechseln die Liebes- und Sexpartner wie andere Leute die Unterwäsche. Mit kurzen, oberflächlichen Bindungen haben sie kein Problem. Wehe aber, wenn ihnen jemand wirklich zu nah kommt.

Die Angst, sich voll und ganz auf einen Menschen einzulassen
Die Furcht, der Partner könne sie verlassen und damit ihre Gefühlswelt durcheinander bringen, hindert Singles mit Beziehungsangst daran, solche Gefühle zuzulassen. Oder dem Partner ihre Liebe zu gestehen.

Man gibt sich unverbindlich. Vermeidet seelischen und körperlichen Nahkontakt. Geht auf Distanz. Für einen Mann ist das natürlich schwer zu verstehen. Er beginnt, an sich selbst zu zweifeln. Da er nicht realisiert, dass die Beziehungsangst der Frau der eigentliche Grund für das kalte, distanzierte Verhältnis ist.

In Partnerschaft auf Distanz gehen
Aus der Angst heraus, sich zu sehr einem Partner auszuliefern. Und bei einer Trennung psychisch schwer verletzt zu werden. Singles mit solchen Problemen haben auch Angst, in der Beziehung bevormundet zu werden. Ihre Identität und die Kontrolle zu verlieren.

Deshalb vermeiden sie es, große Gefühle zuzulassen. Obwohl sie sich eigentlich sehr danach sehnen. Sie vermeiden es auch, an die Zukunft zu denken. Pläne zu machen für Nachwuchs und Hausbau. Auch den Eltern des Partners gehen sie aus dem Weg.

Paradoxerweise sind Menschen, die unter Beziehungsangst leiden, hin und her gerissen zwischen der Furcht vor allzu viel Nähe. Und zu der Sehnsucht nach Sicherheit und Intimität in den Armen eines lieben Menschen.

Solche Stimmungsschwankungen können manchmal groteske Formen annehmen. Heute machen diese Angsthasen dem Partner freudestrahlend einen Heiratsantrag. Morgen verschwinden sie ohne Vorwarnung von der Bildfläche. Über Nacht ist ihnen klar geworden, dass eine Ehe für sie einer Gefängnisstrafe gleich käme.

Introvertierter Mensch mit geringem Selbstbewusstsein
Besonders gefährdet für Beziehungs-Neurosen sind Singles, denen es an Selbstsicherheit fehlt. Sie haben ein negatives Bild von sich selbst. Sie haben kein Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Auch nicht in Sachen Liebe.

Die Angst, vom neuen Partner verlassen zu werden, hindert diese Leute daran, überhaupt auf andere Singles zuzugehen. Sich auf ein Liebesverhältnis einzulassen. Um am Ende doch wieder allein da zu stehen – tief verletzt und einer Depression sehr nahe.

Feste Beziehung als Freiheits-Beraubung
Menschen mit Beziehungsangst haben scheinbar ein großes Freiheitsbedürfnis. Sie sind nicht bereit, für eine neue Liebe Kompromisse einzugehen. Der ideale Partner macht dies nach ihren Vorstellungen auch gar nicht nötig. Weil er genau auf einer Wellenlinie liegt. Oder sich seinen Bedürfnissen anpasst.

Die meisten Singles stellen bei der Suche nach einem Partner große Ansprüche. Wer nur ein kleines Bisschen davon abweicht, wird als unpassend abgestempelt.

Ursache für dieses Verhalten ist die Angst, sein Leben zu umzustellen. Jede neue Beziehung bringt Veränderungen mit sich. Man lernt die Freunde des Partners kennen. Muss seinen Alltag auf ihn abstimmen, an seinen Hobbys teilhaben. Mit seinen Gewohnheiten fertig werden. Wie schön, dass Umstellungen und Anpassungen als Grund herhalten können, um eine mögliche Partnerschaft auszuschlagen.

 

Ursachen der Beziehungsangst

Traumatische Erfahrungen in Kindheit und Babyzeit
Das Schlimme an der Sache: Die Betroffenen sind sich gar nicht bewusst, dass sie Bindungsangst haben. Oder sie wollen es nicht wahr haben. Sie haben keinen blassen Schimmer, woher die Ängste kommen. Die Psycho-Wissenschaft geht heute davon aus, dass der Ursprung im Baby- und Kindesalter liegt.

Die Mutter ist die wichtigste Bezugsperson für Kleinkinder. Nicht jede Mama hat genug Zeit, sich genug um das Neugeborene zu kümmern. Sie lässt es lange liegen und schreien. Das Kind steht teilweise Todesängste aus. Weil es sich in der Welt hilflos und allein gelassen fühlt.

Ist das Kind dann 2 Jahre alt, erlebt es manchmal, dass die Eltern sich streiten oder scheiden lassen. Ins Bewusstsein gräbt sich ein: Bindungen und Beziehungen sind Scheiße, bringen nur Schmerz und Leid.

Diese Eindrücke aus dem frühen Kindesalter werden unser Unterbewusstsein von allein nie wieder verlassen. Sie werden im Erwachsenenalter dazu führen, dass ein Mensch vor einer engen Beziehung zurückscheut. Obwohl er nun gar nicht mehr schutzlos ist wie ein Baby. Aber dennoch hilflos gegenüber den verborgenen Kindheits-Erinnerungen.

Im Grunde genommen fehlt das positive Vorbild der Eltern. Durch den rasanten Anstieg der Scheidungen ist es nicht verwunderlich, dass viele der heute 20 bis 35-Jährigen Beziehungs-Psychopathen geworden sind.

Schlimme Beziehungs-Erfahrungen
Aber es sind nicht nur die Erlebnisse, die sich bald nach unserer Geburt abgespielt haben. Auch unsere negativen Erfahrungen in früheren Beziehungen können uns Angst machen, noch einmal „Ja“ zu sagen zu einem neuen Menschen. Liebe ist oft mit Schmerzen verbunden. Menschen mit Beziehungsangst fürchten diese mehr als alles andere auf der Welt.

Sie haben gestern eine attraktive Single-Frau kennengelernt. Alles könnte so schön werden. Doch beim Rückblick in die Vergangenheit fällt Ihnen wieder ein, wie weh Ihnen die letzte Freundin getan hat.

Zuerst ist sie mit dem besten Kumpel fremdgegangen. Es kam immer wieder zu Eifersuchtsszenen und Streitereien. Am Ende kam die Trennung. Monatelang haben Sie tierisch unter Liebeskummer gelitten. Das möchten Sie sich nicht noch einmal antun.

Also lehnen Sie es ab, sich mit der neuen hübschen Single-Frau zu einem Date zu treffen. Lieber allein leben also noch einmal durch die Hölle zu gehen. Auch im Freundeskreis spielt sich eine Beziehungs-Katastrophe nach der anderen ab. Sie haben einfach kein Zutrauen mehr zu sich, zur Liebe und zur Damenwelt.

Liebesillusion: den Ex zum vorbildlichen Idealpartner erheben
Als gute Ausrede für Beziehungs-Scheue kann auch der Ex-Partner gelten. Entweder im negativen Sinne, wie ich es oben beschrieben habe. Oder auch im positiven Sinne.

Was war das doch für eine perfekte Jahrhundertliebe. Das liegt schon einige Zeit zurück. So haben Sie leider vergessen, dass es neben gutem Sex, romantischen Stunden und herrlichen Ausflügen viele dunkle Momente gab.

Würden Sie die Beziehung zum Ex nämlich realistisch sehen: dann würden Sie jetzt nicht den netten Kollegen vor den Kopf stoßen, der Sie zu einer Fahrradtour eingeladen hat. Den Ex immer wieder als willkommenes Alibi dafür zu nehmen, dass aktuelle Kandidaten nicht gut genug sind: auch das kann auf Angst vor emotionaler Nähe und Verlust hindeuten.

 

Hilfe bei Beziehungsangst
Grundsätzlich kann die Frucht, eine enge Bindung einzugehen, von jedem selbst bekämpft und eingedämmt werden. Vielleicht auch durch Gespräche mit Freunden, welche die Sache vom neutralen Standpunkt klarer sehen.

Wenn das nicht gelingt, gibt es noch Hilfe in Form einer Psychotherapie. Es ist egal, wie wir es angehen: Wichtig ist nur, dass wir aktiv etwas tun. Sonst wird sich an der Partnerschafts-Phobie nie etwas ändern.

Letztendlich müssen wir auch das Risiko eingehen, Liebesgefühle zuzulassen. Im ungünstigsten Fall kann dies ein Rückschlag bedeuten für unsere neu gewonnene Lebenseinstellung. Aber auch eine fantastische Chance. Schon das erste Erfolgserlebnis wird eine Spirale positiver Emotionen in uns freisetzen. Und somit das Problem bald endgültig aus der Welt schaffen.

Beziehungsängste eingestehen, analysieren und gegensteuern
Es ist schon viel gewonnen, wenn ein Single seine Beziehungsangst überhaupt erkennt und sie akzeptiert. Einen Feind, den man kennt, kann man bekämpfen. Machen Sie sich in einer ruhigen Stunde bewusst, wovor Sie überhaupt Angst haben. Was könnte ein künftiger Partner einem Schlimmes antun?

Natürlich kann es theoretisch zu einer Trennung kommen. Aber wie wahrscheinlich ist das? Ein hoher Prozentsatz aller Beziehungen geht gut. Warum sollte man also pessimistische Erwartungen aufbauen?

Was könnte uns ein Partner noch Schmerzliches antun? Er könnte uns betrügen. Okay, das ist heute nicht mehr so ungewöhnlich. Damit müssen viele Menschen fertig werden. Oft kommt es zur Trennung.

Ein Partner könnte uns drangsalieren, uns seinen Willen aufzwingen. Das ist eine hässliche Vorstellung. Hier gilt es, von Anfang an die Weichen richtig zu stellen. Bis hier hin, mein Schatz, und nicht weiter.

Auf jeden Fall haben wir großen Einfluss auf das Geschehen in einer Beziehung. Diese Erkenntnis sollte uns Kraft verleihen gegen dunkle Ängste, die jahrelang unser Lebensglück verhindert haben und verhindern wollen.

Während wir als schreiendes Baby und auch später als Kleinkind auf Gedeih und Verderb von der Zuneigung unserer Eltern abhängig waren, sind wir heute erwachsen und unabhängig. Wir haben es selbst in der Hand, Liebe zu suchen, Zuneigung abzulehnen. Und uns in einer Partnerschaft fest zu behaupten.

Wir müssen uns vor Augen halten, dass es keine Garantie zum Glücklichsein geben kann. Dass wir durchaus mal von einem Partner verlassen werden können. Das ist aber nicht die größte Katastrophe auf dieser Welt.

Auch die glücklichste Beziehung erlebt ein ständiges Wechselspiel zwischen Hochs und Tiefs. Heute Sonnenschein, morgen Regenwetter. Immer wieder wird es Menschen geben, die nach Ende einer Beziehung zuerst einmal extrem traurig sind. Aber dieser Liebeskummer geht vorbei, so sicher wie das Amen in der Kirche.

Dann wartet vielleicht schon ein neues Glück. Das Ganze kann man zumindest so lange relativ locker sehen, wie keine Kinder mit im Spiel sind. Nur denen geht es wirklich dreckig, wenn es zur Scheidung kommt. Weil mit dem Verlust eines Elternteils auch ein Stück des Herzens und der Sicherheit verloren geht.

Beziehung gilt nicht für alle Zeiten
Heute schon gar nicht. Wenn Sie sich bewusst machen: Sogar später mit Kindern im Gepäck haben Sie jederzeit die Freiheit, die Koffer zu packen. Sich zu trennen oder scheiden zu lassen. Das kann enorm viel psychischen Druck herausnehmen. Und die Angst verringern, sich auf eine Bindung einzulassen.

Wenn der Partner Ihnen zu dumm kommt, Sie schlecht behandelt oder das Interesse verliert: dann sagen Sie ihm klar und deutlich, was Sache ist. Falls er sich nicht bessert, sagen Sie Tschüss Darling. Das wars!

Selbstvertrauen stärken
Mit das größte Problem von Singles mit Bindungsangst ist ein Mangel an Selbstbewusstsein. Sie sehen nur die Schwächen im eigenen Charakter, nicht aber die Stärken. Sie glauben, sich in einer Beziehung nicht behaupten zu können. Der Partner wird mit Ihnen nach Lust und Laune verfahren. Ihnen seinen Willen aufzwingen.

Oft sind solche Befürchtungen aus der Luft geholt. Natürlich gibt es in jeder Partnerschaft Machtkämpfe: Wohin gehen wir heute Abend? Wo verbringen wir den Urlaub? Da sind Probleme mit der Schwiegermama und mit dem Geld. Unterschiedliche Meinungen gibt es immer. Ständig sind Kompromisse nötig. Deshalb muss man beim Eingehen einer Beziehung nicht gleich an Unterdrückung denken.

Falls Sie tatsächlich einen zu schwachen Willen haben: dann sollten Sie unbedingt das Selbstbewusstsein verbessern. Ein stärkeres Ego wird Ihnen nicht nur beziehungstechnisch weiter helfen. Sondern unabhängig davon eine ganz neue Lebensqualität schenken.

Was kann der Partner tun bei Bindungsangst?
Was kann man tun, wenn man bereits in einer Partnerschaft lebt? Aber bei seinem Lebensgefährten plötzlich typische Anzeichen von Beziehungsängsten feststellt.

Versuchen Sie, in Gesprächen herauszufinden, was sich in seiner Gefühlswelt abspielt. Fragen Sie, wovor sich die Liebste fürchtet, was vermisst sie. Wovor hat sie Bammel? Was würde sie sich wünschen? Wenn Sie das erst einmal wissen, können Sie Gegenmaßnahmen ergreifen, um die Angst der Partnerin zu überwinden.

Dazu gehört zuerst einmal, dass Sie durch Worte und Taten neues Vertrauen zum Partner aufbauen. Vielleicht haben Sie durch Ihr Verhalten in letzter Zeit die Befürchtungen mit verschuldet. Indem Sie anderen Frauen nachgeschaut oder zu sich zu dominant verhalten haben.

Die Liebste wird Angst haben, dass sie von Ihnen weggeschickt wird. Oder sie empfindet die Beziehung als bedrohlich einengend. Eins von beiden ist es bestimmt.

Vielleicht haben Sie die Lady in den letzten Wochen zu wenig in die Arme genommen. Oder ihr nicht genügend Freiräume gewährt. Legen Sie bewusst gewisse Zeiten fest, wo jeder selbstständig für sich etwas unternehmen kann. So können Sie das Freiheits- und Unabhängigkeits- Verlangen des Lebenspartners befriedigen.

Solange die Dame immer noch Angst hat, verplant zu werden: Verzichten Sie besser auf Gespräche, wie die Zukunft aussehen könnte. Lassen Sie die Themen Kinder und Heiraten mal ganz weg. Geben sie ihr das Gefühl, dass sich ein Leben spontan entwickeln kann. Und dass sie auf jeden Fall ein Mitspracherecht hat.

Wenn solche Versuche nicht fruchten: Dann bleibt immer noch die Möglichkeit, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aber auch dazu können Sie niemand zwingen.

Die Bereitschaft dazu muss bei Ihrem Schatz vorhanden sein. Malen Sie in Bildern aus, was durch eine Seelenwäsche alles besser werden kann in der Beziehung.

Begleitend zu einer Psychotherapie könnte sich die Partnerin oder Freundin mit anderen Leuten unterhalten, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

Ich habe im Internet dieses Selbsthilfe-Forum hier gefunden. Wo sich bindungsscheue Menschen über ihre Ängste und Erfahrungen austauschen.