Verliebt sein: Wann sind wir verknallt?

Glückliches Liebespaar mit Rosen

Woran erkennt man die Liebe?

Jeder kennt es, jeder hat es erleben oder erleiden dürfen.
Die Liebe ist ein zweischneidiges Schwert.

Sie beschert uns schönste Stunden im Leben, voller Zärtlichkeit und Erotik.
Sie kann aber auch zum Spielverderber werden, wenn wir unglücklich verliebt sind.

Ohne sich zu verknallen ist keine Beziehung möglich.
Heute verlieben sich viele Singles über das Internet.
Partnervermittlungen
und Singlebörsen boomen wie nie zuvor.

Doch was geschieht eigentlich, wenn wir uns verlieben?
Wie erkenne ich, ob ich echte Liebe im Herzen trage?
Oder ob es sich nur um eine Schwärmerei handelt.
In diesem Artikel beschreibe ich ein paar unverwechselbare Kennzeichen
der wahren Liebe.

 

Was passiert mit uns, wenn wir uns verknallen?
Das Gefühl der Liebe kann – zumindest in unserer Zeit – nicht bewusst gesteuert
werden. Sie ist das Resultat von Reaktionen in unserem Unterbewusstsein.

Früher war das ein wenig anders.
Faktoren wie Geld und Ansehen machten so manche Frau gefügig,
um sich in einen Mann zu verlieben und hinzugeben.
Auch wenn sie ihn charakterlich und erotisch weniger anziehend fand.

Der Urknall kann uns ganz plötzlich treffen –
die berühmte Liebe auf den ersten Blick.
Manchmal geschieht das Sich-Verlieben aber auch erst, wenn wir einen Menschen
schon öfter gesehen, aber noch nicht richtig beachtet haben.

Wenn wir jemand begegnen, den wir sehr attraktiv oder erotisierend finden,
steigt der Spiegel der Geschlechtshormone stark an.
Bei Männern ist es das Testosteron, bei Frauen die Östrogene.

Außerdem bilden sich im Gehirn verknallter Singles vermehrt Glückshormone,
die für eine überschwängliche Stimmung verantwortlich sind.
Allen voran das Dopamin.
Man könnte sagen: der Verliebte ist auf dem Doping-Trip.

Andere behaupten: Liebende sind mit Blindheit geschlagen,
geistig etwas balla-balla. Das lässt schon ahnen,
dass ein solcher Zustand nicht ewig anhalten kann.
Nur eingenommene oder gespritzte Doping-Präparate
(wie beim Sport) können über Jahre hin wirken.

Leider oder zum Glück ist es so, dass die Dauer des echten Verliebtseins
in der Regel auf nur wenige Monate begrenzt ist.
Wird der Tanz auf den Wolken durch eine Trennung beendet,
leidet der Verlassene unter einer Katerstimmung.
Liebeskummer stellt sich ein. Die meisten wollen in dieser Phase
mit dem anderen Geschlecht nichts mehr zu tun haben.

Wer in seinen Gefühlen enttäuscht wurde, wendet sich bei der Partnersuche
nach einer gewissen Trauer- und Leidenszeit anderen Hoffnungsträgern zu.

Selbst in einer zunächst extrem euphorischen Liebesbeziehung werden die Wogen
schnell geglättet. Die supergeile Zeit endet damit,
dass man am Partner auch weniger angenehme Seiten entdeckt.
Der Hormonspiegel nähert sich wieder dem normalen Level.

Die sexuelle Anziehungskraft mag zwar nach wie vor vorhanden sein.
Doch der hochgerühmte Traumpartner entpuppt sich mehr und mehr
als „nur“ gut oder durchschnittlich. Schlimmstenfalls sogar als Niete.

In dieser Situation der Normalisierung entscheidet sich,
ob aus der vermeintlich großen Liebe eine dauerhafte Verbundenheit entstehen
kann. Nur sehr wenigen Menschen ist das Glück vergönnt,
auf lange Zeit die Liebe ähnlich intensiv zu erleben wie in der Kennenlernphase.

 

Hier gibt es weitere Infos
zu Liebe, Hoffnung und Partnerglück

 

Geile Zeit des Verliebtseins
Natürlich macht es einen Unterschied, ob man seine neue Liebe schon auslebt.
Oder ob sie (vorläufig noch) einseitig entwickelt ist.

Für die Veränderungen, die unser Gehirn und unsere Verhaltensweisen erfahren,
ist das jedoch von untergeordneter Bedeutung.
Sowohl die Frau mit einem neuen Freund als auch der Noch-Eroberer
weisen ähnliche Verhaltensmerkmale auf.

Körper, Geist und Seele des Verliebten befinden sich in einem Extremzustand.
Er kann nur noch an eine Sache denken:
an seine Hingabe zur tollen Frau oder zum feschen Burschen.
Kein Hunger, kein Durst, kein sonstiges Verlangen.
Nur die Sehnsucht, diese Person sobald wie möglich wieder zu sehen.

Der Verliebte kann sich bei wehleidiger Veranlagung hundeelend fühlen.
Die meisten fühlen sich jedoch bärenstark, vom Schicksal auserwählt
und auf Wolke 7. Auf einmal scheint alles möglich zu sein.
Er erlebt die geilste Zeit seines Leben.

Dabei mischt sich beim Noch-Eroberer die Hoffnung auf Erfüllung
seiner Sehnsüchte mit der bangen Erwartung, ob sein Schwarm
oder das Traumgirl ihn genauso wahrnimmt wie er es tut.
Eifersüchtig wacht er über ihre sozialen Kontakte.

Das Verknalltsein geht einher mit einem unvorstellbaren Hormonüberschuss.
Ständig beherrscht den von Sexualhormonen gestressten Mensch der Wunsch,
dem geliebten Partner körperlich ganz nah zu sein.
Ihn zu küssen und sich sexuell mit ihm zu vereinigen.

Der glücklich Verliebte erfährt wunderliche Veränderungen seiner Persönlichkeit.
Schon beim Aufstehen morgens könnte er die ganze Welt umarmen.
Jeden Tag 10 Bäume ausreißen.
Den Anschiss durch den Chef tut er mit einem nachsichtigen Lächeln ab.
Denn er ist unangreifbar.

Frisch verknallt, strahlen wir ein extrem positives Lebensgefühl aus.
Das Selbstbewusstsein kennt kaum noch Grenzen.
Wir werden mutig und übermütig.
Trauen uns sich Dinge zu, die wir zuvor nie für möglich gehalten hätten.

 

Irreale Wahrnehmungen bei Verliebten
Der frisch Verknallte trägt eine unsichtbare rosarote Brille.
Diese gaukelt ihm die Welt und den geliebten Partner in den schönsten Farben vor.
Er ist nicht mehr in der Lage zu unterscheiden zwischen Schein und Wirklichkeit.
Seine Verliebtheit raubt ihm jeden Sinn für Objektivität.
Manchmal sogar den Verstand.

In Bezug auf die Eigenschaften des Traumpartners ist der verliebte Tor
mit Blindheit geschlagen. Er ist nicht fähig, das reale „So bist du“ –
die Charakterzüge des angehimmelten Menschen – zu erkennen.
Der Blick in die Augen des angebeteten Engels genügt für die Überzeugung:
Das ist es, was ich gewollt und gesucht habe.

Verliebt sein ist wie ein Traumurlaub vom Alltag.
Die geile Zeit des Betroffenen wird bestimmt von sonnigen Illusionen.

Kollegen und Freunde beobachten ihn oft mit verklärtem Blick.
Er wirkt permanent abwesend, sucht bewusst die Abgeschiedenheit.
Damit niemand ihn bei seinen Traumbildern stören kann.
Wer verknallt ist, kann sich weder auf die Arbeit noch auf Gespräche
mit Bekannten oder Vorgesetzten konzentrieren.

Eigentlich müsste man dem Verliebten den Führerschein entziehen.
Denn er fährt das Auto unzurechnungsfähig wie Betrunkener oder ein Junkie.
Gedopt von der Glücksdroge „Liebe“ fährt er bei Rot über die Ampel.
Bei Grün winkt er Fußgänger über die Straße.
Hupend fährt er durch die Stadt, versinkt beim Autofahren in seiner Lieblingsmusik.

Sogar Retro-Liebeschnulzen von Peter Maffay, Stevie Wonder,
Hoffmann & Hoffmann, Bryan Adams und Silbermond findet er
in seinem Ausnahmezustand einmalig geil.
Er hungert nach emotionsgeschwängerten Liebesfilmen wie „Titanic“,
„Schlaflos in Seattle“ oder „Weil es dich gibt“.
Früher hätte er sich darüber nur lustig gemacht.

Wer verliebt ist, fängt an, romantische Gedichte aus der Literaturgeschichte
zu lesen oder ein Tagebuch zu schreiben.
Darin werden Glücksmomente festgehalten,
als man das Liebesgefühl zum ersten Mal wahrgenommen hat.
Alle Begegnungen mit dem Traumpartner werden im geheimen Tagebuch
genau festgehalten und scharf analysiert.

Ständig schaut der Liebeskranke mit bangem Blick aufs Handy.
Auch nachts, wenn er aufwacht. In der berechtigten oder unberechtigten Hoffnung
auf eine klitzekleine Nachricht von seinem Schwarm.

In der geilen Zeit lebt der Verknallte in seinem eigenen Universum.
Was früher sein Leben bestimmte (Hobbys, Freunde, Arbeit),
ist plötzlich das Langweiligste auf der ganzen Welt.

Er wird zum Spion. Nach Sherlock-Holmes-Art erkundet er
die Hobbys und Laufwege des Traumpartners.
Er sucht für seine Eroberungszüge ständig
nach „zufälligen Gelegenheiten“, um dem Mann oder der Frau seiner Träume
zu begegnen. Wenn er mutig genug ist, zum Flirten.
Wenn er schüchtern ist, um einfach nur um die Nähe, die Attraktivität
und die erotische Ausstrahlung des Traumpartners zu genießen.

 

In wen verlieben wir uns?
Woher weiß das Bauchgefühl, was gut für uns ist? Oder ist es ihm total egal?
Folgt es vielleicht eigenen Gesetzen? Den Eindruck muss freilich man haben.
Sonst gäbe es nicht so viele unglücklich Verliebte auf der Welt.

Es gibt viele Theorien darüber, in wen wir uns verknallen.
Natürlich sind schöne Frauen und Männer beliebte Lustobjekte unserer Begierde.
Wenn der männliche Single eine sexy Blondine mit strammem Busen sieht,
fällt sein Verstand schnell in die Hose. Egal ob Hartz 4 oder Professor.
Bei Frauen sieht es genauso primitiv aus.
Auch wenn grüne Emanzen
und attraktive Akademikerinnen das weit von sich weisen.

Jung, schön, sexy und gesund: das sind die Kennzeichen,
auf die unser Unterbewusstsein am stärksten reagiert.
Solche Denkweisen klingen modern und plausibel.
Stammen aber in Wirklichkeit aus der Steinzeit.

Eine schöne Frau und ein stattlicher Mann gelten unbewusst
als bestmögliche Chance für gesunden Nachwuchs.
Darauf ist das unterschwellige Denken – auf das wir so gut wie keinen Einfluss
haben – ausgerichtet. Selbst die Aussicht auf heißen Sex
mit einem hochattraktiven Partner rangiert nicht an allererster Stelle.

Von der Schwärmerei für eine sexy Frau oder einen maskulinen Mann
ist es nur noch ein kleiner Schritt bis hin zur Verliebtheit.
Die fragt im Allgemeinen nicht lange nach charakterlichen Qualitäten.

Auch bei den ersten Flirts sind viel Menschen meist noch geblendet
von der Ausstrahlung des vermeintlichen Traumpartners.
Erst nach und nach wird man erkennen, ob sich dieser Mensch
für eine Beziehung eignet. Im Zweifelsfall gilt auch hier in dubio pro reo.
Ein gutes Aussehen ist immer noch die beste Visitenkarte auf dem Partnermarkt.

Da unser Unterbewusstes immer noch steinzeitmäßig gepolt ist,
passiert es oft, dass man erst später feststellt:
Außer ein paar Stunden fantastischem Sex war alles nur heiße Luft.

Manche Untersuchungen wollen herausgefunden haben,
dass wir uns nur in solche Typen verknallen, die ganz anders sind wie wir.
Andere behaupten, ein hoher Bildungsstatus erhöhe die Chancen in der Liebe.

Wieder andere schwören auf die wissenschaftlichen Algorithmen
einer Online-Partnervermittlung. Für diese These spricht die Tatsache,
dass diese Art Partnersuche nicht auf äußerlichen Merkmalen,
sondern auf persönlichen Übereinstimmungen basiert.

Etwas seltsam klingt die Ansicht, die Liebe komme erst
beim Fallschirmspringen, Rennfahren oder beim Bungee-Jumping.
Viel Adrenalin im Blut führt zu Herzklopfen und einem hohen Dopamin-Spiegel.
Wir sind aufgekratzt und zu allen Schandtaten bereit.
Die Weichen fürs Sich-Verknallen seien nirgendwo besser
als in Gefahren und beim Extremsport.

Geld und ein sicheres Sozialgefüge spielen mit Sicherheit eine gewisse Rolle
bei der Partnerwahl. Allein selig-machend ist dieses Bestreben allerdings nicht.
Ein reicher Mann oder eine wohlhabende Frau haben alle Möglichkeiten
zum Fremdgehen. Wie wir wissen, wird davon heute reichlich Gebrauch gemacht.

Fazit der Geschichte:
Wir können es drehen und wenden wie wir wollen.
Unser angeborenes Bauchgefühl ist und bleibt der wichtigste
Entscheidungsträger über Glück oder Unglück.
Dabei ist er im Grunde ein hundsmiserabler Ratgeber in Sachen Liebe.

Aus diesem Grund fallen wir alle mehr als einmal auf die Nase.
Verliebtheit gehört mit zu den schönsten Dingen auf der Welt.
Wenn sie nur nicht so verdammt frust- und enttäuschungsanfällig wäre.

Das hört sich nicht besonders verlockend an.
Aber: Viel schlimmer sind jene Menschen dran,
die gar nicht in der Lage sind sich zu verlieben.
Die Gründe dafür können vielschichtig sein.
Sie würden den Rahmen dieses Artikels sprengen.
Auf diesen Seiten finden Sie mehr Infos zu diesem Thema.

 

 

 

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