Tinder App: Erfahrungen mit der mobilen Dating App

Erfahrungen mit der Tinder App

Apps sind der Renner heutzutage. Die Tinder App
gehört zu den meist genutzten mobilen Anwendungen.
Hier ein Kurzportrait dieser mobilen Dating App

2 Millionen deutsche Singles haben die App von Tinder bereits
aus dem App Store aufs Handy heruntergeladen. Weltweit sind es 50 Millionen.
Damit ist es eine der beliebtesten Applikationen auf den Dating-Markt.
Mit rasanten Zuwachsraten, zumindest bis zum Jahr 2015.

Die Tinder App ermöglicht es den Nutzern, vorgeschlagene Bilder positiv
zu bewerten. Sie können innerhalb kurzer Zeit chatten und ein Date
mit einem anderen Single in der Umgebung ausmachen.

In diesem Testbericht möchte ich Ihnen meine Erfahrungen
mit der mobilen Tinder App mitteilen.
Wie sie funktioniert. Was ihre Stärken und Schwächen sind.

 

Das Erfolgsgeheimnis der mobilen Tinder App
Schnell und unkompliziert zu einem richtigen Date kommen:
das ist es, was junge Singles so sehr an Tinder lieben.
Als die App neu herauskam (Ende 2012) sah es noch nicht so aus,
als würde diese Gangart den deutschen Dating-Markt revolutionieren.
Dann kamen diverse TV-Werbekampagnen. Heute ist Tinder in aller Munde.
Vor allem junge Singles unter 25 sind verrückt auf das mobile Dating mit Tinder.

Das spassige Kennenlernen ist ganz einfach.
Auf den ersten Blick gleicht es einem lustigen Spiel.
Alles verläuft rasant schnell. Man muss sich nicht –
wie bei Singlebörsen – mit dem Schreiben von Mails herumschlagen.
Man muss auch nicht lange suchen.
Denn die Tinder App schlägt Ihnen Leute vor, die sich im Umkreis
von maximal 160 Kilometer aufhalten. So lässt sich spontan ein Treffen arrangieren.

Sie müssen nur 2 Voraussetzungen erfüllen, um mit Tinder Spass zu haben:
Sie benötigen zwingend ein Facebook-Profil.
Und Sie müssen auf dem Smartphone Google-Android oder iOS von Apple
installiert haben. Sie können die mobile Tinder-Anwendung
aus dem App Store von iTunes oder bei Google Play downloaden.

 

So funktioniert Tinder-Dating
Sie gehen auf die Startseite Gotinder.com. Klicken oben auf „Download“.
Und laden sich die mobile App kostenlos auf’s Smartphone herunter.
Mit einem Klick stellen Sie eine Verknüpfung zu Ihrem Facebook-Profil her.
Die App zieht alle Bilder und Daten aus dem sozialen Netzwerk herunter auf Tinder.
Und erstellt gleichzeitig für Sie ein Mini-Profil.

Sofort werden Ihnen die ersten Fotos von Singles aus der Nähe angezeigt.
Vor allem auch von Menschen, die ähnliche Interessen haben.
Als Grundlage dienen dazu Ihre Facebook-Aktivitäten:
Freundeskreis, Posts, Likes, Shares, Gruppen und Profil.

Kontaktsuche
Sie haben nun die Möglichkeit, die angezeigten Bilder auf dem iPhone zu bewerten.
Wenn ein Foto nicht gefällt: dann klicken Sie per Touchscreen auf ein rotes Kreuz.
Oder Sie wischen das Bild ganz einfach nach links weg.
Falls es Ihnen aber zusagt, dann klicken Sie auf das grüne Herz.
Oder wischen das Bild nach rechts weg.
Damit ist dieses Profil im Hintergrund gespeichert.

Mit Grün haben Sie eine positive Wertung abgegeben.
Tinder benachrichtigt den anderen User nicht über Ihr Urteil.
Erst wenn der andere auch Ja sagt zu Ihnen, entsteht ein so genanntes
„Match“ (Englisch: Passen, Spiel).
Dann öffnet sich auf Ihrem Bildschirm ein Chatfenster.
Sie können dem anderen Single jetzt eine Nachricht schicken.
So kann sich ein Kontakt oder ein Date anbahnen.

Zwar berücksichtigt Tinder die Facebook-Daten:
was Sie gepostet haben, welchen Gruppen Sie angehören,
welche Hobbys Sie haben.
Es analysiert auch Ihre Freundesliste.
Dennoch sind dies recht oberflächliche Gesichtspunkte.
Daher ist Tinder nicht geeignet, um einen richtigen Partner zu finden.
Sondern nur zum Chatten, mit Option auf eine reale Begegnung.

Junge Leute haben meist auch gar keine Absichten in Richtung Partnersuche.
Sie möchten sich mit anderen Menschen treffen.
Und mehr Erfahrungen sammeln mit dem anderen Geschlecht.

Böse Zungen behaupten:
Die Tatsache, dass die Auswahl der Dating-Partner bei der Tinder App
rein vom Aussehen bestimmt wird, deutet darauf hin: eigentlich geht es nur um Sex.
Im besten Fall um pubertäre Spielereien.

Limitierung der Positiv-Bewertungen
In der Anfangszeit ergab sich bei Tinder folgendes Bild:
Während Frauen nur jedes 6. Bild positiv bewerteten (grünes Herz),
war es bei den Männern nahezu jedes zweite. Davon erhofften sich die Herren
der Schöpfung scheinbar mehr Matches und Flirtkontakte.

Tinder hat dieses Konsumverhalten nicht gefallen.
So hat man das Wischen nach rechts auf eine gewisse Anzahl pro Tag beschränkt.
Es kommen nun weniger Matches zustande.
Die allerdings besser überlegt und somit qualitativ besser sind.

 

Alternativen zu Tinder:
Singles kennenlernen im Chat

 

Was hat die Dating App von Tinder mit Facebook zu tun?
Mark Zuckerbergs soziales Netzwerk ist die Eingangstür zu Tinder.
Im Gegensatz zu Badoo und zu Lovoo haben Sie hier keine Ausweichmöglichkeit.
Wer kein Facebook-Profil hat, kann die mobile App zwar downloaden,
aber nicht anwenden. Noch nicht einmal das Einloggen ist möglich.

Tinder begründet das so:
Wir wollen, dass sich bei uns nur echte Personen anmelden.
Da fragt man sich doch: können Fakes, Scammer, Hacker und Betrüger
bei Facebook denn kein Profil haben?

Sie können bei Tinder ein Kurzprofil erstellen. Müssen aber nicht.
Denn die App bildet automatisch aus Ihrem Vornamen und der Altersangabe
bei Facebook einen Benutzernamen. Alles schön einfach und bequem.

Tinder zieht Ihr Hauptfoto von Facebook herunter.
Sie können noch weitere 5 Facebook-Bilder in die Galerie hinzufügen.
Sobald Ihnen ein passender Partner (Match) präsentiert wird, zeigt Tinder,
welche Eigenschaften und Interessen Sie mit dem gemeinsam haben.

Alles im grünen Bereich, könnte man sagen.
Doch leider hat die Sache einen Haken.
Tinder ist – ebenso wie Facebook – ein Datenspion der übelsten Sorte.
Alles, was Sie bei FB stehen haben, liegt für Tinder offen dar
wie ein aufgeschlagenes Buch. Sie haben keine Chance, sich dagegen zu wehren.

Bei Twitter erscheinen immer wieder warnende Tweets:
Woher weißt du, was die mobile Tinder App mit deinem Namen,
deiner Wohnadresse und den Freizeitinteressen anfängt?
An wen der Datingdienst aus LA diese Daten weiter leitet oder verkauft?

Es leuchtet ein:
Irgendwie muss sich ein kostenloser Dienst finanziell rentieren.
Denn allein von Werbeeinblendungen bei Twitter und Facebook ist Tinder
auf Dauer nicht lebensfähig. Also müssen sie noch weitere Einnahmen
durch den Verkauf von sensiblen Daten generieren.
Deutsche Singles scheint die Datenschutz-Komponente bisher wenig zu kümmern.
Sie tindern und liken immer munter weiter.

 

Hier gibt es weitere News
zum mobilen Chatten

 

Die Dating App von Tinder ist so gut wie kostenlos
Das hört sich gut an. Ebenso wie Badoo und die Lovoo App können Sie
die Flirt-App von Tinder ohne irgendwelche Ausgaben nutzen.
Es gibt nur 2 Ausnahmen, für die Sie Geld zahlen müssen.
Um diese beiden Funktionen zu nutzen, brauchen Sie einen Tinder Plus-Account:

Reisepass-Funktion
Über Facebook kennt Tinder Ihren Wohnort. Aufgrund dessen werden Ihnen Bilder
angezeigt von Singles, die im Umkreis wohnen. Das ist der Normalfall.
Sie können diese Singles – bei gegenseitigem Gefallen – anchatten.
Und sich mit denen treffen.

Was aber ist, wenn Sie im Urlaub sind? Oder sonstwie weit weg von zu Hause?
Dann nutzt Ihnen das Anzeigen von Leuten in Wohnortnähe wenig.
Mit der Reisepass-Funktion können Sie den derzeitigen Urlaubsstandort
neu eingeben. Jetzt haben Sie die Chance, Tinder-Mitglieder auf Mallorca,
in Italien oder Griechenland auf einen Drink zu treffen.

Undo-Funktion
Wenn Sie das Bild eine Users nach links gewischt haben:
Dann ist es weg, für alle Zeiten. Dieses Foto wird Ihnen nie wieder angezeigt.
Haben Sie hingegen die kostenpflichtige Undo-Funktion:
Dann dürfen Sie ein unbedachtes Wegwischen revidieren.
Sie können zurückkommen auf dieses Profil.
Und doch noch einmal mit dem grünen Herzen Ihre Sympathie bekunden.

Was kostet der Spass mit Undo und dem Reisepass?
Hier legt Tinder ein komisches Verhalten an den Tag.
Der Preis hängt von Ihrem Alter ab. Man geht davon aus, dass Leute
unter 28 (also z.B. Studenten) weniger Geld zur Verfügung haben.
Also müssen sie für Tinder Plus nur 5 Euro zahlen.

Leute ab 28 hingegen werden mit rund 20 Euro zur Kasse gebeten.
Theoretisch könnten Sie schummeln, indem Sie vor dem Download
der mobilen Dating App bei Facebook das Alter ein wenig nach unten korrigieren.
Aber ich denke, das lohnt sich nicht. Es handelt sich um eine einmahlige Zahlung.
Was soll’s?

Was ist kostenlos bei Tinder?

  • In einem geringen Ausmaß können Sie die von Facebook importierte
    Kontaktanzeige mit weiteren Details bestücken.
  • Sie können sehen, wer gerade on  ist
  • Sie können Fotos durchblättern, und mit dem grünen Herzen
    Ihre Sympathie zeigen
  • Wenn Ihr Favorit online sein sollte: dann können Sie direkt chatten.
    Andernfalls schicken Sie eine Nachricht, welche dieser dann später liest.

 

Möglichkeiten zum Kennenlernen anderer Singles
Gegenüber herkömmlichen Kontaktbörsen hat die Tinder App einige Vorteile.
Sie müssen kein groß großartiges Profil ausfüllen.
Keine E-Mail-Bestätigung und kein Aktivierungscode.
Über Facebook haben Sie in wenigen Sekunden alles im Inserat stehen,
was für einen Erstkontakt wichtig ist.

Sie müssen bei der mobilen Tinder App auch nicht viel Zeit aufwenden,
um nach Kontakten zu suchen. Leute, die in der Nähe wohnen
oder sich dort aufhalten, werden automatisch angezeigt.
Tinder macht wesentlich weniger Arbeit und Stress als alle anderen Datingbörsen.

Wenn Sie eine Frau oder einen Mann mit einem hübschen Gesicht vor sich sehen:
Dann wischen Sie einfach nur nach rechts oder markieren das grüne Herz.
Tut Ihr Gegenüber danach dasselbe: dann haben Sie die Möglichkeit,
sich im Chat zu verabreden. Und sich kennenzulernen.

Ob es dann wirklich zu einem Treffen kommt, hängt nicht nur
von einem attraktiven Bild ab. Sondern von Ihren Flirtkünsten.

 

Negativ-Erfahrungen mit Tinder
Was am häufigsten beanstandet wird, ist die Oberflächlichkeit der mobilen App.
Ein Mensch wird auf primitive Art und Weise wird auf’s Aussehen reduziert.
Bei normalen Kontaktbörsen hat man die Chance, etwas über die Interessen,
den Charakter und die Eigenheiten eines Users zu erfahren.
Bei der mobilen Tinder App ist dies durch Touchieren eines Bildes
nur begrenzt möglich.

Kritiker und Datenschützer finden das gar nicht lustig.
Sie behaupten: Tinder trägt stark zur Verdummung der jungen Generation bei.
Flirtkontakte werden jetzt endgültig zum Massenprodukt.
Das Wegwischen hat etwas von Müllentsorgungs-Mentalität.

Ein Mensch, dessen Optik nicht sofort gefällt, wird in den Abfall-Eimer geworfen.
Sexy aussehen und auffallen um jeden Preis: das ist es, was zählt bei Tinder.
Persönlichkeit und innere Werte: das ist verstaubtes Zeugs aus Omas Zeiten.

Wenn die Tinder App erst der Anfang einer Entwicklung sein sollte:
Dann möchte man gar nicht wissen,
wie Singles in 10 Jahren auf Partnersuche gehen oder online flirten.
Vielleicht wird dann nicht mehr das Gesicht eines Menschen bewertet,
sondern nur noch Nacktbilder, Geschlechtsteile und Sex-Videos.

Auch wenn sehr viele jungen Menschen auf den Tinder-Zug aufspringen.
Die Erfahrung zeigt: mit der Zeit ist das Wischen doch langweilig.
Es kommen nur wenige gute Kontakte zustande.
Die Folge: die meisten Singles löschen die App wieder vom iPhone.

Die Erfahrung der Vergangenheit zeigt auch: solche scheinbar sensationellen
Weltneuerungen wie Tinder können sich nicht lange auf dem Markt halten.
Nur Facebook bildet die große Ausnahme.

 

Lothar Mader

Schlagworte: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,