Streit und Schluss machen an Weihnachten

Beziehungsende nach Weihnachten

Zu keiner Jahreszeit wird so oft Schluss gemacht
wie an Weihnachten. Hier meine Tipps,
wie das Fest der Liebe stress- und streitfrei verläuft

Manchmal ist es absehbar. Manchmal kommt der Schluss-Strich wie aus
heiterem Himmel. Streitereien und Stressmomente an Weihnachten
nimmt so mancher zum Anlass, sich vom Partner zu trennen.

In diesem Artikel erfahren Sie einiges über die Beweggründe:
warum ausgerechnet an Weihnachten so oft Schluss ist.
Ich zeige, wie man diese hochstressige Situation verkraften kann.
Ob es ratsam ist, sich gleich wieder nach einem neuen Partner umzusehen.
Und wie man die Katastrophe hätte vermeiden können.

 

Gründe: warum macht der Partner an Weihnachten Schluss?
Immer dasselbe an den Feiertagen: statt im Kreis der Familie ein paar
schöne Stunden zu verbringen, ist die Stimmung gereizt. Die Nerven liegen blank.
So mancher sieht dem Fest der Liebe mit bösen Vorahnungen entgegen.
Weil es schon in den vergangen Jahren immer wieder zu Streit
und stressigen Situationen kam.
Viele Eheleute sind froh, wenn der Weihnachtszauber endlich vorbei ist.
Und das Leben wieder in normalen Bahnen verläuft.

Wenn der Partner Schluss macht und die Trennung vollzieht:
Daran müssen aber nicht immer die Feiertage selbst schuld sein.
Die Ausnahmesituation an Weihnachten bringt das Fass nur zum Überlaufen.
Denn schon seit geraumer Zeit wirkt der andere unzufrieden mit der Beziehung.

Sie sehen die Frau immer öfter mit versteinerter Gesichtsmiene.
Ihre Augen blicken abwesend in die Ferne.
So als ob es dort ein Traumland zu sehen gäbe.
Doch Sie haben sich nichts dabei gedacht. Die Vorzeichen ignoriert.
Alles nur Einbildung! Sie hat eben ihre Tage.

 

Tipps gegen das Alleinsein an Weihnachten

 

Stress in der Adventszeit
kann eine mögliche Ursache sein, warum sie nach den Festtagen Schluss macht.
Entweder als Kurzschlussreaktion.
Oder als das Ende einer lange Reihe von Frustrationen.

Der Stress im Dezember ist oft hausgemacht.
Vieles davon ließe sich vermeiden, wenn wir uns nicht so verrückt machen würden.
Wenn wir vom Weihnachtsfest nicht zu viel erwarten würden.
Alles muss perfekt sein:
Äußerlichkeiten wie Festessen, Baum und Weihnachtsgeschenke.
Dinge, die mit dem ursprünglichen Sinn des Christfestes nichts zu tun haben.

Die Einkäufe bleiben an der Frau hängen.
Das Plätzchen backen und der Hausputz natürlich auch. Schnell noch auf dem
Christkindlsmarkt Lebkuchen, Baumschmuck und einen Weihnachtsbaum kaufen.
Der Mann fängt sich einer Erkältungsgrippe ein. Er hat üble Laune.
Statt die Partnerin zu unterstützen, verbreitet er nur miese Stimmung.

Dazu ist das Wetter im Dezember echt zum Ko …
Die Tage sind kurz und dunkel. Es regnet in Strömen.
Am Morgen springt das Auto nicht an.
Schnell noch in die Werkstatt. Um eine neue Batterie einzubauen.
Jesus Maria und Josef, was für ein Stress!
Aber Gott sei Dank ist ja bald Weihnachten.

Doch falsch gedacht, mein Freund.
Deiner Frau steht dieses Eheleben bis Oberkante Unterlippe.
Nach so vielen Jahren ist sie zu dem Schluss gekommen:
so kann und wird es nicht weiter gehen.
Nach Weihnachten wird sie die Trennung vollziehen. Zumindest auf Zeit.
Damit du siehst, was du an ihr hast bzw. was du zu verlieren hast.

Streitereien an den Festtagen
Es ist geschafft. Heiligabend sitzt die Familie unter dem Tannenbaum.
Geschenke werden ausgepackt. Endlich mal Zeit für die Lieben.
Dieses Jahr soll Weihnachten richtig schön werden.

Doch nach dem Auspacken der Geschenke sieht man enttäuschte Gesichter.
Sohnemann hätte ein anderes Computerspiel besser gefallen.
Auch die Tochter mault herum und zieht eine grimmige Fresse.
Zum Glück wird es bald Zeit, ins Bett zu gehen. Denn morgen ist ja Weihnachten!

Aber nicht nur die eigene Familie trägt dazu bei,
dass einer von beiden Partnern nach den Feiertagen das Handtuch wirft.
Denn am ersten Festtag kommen die Geschwister und die lieben Schwiegereltern.
Was für eine Freude!

Am Essen wird herum gemäkelt. Die Soße ist zu fett, der Schweinebraten zu mager,
der Kuchen zu süß, die Plätzen zu schokoladenhaltig.
Schwiegerpapa gibt zu bedenken: du wolltest doch einen Wintergarten bauen.
Der Schwager meint: Unser Weihnachtsbaum ist nicht so krumm wie der da.

Die Oma wirft ein: früher gab es immer Weihnachtsgans.
Auch die Kinder geraten aneinander.
Die Hausdame ist genervt und möchte hinausbrüllen:
Jetzt haltet doch mal alle die Klappe!
Herrschafts Zeiten! Haben die Deutschen es verlernt, froh und lustig zu sein?

Zu viele Menschen auf engem Raum. Zuviel Nähe, zu wenig Auslauf.
Zuviel Streit- und Konfliktpotential.
Warum tut man sich das nur immer wieder an Weihnachten?

Dass die Festtagen ein idealer Nährboden sind für Unzufriedenheit, ist doch klar.
Ihr Schatz denkt: Schluss, aus und fertig. Das mache ich nicht mehr mit.
Zumal mein Alter sich in den letzten Monaten ganz schön gehen lässt.
Nach den Feiertagen werde ich beim Anwalt die Scheidung einreichen.

 

Reiseideen für Verlassene in der Weihnachtszeit

 

Das Schlussmachen bewältigen
Nach dem zweiten Weihnachtstag ist die Partnerin ist weg.
Was soll nun geschehen? Zum Glück sind die Kinder schon ziemlich selbstständig.
Dennoch sollten Sie auch mit denen möglichst sachlich darüber reden,
was nun geschehen soll.
Wie es aussieht, wird die Frau zum Scheidungsanwalt gehen.
Ein Zurück gibt es nicht mehr.

Nach den Feiertagen fallen Sie in ein tiefes Loch.
Sie grübeln, suchen Trost im Alkohol. Trotz Schlaftabletten liegen sie nachts
die meiste Zeit wach. Verdammt, wie hat es nur so weit kommen können?
Habe ich die Vorzeichen nicht erkannt? Oder nicht sehen wollen?

Wie soll das Leben nun weiter gehen? Sie können sich doch nicht hängen lassen.
In jedem Fall ist es das Beste, den Trennnungsschmerz nicht zu verdrängen.
Sondern auszuleben. Kurz und heftig leiden ist viel gesünder
als den Kummer ewig mit sich herumzutragen.

Ihre Psyche braucht eine gewisse Zeit, um die neue Lage zu verarbeiten.
Gute Freunde können dabei eine gute Hilfe sein.
Vor allem Geschiedene, die eine Trennung schon erfolgreich überstanden haben.
Statt sich abzuschotten, suchen Sie das Gespräch mit einem Menschen,
der auch im Stich gelassen wurde.

Wenn es gar zu schlimm wird. Und auch Freunde nicht helfen können.
Wenn Sie in eine Depression fallen, die nichts mit der dunkeln Jahreszeit,
sondern mit dem Weggang Ihrer Frau zu tun hat: dann gehen Sie zum Hausarzt.
Er könnte Ihnen einen guten Therapeuten empfehlen.
Vielleicht können sie sich einem fremden Menschen leichter öffnen
als den Geschwistern und Bekannten.

Auch wenn es schwer fällt:
Versuchen Sie auch in der Trauerzeit schon auf neue Gedanken zu kommen.
Statt den Kummer in Wein und Rum zu ertränken:
setzen Sie sich entspannt in den Lieblingssessel.
Vor sich ein Blatt Papier und ein Kuli.
Schreiben Sie auf, welche Ideen Ihnen einfallen für die Zukunft.
Sie können aus der gescheiterten Beziehung zwar lernen.
Aber es macht keinen Sinn, zuviel in der Vergangenheit herzumzuwühlen.
Richten Sie Ihren Blick besser nach vorn.

Vielleicht sollte man das Ende der Ehe zum Anlass nehmen, um grundsätzlich
über das Leben nachzudenken. Was ist mit der berufliche Situation?
Haben die Überstunden dazu beigetragen, dass die Frau es leid war,
und einen Schluss-Strich gezogen hat?
Hatten Sie zu wenig Zeit für sie?
Haben Sie immer abgeblockt, als sie reden oder zärtlich sein wollte?

Wenn Sie noch nicht zu alt sind, könnten Sie über einen Jobwechsel nachdenken.
Eine Arbeit, die weniger stressig ist.
Sie könnten künftig mehr Wert legen auf Freizeit anstatt auf die Karriere.

Was soll mit dem Haus werden? Das ist nun viel zu leer geworden.
Die Kinder werden flügge. Sollte man vielleicht umziehen?
Oder sich eine Eigentumswohnung zulegen.

Auf jeden Fall sollten Sie gleich nach Neujahr für Tapetenwechsel sorgen.
Fahren Sie hinaus ins Freie, gönnen Sie sich einen Kurzurlaub in den Bergen.
Bewegen Sie sich, treiben Sie Sport.
Das verbessert die Stimmung. Und bringt Sie auf positive Gedanken.

 

Neuen Partner finden oder allein bleiben?
Bleibt noch die Frage: soll man jetzt zum Jahresbeginn solo bleiben?
Vielleicht sogar für immer?
Oder ist man schon wieder offen für eine neue Beziehung?
In den meisten Fällen wird das nicht so sein.
Allerdings wären dann viele Probleme schlagartig vom Tisch.
Eine neue Liebe kann in so einer Situation wahre Wunder bewirken.

Falls es im Bekanntenkreis keine Singles gibt:
Dann setzen Sie sich an den Computer.
Geben Sie bei Google die Suchwörter ein: Partnersuche, Flirten, Dating.

Sie werden überrascht sein, wie viele Portale es gibt.
Auch andere Menschen haben Stress, weil sie einsam sind.
Sie fühlen sich allein in der Weihnachtszeit.
Sie versuchen, das Leben in andere Bahnen zu lenken.

Manchmal ist es so, dass uns nach Beziehungsschluss nicht gerade
der Sinn danach steht, sich schon wieder fest zu binden.
Was aber spricht dagegen, mit anderen Singles Kontakt aufzunehmen,
die sich vielleicht in einer ähnlichen Lage befinden.
Auch eine kurze Affäre könnte geeignet sein,
um die Welt wieder mit optimistischen Augen zu sehen.
Und die schlimme Zeit leichter hinter sich zu bringen.

 

Tipps für ein gelungenes Date
Speziell für Menschen, die aus der Übung sind

 

Dem Weihnachtsstress vorbeugen
Die Festtage sind für viele Beziehungen problematisch.
Wir setzen uns unter Stress, der eigentlich gar nicht nötig wäre.
Vieles hängt damit zusammen, dass wir ein perfektes Weihnachten haben wollen.

Dabei lassen wir uns treiben von romantischen Vorstellungen aus der Kinderzeit.
Es gelingt uns nicht, mit alten Traditionen zu brechen.
Mit Dingen und Verhaltensweisen, die uns eigentlich gar nicht gut tun.
Weil sie uns vollkommen unnötig unter Druck setzen.

Vielleicht sollte man überlegen, was Weihnachten im eigentlich christlichen Sinne
bedeutet. Das Fest der Familie, der Liebe und der Besinnung.
Versuchen Sie doch mal dem Konsumterror zu entkommen.
Und überhaupt keine Geschenke zu verteilen.
Darüber müsste sich die Familie natürlich im Vorfeld von Weihnachten einig sein.

Arbeitsplanung
Das A und O stressfreier Weihnachten ist eine gute Organisation.
Das hört sich so fürchterlich Deutsch an.
Kann aber ganz nützlich sein, um Belastungen gerecht zu delegieren.
Verteilen Sie die Festvorbereitungen doch auf mehrere Schultern.
So dass nicht alles an der Ehefrau hängen bliebt.

Vielleicht sind Sie ganz gut im Kochen?
Dann unterstützen Sie Ihren Schatz am ersten Weihnachtstag in der Küche.
Den Christbaum besorgt der Sohn.
Schimpfen Sie nicht mit ihm, wenn das Exemplar
nicht so 1000-prozentig Ihrem Geschmack entspricht.
Mit Nordmann-Tannen kann man nicht viel fasch machen.

Die Tochter hilft in den Tagen vor Weihnachten Ihrer Frau beim Putzen.
Das Dekorieren des Baumes kurz vor Heiligabend übernimmt sie ganz allein.
Mama schaut nochmal drüber, dass die Silberkugeln gleichmäßig verteilt sind.
Wobei zu überlegen ist, ob man diesen Tand überhaupt braucht.
Vielleicht reichen auch allein Kerzen und ganz oben ein Christstern.

Perfektion, nein Danke!
Wo steht geschrieben, dass Sie einen Weihnachtsbaum haben müssen,
der 1,80 lang ist und perfekt da steht wie aus dem Ei gepellt?
Es gibt billige Wurzel-Tannenbäume im Topf. Die sind 80 cm lang.
Sie symbolisieren das Christfest genauso wie ein Baum,
der so schön aussieht wie aus dem Bilderbuch.

Weihnachten ist einer der Top-Höhepunkte im Jahr.
Viele Paare sehen darin die pure Ironie.
Weil es Jahr für Jahr zu Spannungen und Streit kommt.
Um die Lage zu entstressen, könnten sie das Fest so verleben wie ein
ganz normales Wochenende. Statt einem Gala-Menü gibt es ein ganz
gewöhnliches Menü mit Sauerbraten, Kartoffelklösen, Rotkraut und Pudding.

Sich regen bringt Segen
Apropos Essen: wir schlagen uns den Bauch voll.
Nach der Weihnachtsgans kommt das Dessert.
Dann werden Plätzchen auf den Tisch gestellt.
Um 4 Uhr gibt es Kaffee, Bienenstich, Frankfurter Kranz,
Marmorkuchen und Schwarzwälder Kirschtorte.
Dabei sitzen wir auf einem Haufen und reden über belangloses Zeug.

So mancher Streit lässt sich vermeiden, wenn wir in den Nachmittagsstunden
einen nicht zu kurzen Verdauungs-Spaziergang machen.
Bei kaltem oder windigem Wetter ziehen Sie sich entsprechend an.
Und machen mit den Besuchern und Kindern eine Walking-Tour im Freien.

Dabei werden die Gedanken frei. Es werden Stresshormone abgebaut.
Sie treffen unterwegs Leute, denen Sie Frohe Weihnachten wünschen.
So vergeht die Zeit recht schnell. Man sitzt sich nicht auf der Pelle.
Immer in der Gefahr, dass jemand ein unheilbringendes Thema anschneidet.
Denn draußen unter freiem Himmel gibt es viele Ablenkungspunkte.

Keine Beziehungs-Diskussionen an Weihnachten
Zu den Grundlagen einer glücklichen Partnerschaft gehören gute Gespräche.
Dass man sich die Sorgen und Probleme des anderen anhört.
Dass man schlussendlich nach gemeinsamen Lösungswegen
und Kompromissen sucht. Den anderen tröstet, und in den Arm nimmt.

Leider sind viele deutsche Paare meilenweit entfernt von diesem Idealbild
einer Ehe. Statt über ein persönliches Anliegen zu sprechen,
sitzen sie schweigend und Chips kauend vor dem TV-Programm.
Und ziehen sich Tatort, Sportstudio, Volksmusik,
in aller Freundschaft und alle möglichen Soaps in den Kopf.

Diese oberflächliche Lebensweise kann sich genau dann rächen,
wenn der Fernseher Sendepause hat: an Weihnachten.
Auf einmal fallen uns tausend Dinge ein,
die nach einer Lösung schreien. Auch Beziehungsprobleme.

Finden Sie also übers Jahr hin immer wieder etwas Zeit,
um mit Ihrer Frau oder Ihrem Mann über persönliche Belange zu sprechen.
Speziell im Dezember. Dann ist vorläufig hoffentlich alles geklärt.
Und an Weihnachten kommen keine Grundsatzdebatten auf den Tisch.

 

Lothar Mader

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