Urlaub zu zweit: Gefahr für die Ehe

Keine Gefahr für die Ehe –
den Urlaub ohne Krise überstehen

Wie groß ist die Gefahr, dass im Urlaub die Ehe oder eine Beziehung den Bach runter geht? Was kann man tun,
um Stress und Streit auf Reisen zu vermeiden?

Ehestreit im Urlaub. Liebe und Beziehung am Ende

Urlaub – Gefahr und Krise für die Beziehung
Jede dritte Ehescheidung wird heute nach einer Urlaubsreise eingereicht.
Das hat ein Institut für Psychotherapie ans Tageslicht gebracht.
Dabei sollte eine Reise zu zweit – egal ob im Sommer oder an Weihnachten –
doch eigentlich die schönste Zeit im Jahr sein.

Wir wollen Sonne, Strand und Erholung. Neue Städte sehen, neue Kulturen kennenlernen. Oder auch Ski-Gaudi in einer winterlichen Traumlandschaft.
Stattdessen geraten sich die Menschen gerade auf Reisen in die Haare.
Nicht selten kommt danach der Gang zum Anwalt.
Scheidung, Trennung, aus die Maus.

Ist der Urlaub ein Spiegelbild einer Partnerschaft?

Test und Prüfstein für eine Beziehung?

 

Lesen Sie hier, warum viele Paare sich streiten
Und wie man dem vorbeugen kann

 

Streit bei Auswahl des Urlaubsortes
Flug buchen, Abreise, Landung, Hotel, Seele baumeln lassen.
Doch stopp, wohin reisen wir eigentlich in diesem Jahr?

Kurzurlaub? Wandern? Badeurlaub?
Ein Abstecher in die Karibik? Eine Traumreise nach Mauritius oder Teneriffa?
Vielleicht Italien, die USA oder die Fjorde von Norwegen?
Städtereisen nach Barcelona, New York oder Istanbul?
Vielleicht sogar auf Safari nach Südafrika?
Oder ganz einfach in den Schwarzwald oder Bodensee.
Denn billiger geht’s kaum.

Schon bei der Auswahl des Reiseziels kann der Zoff los gehen.
Dann kommen die Reisevorbereitungen.

An was man alles denken muss:
Passende Kleidung, Kreditkarten, Impfungen, Koffer packen mit allem Pi-Pa-Po.
Hund oder Katze versorgen. Der Nachbar muss im Garten die Blumen gießen.
Wieder Stress und Streitpotential en masse.

 

Hier gibt es weitere Infos
zu Partnersuche und Beziehungen

 

Zu viel Zeit zu zweit
Nichts ist wie zu Hause. Kein Alltag, kein Haushalt, keine Arbeit.
Rund um die Uhr nur du und ich. Wie soll das gut gehen?

Es hat zu Hause schon Ehekonflikte gegeben.
Aber immer wieder hat es Kamerad Alltag geschafft,
dass die Probleme verdrängt oder auf die lange Bank geschoben wurden.

Jetzt aber sind wir zu zweit. Haben wir Zeit ohne Ende.
Kein Kochen, kein Fernsehen, keine Kinder.
Kein Telefon, kein Fitness-Center, keine Party-Vorbereitungen.

Worüber soll man den ganzen lieben Tag lang sprechen oder nachdenken?
Über das Wetter vielleicht?

Ach ja, da war doch etwas…
Die Oma, das Altersheim, der Sex, ein neues Auto …, das liebe Geld …

Vor lauter Alltag haben viele Eheleute verlernt, wie man richtig
und sinnvoll miteinander kommuniziert.
Zu Hause sprechen deutsche Paare täglich im Schnitt 30 Minuten miteinander.
Man hat Ablenkungen in Hülle und Fülle.

Was aber, wenn im Urlaub plötzlich keine Familie, kein Nachbar,
kein TV-Programm, kein Schwangerschaftstest und
keine Rechnungen mehr da sind, die für Gesprächsstoff sorgen?

Oft ist es so, dass erst auf Reisen die Probleme so richtig auf den Tisch kommen.
Jetzt wird Tacheles geredet. Mein streitet, man zankt.
Nicht selten bedeutet diese intensive Zeit zu zweit den endgültigen KO
für eine Partnerschaft, die ohnehin schon lange in einer Krise steckt.

Besonders kompliziert wird es, wenn man Kinder mitnimmt.
Umfragen haben ergeben:
Bei Ferienreisen streiten sich Paare am meisten über den Nachwuchs.

Wenn man Kinder dabei hat.
Dann sollte man unbedingt ein All-inclusive Angebot wahrnehmen.
Eine Ferienwohnung ist zwar billiger als das Hotel.
Dafür müssen Sie aber auch kochen und das Haus sauber halten.
Wenigstens diesen Stressor sollten sich ersparen.
Mit den Kindern im Gepäck wird es eh schon abenteuerlich genug.

 

Zu viel Nähe und Interessenkonflikte
Eine Umfragen der Online-Partnervermittlung Parship hat ergeben:
Bei 33 Prozent aller Deutschen führt zu viel Nähe im Urlaub zum Streit.

Den ganzen lieben Tag lang sitzt man sich auf der Pelle.
Mausebär hier, Schatzi da. Ach geh doch zum …

Schon beim Frühstück im Hotel geht es los.
Was wollen wir heute unternehmen? Gehen wir ans Meer?
Oder machen wir Wellness? Eine Fahrrad-Tour?
Oder sehen wir uns die Stadt an?
Action oder Entspannung? Tauchen oder Pool?
Er will sich ein Fußballspiel ansehen. Sie will in die Sauna.
Was essen wir heute: Fisch oder Pizza? Schnitzel oder Paella?

Wo in aller Welt steht eigentlich geschrieben, dass Eheleute auf einer
Urlaubsreise die komplette Zeit zusammen verbringen müssen?
Um Stress zu vermeiden, tut man oft gut daran, auch mal getrennte Wege zu gehen. Bevor man dem Partner zuliebe widerwillig an einem Ausflug
oder einer Bergtour teilnimmt.

Sie wird Sonne tanken. Er zieht sich die Reggae-Musik der Einheimischen rein.
So macht jeder das, was ihm am besten gefällt.
Das macht Laune. Und man hat am Abend einiges zu erzählen.

Hatte ich zu Hause noch einen Blick für die Schokoladenseiten meines Partners.
Dann fallen mir am Strand von Zypern seine Macken so richtig auf.

War er schon immer so sparsam? Um nicht zu sagen: geizig.
War er schon immer so pessimistisch oder langweilig?
Hat fremden Frauen schon immer auf Po und Busen geglotzt?
War sie daheim auch so eine Zicke?
Mann, wie die im Bikini aussieht. Wo ist bloß ihre sportliche Figur geblieben?

Die Macken waren schon immer da.
Nur jetzt fallen sie mehr ins Auge, weil man keine anderen Verpflichtungen
im Hinterkopf hat. Weil man die Zeit hat, sie zu sehen.

Wie wäre es denn mit ein bisschen Toleranz oder Selbstkritik?
Schauen Sie in den Spiegel:
Ist Ihr Aussehen perfekt? Was ist mit dem Bierbauch?
Wieso beschweren Sie sich dann über die Fettpölsterchen
Ihrer Frau oder Freundin?

 

Erwartungshaltung fürs Reisen
50 Wochen arbeiten und malochen.
In all den Monaten leben Sie nur auf diese 2 Wochen Ferienzeit hin.
Die 2 Wochen sollen Sie jetzt entschädigen für 50 Wochen
Stress, Frust und Routine.

Was aber, wenn Ihr Urlaub diese Hoffnungen nicht erfüllen kann?
Wenn Sie nicht abschalten können? Keine Ruhe und Entspannung finden?
Man hatte sich endlich wieder mal ein Stück Romantik erhofft.
Guten Sex in einer entspannten Urlaubs-Atmosphäre.

Sie hatten sich den Ort ganz anders vorgestellt.
Auf den Postkarten und in den Reisebüro-Prospekten sieht das ja ganz nett aus.
Die Realität aber ist eine Katastrophe.

Das Essen ist zum Haare-Raufen.
Von wegen Luxushotel! Die Betten sind hart wie Bretter.
Die Klimaanlage funktioniert wie sie Lust hat.
Die Einheimischen beklauen Sie nach Strich und Faden.
Sogar der Wettergott hat sich gegen Sie verschworen.
Dabei war doch von Sonnengarantie die Rede.
Sie finden das überhaupt nicht lustig.
Ihre Nerven sind zum Zerreißen gespannt.

Wer oder was ist schuld an dieser Misere?
Im Zweifelsfall natürlich der Ehepartner. Wer denn sonst?
Ich habe doch gleich gesagt, wir fliegen nach …

Vielleicht sind aber auch Ihre übergroßen Erwartungen schuld.
Damit sich nicht all Ihre Illusionen auf diese 2 Wochen im Sommer
oder Winter konzentrieren. Wäre es nicht schlecht, Sie nehmen sich
das Jahr über öfters mal einen Kurzurlaub.

Das könnte zum Beispiel ein Wellness-Wochenende
von Freitag bis Sonntag sein.

Oder eine Städtetour zusammen mit anderen Ehepaaren.
Besuchen Sie mal den Rosenmontags-Zug in Mainz oder Köln.
Ein Musik-Konzert. Ein Champions-League-Spiel von Bayern oder BVB.
Gönnen Sie sich eine mehrtägige Schiffsreise auf Rhein oder Donau.
Gehen Sie ins Theater oder ins Kabarett.
Machen Sie am Wochenende ein Picknick.

Essen Sie nicht immer zu Hause.
Sondern gönnen sich mal ein Luxus-Restaurant.
Für den kleinen Geldbeutel tut es auch der Italiener oder Chinese.
Hauptsache: immer wieder mal etwas Neues probieren.
Und Farbe ins Leben bringen.

Wenn Sie Ihr Dasein die ganzen Monate über abwechslungsreich gestalten.
Dann fühlen Sie sich beim Jahresurlaub nicht so unter Druck.
Ihr Leben ist auch ohne Urlaub ganz gut.
Wenn die Reise nicht ganz so perfekt ist: okay, kein Beinbruch!
4 Wochen später fahren Sie ja übers Wochenende nach Berlin.

Gut ist es auch, wenn Mann und Frau vor einer Reise
über ihre Erwartungen sprechen.

Was willst du? Was will ich?
Schweigen ist Silber. Reden ist Gold.

 

Ich hoffe, dieser Beitrag hat gezeigt, dass die kritische Urlaubszeit
keineswegs zum K.O. einer Ehe oder Liebesbeziehung werden muss.

Wenn man sich vorher bewusst macht, wo die Gefahren lauern.

Lothar Mader

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