Sportschau, Sky, Champions League: er hat nur Fussball im Kopf

Wenn Fußball die Beziehung belastet

Bundesliga, Sportschau und die Spiele auf Sky machen so mancher Ehe
arg zu schaffen. Wenn dann noch die Spiele der Champions League
und die Fussball-WM hinzu kommen, kann das Fass leicht überkochen.

Das Problem ist nicht das Hobby Fußball an sich.
Sondern die Unmenge an Zeit, die Ihr Liebster damit verbringt.
Eine glückliche Partnerschaft sieht jedenfalls anders aus.

Hier ein paar Tipps und Anregungen, wie eine Frau
mit einem sportverrückten Fußball-Kucker umgehen kann.

 

Ihr Liebling und sein Hobby
Vielleicht erkennen Sie ihn wieder.
Jeden Samstag Nachmittag herrscht Ausnahmezustand.
Der Fernseher wird angemacht.
Ihr Schatz verfolgt auf Sky-TV live die Spiele der Fußball-Bundesliga.
Er ist jetzt nicht ansprechbar.
Der Telefonhörer muss nebendran gelegt werden.
Die Haustürklingel ist abgeschaltet.

Auf Sky wird jede Zeitlupe fachmännisch kommentiert.
Bei einem Sixpack wird der Schiri als Schieber verschrien.
Weil er statt Eckball Elfmeter pfeift. Weil er nur Gelb gibt statt Rot.

Die Bayernspieler werden gnadenlos herunter gemacht.
Weil sie wie eingebildete Stars über den grünen Rasen traben.
Und wie Perverslinge vor dem Strafraum ständig eine Abseitsfalle aufbauen.
Sonst können die ja nichts.
Auch Manuel Neuer kriegt sein Fett weg.
Weil er beim Abschlag ständig auf Zeit spielt.

Später muss Herrchen unbedingt noch die ARD-Sportschau sehen.
Denn dort geben Trainer und Fußballer interessante Interviews.
Nach Bella Blog und Heute-Nachrichten zieht er sich im ZDF noch
das Aktuelle Sportstudio rein. Die Spiele müssen bis ins Kleinste analysiert werden.
Man spekuliert über den nächsten Trainer-Rausschmiss.
Und ob die Torbildkamera den Fussball nicht doch zu perfekt macht.

Als TV-Gast kommt der Torschützenkönig vom BVB.
Es werden Sprüche gekloppt über den Bundesliga-Spieltag.
Und natürlich über das bevorstehende Champions League-Match
gegen den CF Barcelona.

Auch das Torwandschießen lässt sich der Couch-Potato nicht entgehen.
Mit einem selbstzufriedenen „Das hätte ich auch noch gekonnt“
geht ein ereignisreicher Fußballsamstag zu Ende.
Gute Nacht, mein Schatz. Wir können wirklich zufrieden sein.
Die Nummer lassen wir heute ausfallen. Denn morgen ist wieder ein heißer Tag.

Beim Frühstück muss ich gleich die BILD am Sonntag lesen.
Und dann unbedingt die Modell-Eisenbahn reparieren.
Nach Mittagessen und Doppelpass-Sendung gehen wir an die frische Luft.
Am besten auf den Fußballplatz.
Regionalliga-Relegationspiel gegen Rot-Weiß Essen.
Bevor am Abend bei Sky die Sonntagsspiele auf uns warten.
Mal gespannt, was am Montag der Kicker schreibt.

Für jeden eingefleischten Fan ist der Dienstag ein unmenschlicher Härtetest.
Weit und breit ist nichts zu sehen von König Fussball. Auch kein Länderspiel.
Was soll man nur anfangen mit dieser verlorenen Zeit?

Die Fußballschuhe des Jungen putzen? Kann er selber machen.
Mit der Frau etwas unternehmen?
Ach Blödsinn: die hat mit Kindern und Haushalt genug zu tun.
Ah ja, man könnte sich die Video-Aufnahme von den Spielen
der Europa-League ansehen.

Mittwoch geht’s ins Vereinsheim. Der Fußball rollt wieder.
Schalke spielt in der Champions League gegen Rom. Der BVB gegen Barcelona.
Da werden wir Messi und Konsorten das Fell über die Ohren ziehen.
Du wolltest doch zum Tupper-Abend gehen, Schatz.

Donnerstag läuft in der ZDF-Sportschau Bayer gegen Manchester United.
Und Freitag Abend ist wieder Bundesliga:
Der Höhepunkt des Jahres:
das Ruhrpott-Derby Borussia Dortmund gegen Schalke 04.
Wie schon ist doch das Fußballerleben!

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Tipps für den Umgang
mit einem Sportschau-verrückten Mann

Immer wieder verweist er Sie darauf, wie gut Sie es doch haben.
Er zieht nicht in die Kneipen. Kommt nicht alkoholisiert nach Hause.
Er reist nicht zu Auswärtsspielen.
Geht noch nicht mal ins Stadion des Lieblingsvereins.

Er hockt nur brav vor dem Bildschirm und schaut Sky-TV und Sportschau.
Er holt sich sein Bier selbst aus dem Kühlschrank. Ist das nicht vorbildlich?
Für BVB-Fanartikel gibt er kein Geld aus.
Das Schlafzimmer ist eine fußballfreie Zone.
Was willst du eigentlich noch mehr?

War er schon immer so?
Wenn Sie das Gehabe des Gatten unerträglich finden, dann sei die Frage gestattet:
Hat sich das Fussball-Fieber erst während der Beziehung entwickelt?
Oder war er schon so, als Sie sich in ihn verliebt haben?
Dann haben Sie gewusst, auf was Sie sich einlassen.

Sie können einen Menschen, der so voller Leidenschaft ist für Sportschau
und Champions League, nicht komplett ändern.
Wenn Sie ihn umkrempeln, dann wird er unzufrieden sein
mit der Beziehung. Und vielleicht andere Marotten entwickeln.
Sehen Sie auch sich selbst etwas kritisch.
Warum liebt er den Sport als mehr als seine Frau? Haben Sie so wenig zu bieten?

Die harte Tour
Er interessiert sich nicht mehr für Sie. Er hat nur die Fußball-Kicker und wahnsinnig
wichtige Spiele im Kopf. Sogar aus der spanischen Liga und der Seria A in Italien.
Und natürlich aus der Premier-League.
Um zu sehen, was Jürgen Klopp in Liverpool macht.
Vielleicht wird es Zeit, dass Sie nun andere Saiten aufziehen.

Tun Sie zumindest so, als wenn er Ihnen auch egal ist.
Setzen Sie sich vor den Computer. Fangen Sie an, auf Singlebörsen
mit anderen Männern zu chatten. Oder verpassen Sie Ihrem Mann einen Denkzettel:
Suchen Sie sich einen neuen Freund.

Fangen Sie an, sich mit der neuen Bekanntschaft zu verabreden.
Mal sehen, ob der Göttergatte das überhaupt mitbekommt.
Wenn er sogar froh ist, dass Sie aus dem Haus sind:
Dann sind wohl Hopfen und Malz verloren. Die Ehe ist nicht mehr zu retten.

Arrangieren Sie sich
Stellen Sie einen Zeitplan auf: wann kuckt er Sportschau und Fußball-Spiele?
Wann werdet ihr gemeinsam etwas unternehmen?
Wirklich etwas unternehmen, nicht nur vor der Glotze sitzen.
Sie gönnen sich ein gemeinsames Essen in einem Restaurant.
Sonntag Nachmittag machen Sie ein Picknick, eine Radtour oder eine Grillparty.
Sie schmieden gemeinsam Urlaubspläne.
Besuchen alte Freunde, die Schwiegereltern usw.

Ihr Zeitplan sollte einen Kompromiss darstellen zwischen dem, was bisher war.
Und dem, was Sie sich eigentlich wünschen. So dass beide damit leben können.
Sie sollten ohne Wenn und Aber auf Einhalten dieses Planes bestehen.
Egal, welche Spiele dann gerade im Fernseher laufen.
Dafür verzichten Sie darauf, ständig an ihm herumzumeckern.
Auch das macht eine Beziehung kaputt.

Es kann nicht sein, dass wegen Sportschau und Sky kein Familienleben mehr
stattfindet. Dass Sie allein zum Geburtstag der Cousine oder Freundin gehen
müssen. Oder dass Sie früher aufbrechen, weil um 20.30 Champions-League ist.
Dass sogar der Sex ausfällt, weil um 23 Uhr noch die Zusammenfassung
vom Spieltag kommt.

Sie müssen Ihrem Mann klipp und klar sagen, was geht und was nicht.
Wo die Grenze Ihrer Leidensfähigkeit liegt.
Auch, dass Sie wenigstens beim Abendessen über andere Themen reden wollen
als über Toto-Schein, Hooligans, Kreuzband-Risse, DFB-Elf,
Trainer-Karussell, Profi-Gehälter, FIFA-Bosse und Skandale.

Für Ablenkung sorgen
Sie haben ein Programm aufgestellt.
Überlegen Sie sich nun, was Sie selbst in der Fußball-Zeit
Erfreuliches erleben können. Während er Sportschau und Sky kuckt. 

Sie könnten mit der Freundin ausgehen.
Oder mit ihr während der Fußball-WM eine kleine Reise unternehmen.
Sie könnten sich ein neues Hobby zulegen. Mit alten Schulfreunden telefonieren.
Sie können mit Yoga, Fitness, Basteln, Radfahren oder Sauna anfangen.
Es gibt viele Möglichkeiten, die Zeit zu überbrücken,
wo Sie nun mal zweite Wahl sind.

Scheidung
Irgendwann einmal ist der Zeitpunkt gekommen, wo Sie nicht mehr können.
Alles gute Zureden hat keinen Sinn. Ihr Mann ändert sich um keinen Deut.
Da helfen auch keine Drohungen. König Fußball ist ihm nicht nur wichtiger als Sie.
Er beherrscht sein ganzes Leben von A bis Z.
Davon abgesehen besteht die Beziehung nur noch auf dem Papier.

In einer solchen Situation ist es vielleicht wirklich das Beste,
die Konsequenzen zu ziehen.
Die Drohung mit Scheidung hat nichts gebracht.
Irgendwann ist das Maß voll.
Sie sollten sich trennen. Das ist wahrscheinlich für beide das Beste.

 

Hier gibt es weitere Infos
zu Beziehungsproblemen

 

Hobby als Beziehungskiller
Was für Sky TV, Sportschau und Champions-League gilt,
lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen.
Und nicht nur bei Männern. Es soll auch Frauen geben,
die vor lauter Hobby Ihren Liebsten vernachlässigen.

Nicht die Freizeitbeschäftigung an und für sich ist das Problem.
Sondern die Menge an Zeit, die ein Partner damit verbringt.
Man könnte es fast als Sucht betrachten.
Kritisch wird es dann, wenn Freunde, Kinder, gemeinsame Unternehmungen
und sogar der Sex zu kurz kommen.

Hier ein paar typische Hobbys, die eine Beziehung gefährden können –
wenn sie zu viel Zeit beanspruchen. Zeit, die dem Partner verloren geht:

Poker- und Computerspiele
Intensives Filme kucken. Im schlimmsten Fall sogar Pornos.
Golfsport
Fotografieren
Modelleisenbahn
Auf Ebay ständig Angebote beobachten, bieten, verkaufen oder steigern
Facebook-Aktivitäten
Angeln
Auto
Fitness-Fimmel
Lesen
Kneipenbesuche
Kaffeekränzchen
Übermäßiges Laufen, wie z.B. Marathon-Training

 

Lothar Mader

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