Wie gut ist die mobile Tinder App?

Tinder App: Top oder Flop?

Einer der großen Newcomer der Dating-Szene
ist die mobile Tinder App.
Doch wie gut ist Tinder wirklich? Hier eine Analyse

Apps gehören zu den modernen Trends unserer Zeit.
Dazu gehört auch die mobile Tinder App.
Die Mitgliederzahl wächst unaufhörlich. Zigtausende Jugendliche und Twens
laden jeden Tag Tinder aus dem App Store herunter.
Um auf spassige Art und Weise neue Menschen kennenzulernen.

Ursprünglich stammt die Tinder App aus den USA.
Mittlerweile gilt die Anwendung auch in Europa als trendy.
Junge Singles können mit dem Smartphone neue Freundschaften schließen.
Sich unterhalten und eine spontane Verabredung treffen.

Was den meisten gar nicht in den Sinn kommt:
Tinder hat auch verborgene Schattenseiten.
Auch das werde ich in diesem Testbericht erwähnen.

 

Beschreibung der mobilen Tinder App

Allgemeine Fakten
In Deutschland haben sich bei Tinder insgesamt mehr als 2 Millionen Menschen
registriert. Gut 800.000 davon sind aktuell noch aktiv auf der Suche
nach schnellen Flirt-, Liebes- oder Chatkontakten.
Manche auch nach einem Sexabenteuer, wie man hört.

Rund 55 Prozent aller Teilnehmer sind Männer. Das entspricht der Verteilung wie wir
sie auch von Online-Partnerbörsen her kennen. Das Gros der User ist unter 25.

Die Tinder App kann nur mit einem mobilen Endgerät über Android oder iOS
aufgerufen werden. Also nicht zu Hause am Computer.
Im Gegensatz zu anderen Dating-Diensten sucht Tinder nur
im regionalen Bereich nach geeigneten Kontakten.
Will heißen: im Umkreis von maximal 160 Kilometern.

Download und Anmeldung
Die Vorgehensweise bei Tinder ist ziemlich simpel. Im Prinzip brauchen Sie
nichts weiter als ein internetfähiges Handy und ein Facebook-Profil.
Das sind die Voraussetzungen, um mit der Dating App aktiv auf die Suche
nach Bekannten oder Freundschaften zu gehen.

Sie legen sich also – falls noch nicht geschehen – bei Facebook einen Account an.
Sie beschreiben Ihre Interessen. Legen sich ein paar Freunde zu.
Posten ein paar interessante Beiträge. Und Sie stellen zumindest ein Profilbild ein.

Das sind die Vorbedingungen. Es ist nicht möglich, Fotos von der Festplatte
hochzuladen. Tinder ist ganz auf Facebook fixiert.
Und verlangt von Ihnen, dass es die FB-Daten auf Ihr Profil transferieren darf.

Der nächste Schritt: Je nachdem, welches Betriebssystem Sie auf dem
Smartphone haben, laden Sie die mobile Tinder App bei iTunes
oder bei Google Play gratis herunter.

Dies können Sie auch über die Startseite der App machen, bei www.gotinder.com.
Am Ende stellen Sie auf dieser Seite eine Verbindung her zum Facebook-Konto.
Tinder holt sich jetzt automatisch Ihre Bilder auf die App.
Sie bekommen ein Profil, ohne irgendetwas zu schreiben oder auszufüllen.
Wenn später ein anderer User auf Ihr Bild klickt, dann wird er
die Interessengebiete sehen. Und wo Sie Sie so ungefähr wohnen.

Andere Singles kennenlernen
Direkt nach der Registrierung spielt die Tinder App ein Foto nach dem anderen ein.
Wenn Sie ein Mann sind, dann sind es Frauenbilder, und umgekehrt.
Unten sehen Sie ein rotes Kreuz und ein grüßes Herz.
Wenn Sie das Bild sympathisch finden, dann klicken Sie
auf der Touchscreen auf das Herz. Andernfalls auf das rote X.

So wird ein Foto nach dem andere angezeigt.
Das sind Singles, die nicht so weit weg wohnen. Auch Menschen, die in der
Freundesliste von Facebook diesselben Bekannten haben wie Sie.

Allerdings ist eine direkte Kontaktaufnahme wie bei Kontaktbörsen nicht möglich.
Was ich als nicht so gut empfinde.
Sie müssen warten und auf einen glücklichen Zufall hoffen:

Da Sie beide nicht weit auseinander wohnen, werden Sie mit der Zeit
auch den von Ihnen favoritisierten Usern als Kontaktvorschlag angeboten.
Wenn Sie das Glück haben und der andere Sie auch anziehend findet
(Klick auf grünes Herzlogo): Dann entsteht ein „Match“, ein Volltreffer.
Erst dann können Sie sich gegenseitig Nachrichten schreiben.
Und, wenn alles gut geht, ein Treffen vorschlagen.

Die Grenzen der mobilen App
Was Tinder allerdings nicht kann, ist die Partnersuche im Ausland.
Sie können noch nicht einmal Leute aus ganz Deutschland kennenlernen.
Tinder ist so ausgelegt, dass nur Teilnehmer aus einem Umkreis
von 160 Kilometer um den eigenen Wohnort gefunden werden können.

Ob das ein gravierender Nachteil ist, dass muss jeder selbst beurteilen.
Zumindest kann man mit Menschen, die in großer Entfernung wohnen,
kein Spontan-Date haben. Es gibt nur eine Ausnahme: mehr dazu weiter unten.

 

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Was ist kostenlos? Was kostenpflichtig?
Bei der Flirtapp Tinder ist fast alles ohne Vertrag und Laufzeit zu haben.
Über Facebook legt die App für Sie ein Profil an. Dabei werden Fotos übertragen.
In Ihre Interessengebiete bei Tinder fließen die Aktivitäten bei Facebook ein.

Bei gegenseitigen Sympathiebekundungen können Sie eine Frau oder einen Mann
über die Nachrichtenfunktion der App besser kennenlernen.
Damit sollte normalerweise jeder User auskommen.
Meiner Meinung nach ist es nicht nötig, für Tinder Geld auszugeben.

Möglich ist dies aber dennoch.
Die Tinder Plus-Mitgliedschaft bietet gegen Bares 2 VIP-Funktionen an.
Beide können nicht kostenlos genutzt werden.
Die erste nennt sich „Undo“. Was immer das heißen mag.
Wenn Sie ein Bild vorschnell mit dem roten Kreuz negativ bewertet haben:
mit dem Undo können Sie das rückgängig machen.

Das andere ist der Reisepass. In den Ferien oder auf Geschäftsreisen können Sie
mit dieser Funktion den aktuellen Standort eintippen. Und so Leute in der fremden
Umgebung treffen. Ich halte das für ziemlichen Firlefanz.
Im Urlaub haben Sie wohl besseres zu tun als im Chat zu schreiben.

Sie müssen aufpassen: Tinder-Plus ist ein Abo, welches sich verlängert.
Sie können dieses Abo im App Store von iTunes oder bei Google Play kündigen.

Die Standardfunktionen bei Tinder sind also kostenlos. Für den Download der App
inklusive Undo plus Reisepass zahlen User vor dem 28. Geburtstag einmalig
rund 5 Euro. Wer älter ist, muss 20 Euro blechen.
Singles, die das nicht so toll findet,
sollten sich besser bei Tinder-Alternativen umsehen.

 

Wie gut sind die Kontaktmöglichkeiten bei der mobilen App?
Durchwachsen, würde ich meinen.
Ob Sie gute Flirtmöglichkeiten, hängt von der Qualität Ihres Bildes ab.
Der andere sieht und beurteilt zuerst nichts anderes als diese Aufnahme.
Erst wenn er das Bild anklickt, wird er Hobbys und weitere Snapshots sehen.
Die meisten User machen sich noch nicht mal diese Mühe.
Es soll immer ganz schnell gehen bei Tinder.

In jedem Fall sollten Sie auf dem Bild auf andere Menschen eine positive Wirkung
haben. Ein wenig lustig, komisch und witzig sollte Ihr Foto sein.
Wer nicht auffällt, ist ganz schnell weg vom Fenster.
Da Tinder eine relativ oberflächliche Kontaktseite ist.

 

Wie gut ist Tinder für die Partnersuche?
Natürlich ist es möglich, bei jeder Dating App einen Zufallstreffer zu landen.
In jedem Fall ist dies wahrscheinlicher als 5 Richtige im Lotto.
Allerdings finden echte Päärchenbildungen über Tinder nur selten statt.
Dafür sind Partnerbörsen wie Parship, eDarling oder ElitePartner 100 mal besser
eingerichtet. Weil dort zielstrebig nach einem neuen Schatz gesucht wird.

Auch die Chance, auf dem mobilen Weg ein kleines Sexabenteuer zu finden,
schätze ich nicht als besonders gut ein. Tinder ist einfach zu verspielt.
Die Leute wollen Spass haben. Tinder ist eine nette Freizeitbeschäftigung.
Alles, was nur halbwegs in Richtung Bindung oder Ernsthaftigkeit geht,
ist bei dieser App fehl am Platze.

 

Welche Vorteile hat die Tinder App
Es gibt richtig gute Argumente, die Tinder App downzuloaden.
Stellen Sie sich vor: bei einer normalen Kontaktbörse bekommen vor allem Frauen
jeden Tag einen Haufen Post von Männern, an denen sie nicht interessiert sind.
Das ist bei der mobilen Tinder App nicht möglich.
Sie erhalten nur von solchen Leuten Chat-Nachrichten,
die Sie zumindest optisch schon einmal als sympathisch eingestuft haben.

Sie können via Tinder kostenlos Leute aus Ihrer Nähe kennenlernen.
Bei den meisten Singlebörsen müssen Sie dafür zahlen.

Sie müssen bei Tinder keine Zeit aufwenden, um nach Kontakten zu suchen.
Tinder präsentiert Ihnen User, die laut Facebook ähnliche Interessen haben.

Noch einen guten Vorteil habe ich gegenüber Partnerbörsen ausgemacht:
ein Mail-Kontakt ist nur dann möglich, wenn beide Tinder-Leute sich
vom Aussehen her akzeptabel finden. Wenn Sie nun an eine solche Bekanntschaft
eine Message schreiben: dann ist die Wahrscheinlichkeit eher gering,
dass Sie eine wirsche Zurückweisung erfahren.
Zumindest dann, wenn Sie sich nicht allzu blöd anstellen.

Für schüchterne Menschen kann Tinder hilfreich sein.
Wenn der andere bei ihnen das grüne Herz geklickt hat:
dann trauen Sie sich vielleicht etwas zu schreiben.
Jedenfalls eher als wenn sie bei einer Singlebörse Kontakt aufnehmen
zu einem Menschen, dessen Geschmack sie nicht kennen.

 

Was hat mir beim Test nicht so gut gefallen?

Schlechter Datenschutz
Tinder übernimmt die Facebook-Informationen vollständig 1 zu 1.
Dafür bekommt die App von mir die Note ungenügend.
Es kann nicht sein, dass sensible Daten so offen angezeigt werden wie in der App.
Und dass die Singles überhaupt keinen Einfluss darauf haben.

Sie können Tinder nur dann nutzen, wenn im Facebook Profil Wohnort
und Handy-Adresse vermerkt sind. Die Rufnummer wird nämlich gebraucht,
um sich per SMS bei der App zu verifizieren. Die Postadresse braucht Tinder,
um über ein GPS-Radar Menschen in Ihrer Nähe zu finden.

Es ist nervtötend, wenn Sie nach der Anmeldung ständig von Tinder-Idioten
angerufen werden. Oder wenn plötzlich ein Aufdringling vor Ihrer Tür steht.
Genauso schlimm ist es, wenn der Anbieter ihre Daten vermarktet.
Indem er sie weiter verkauft an Onlineshops und Webseiten.
Dann werden Sie mit Spam-Post zugemüllt.
Diese Masche nutzen leider viele kostenlose Apps.

Stalker
Die Folge von fehlendem Datenschutz könnte ein, dass Sie künftig
Belästigungen ausgesetzt sind. Das passiert bei Tinder ziemlich oft.
Damit meine ich nicht, dass Sie – wie bei Singlebörsen – stinknormale
Anmachversuche von Erwachsenen bekommen. Damit wird man fertig.
Nein: vor allem unerfahrene minderjährige Mädchen sind häufig
Zielschreibe solcher Annäherungsversuche:

Der Stalker schreibt in Facebook, er sei 17 oder 18. In Wirklichkeit ist er über 40.
Er stellt das Bild seines Sohnes ins Facebook-Profil.
Die junge Frau findet das okay. Es entsteht ein Kontakt.
Der Stalker versucht, das Mädchen auf eine Cola oder einen Döner zu überreden.
Da ihre Bauchgefühl-App noch in den Kinderschuhen steckt, lässt sie sich
darauf ein. Das kann harmlos ausgehen, vielleicht aber auch nicht.

Die eher goldige Variante: ein junger Mann möchte bei einer reifen Single-Dame
eine sexuelle Ausbildung absolvieren. Er gibt sich bei Facebook als 38-Jähriger aus.
Sie wird bei Einblenden des getürkten Bildes vielleicht auf das grüne Herz klicken.
In der Annahme, er sei gleichaltrig.
Obwohl der Altersunterschied 15 oder 20 Jahre beträgt.

Nicht nur Singles flirten und chatten bei Tinder
Ganz im Gegenteil. Zwar ist die Werbung des App-Betreibers auf junge Leute
ausgelegt. Die Praxis sieht aber etwas anders aus.
Man hat herausgefunden: Gut 30 Prozent der Tinder-User sind verheiratet.
Weitere 12 Prozent leben in einer eheähnlichen Beziehung.

Ob das nun alles potentielle Seitenspringer sind? Oder ob sie das soziale
Netzwerk nutzen, um neue Leute kennenzulernen: das wissen wir nicht.
Gegenüber Facebook hat Tinder den Vorteil, dass man hier aktiv fremde Leute
anschreiben darf. Bei FB gibt’s dafür eine Abmahnung.

Viele Fakes bei Tinder
Ein ganz oberschlauer Spaßvogel könnte auf die Idee kommen, sich als Promi
auszugeben. Er fälscht sein Facebook-Profil. Bzw. legt sich einen zweiten
Fake-Account an. Klaut sich dazu bei Google die Bilder von einem Star.

Er nutzt die Reisepass-Funktion und sagt: bin gerade in Urlaub da oder dort.
Und hofft so, Schwärme von Mädchen oder jungen Single-Männern anzuziehen.
Solche Witzbolde fliegen natürlich auf, wenn man sich mit dem anderen real trifft.

Viel schlimmer wird es, wenn Sie auf einen echt Kriminellen hereinfallen.
Das Internet ist voll mit Verbrechern und Halunken, die unlautere Absichten haben.
In erster Linie finanzieller oder sexueller Art.

Diese Leute kommen zum Teil aus dem Ausland.
Sie schreiben ein gefälschtes Facebook-Profil.
Als Lockvögel zeigen sie außergewöhnlich attraktive Bilder als Mann oder Frau.
Beim Chatten kommen sie früher oder später auf das Thema „Geld“ zu sprechen.
Sie wollen also nur Ihr Bestes.

Streng genommen sind auch solche User Fakes, die sich im Facebook-Profil
älter machen als sie sind. Bei Tinder können sich nur volljährige Leute anmelden.
Aber wer kann schon kontrollieren, wenn ein 15-jähriger Teenager sich in Facebook
für 18 ausgibt. Viele Menschen haben bei Facebook 2 oder noch mehr Profile.
Obwohl das nicht erlaubt ist. Ein echtes für den Freundeskreis.
Plus ein gefaktes, um andere Leute zu vergaggeiern.

Tinder: eine Sex App?
Tinder und die App-Konkurrenten Lovoo, Zoosk und Badoo stehen im Verdacht,
Anlaufstelle auch für solche Leute zu sein, die eine Affäre,
eine geile Nummer oder einen One Night Stand suchen.

Vor allem Männer sind eifrig dabei, nach einem Liebchen für gewisse Stunden
zu suchen. Ob das nun gut ist oder schlecht, kann man nicht allgemein  beurteilen.
Der einen oder anderen Dame könnte das sogar gefallen.

Als Ouvertüre schreiben diese Spezialisten dann kleine erotische Anspielungen
auf das Bild oder besondere Körpermerkmale einer Frau.
Sie versuchen herauszufinden, ob sie überhaupt Single ist.
Ob sie sexuell ausgelastet ist. Oder zu seinem Sextreffen bereit wäre.

Landeier haben Pech gehabt
Tinder lohnt sich eigentlich nur in Ballungsgebieten – in der Nähe großer Städte.
Im Hunsrück, im Bayerischen Wald, in der Eifel und in der Lünebürger Heide
werden Sie nur sehr wenige Tinder-Kontakte aus der Umgebung finden.
Im Rhein-Maingebiet, an der Ruhr und im Einzugsgebiet von Hamburg, Berlin und
München hingegen sind je Tausende Menschen mit der mobilen Handy-App aktiv.

Technische Probleme bei Tinder
Es ist eine wackelige Angelegenheit.
Nicht selten streiken iPhone, Samsung und Blackberry,
weil das Betriebssystem gestört oder außer Gefecht gesetzt wird.
Es ist ärgerlich, wenn man Android oder iOS neu aufspielen muss:
nur weil die Tinder App manchmal spinnt.

Keine guten Profile
Es gehört zur Philosophie von Tinder, mit wenig Gepäck zu reisen.
Im Gegensatz zu Online-Kontaktbörsen sind die Kontaktanzeigen
nur mit dürftigen Informationen versehen.
Man findet nur wenige Anhaltspunkte, wer der andere eigentlich ist.
So kann es passieren, dass ein Treffen in der realen Welt peinlich wird.
Weil beide Tinder-User vollkommen verschiedene Ansichten und Vorlieben haben.

 

Lothar Mader

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