Smartphone App Tinder missbraucht deine Facebook Daten

Wie schlimm ist der Datenmissbrauch
bei Tinder?

Tinder ist eine Smartphone App für unkomplizierte
Flirtkontakte. Zur Anmeldung werden Facebook-Daten
verwendet. Doch wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Für junge Singles sind Apps das Nonplusultra in unserer Zeit.
Wer ein Smartphone besitzt, kann diese Anwendungen kostenlos nutzen.
Wie z. B. die Dating App Tinder.
Mit 2 Millionen Downloads eine der meistgenutzten in Deutschland.

Wer die Tinder App via Smartphone nutzen will, benötigt ein Facebook-Profil.
Tinder braucht die dortigen Daten, um schnell und ohne viel Aufwand für die User
ein Kurzprofil zu erstellen. Aber kaum ein Single verschwendet einen Gedanken
daran, welche Folgen das haben könnte.

Datenschutzverletzungen sind ein langweiliges und trockenes Thema.
Man liest darüber und vergisst es wieder.
Mit diesem Artikel möchte ich Ihnen erläutern, welche Konsequenzen
das Dating mit einer App hat, wenn auf die Datensicherheit nicht geachtet wird.
Was kann passieren, wenn Leute mit bösartigen Absichten
Ihre Identität herausfinden? Und damit Missbrauch treiben.

 

Das Funktionsprinzip der Smartphone App von Tinder
Tinder ist für die junge Generation ein ideales Erwachsenen-Spielzeug,
um unkompliziert und vor allem fix Flirtkontakte zu finden.
Sie können mit Leuten aus der Nähe kommunizieren. Und sich spontan treffen.

Mit dieser direkten Art des Kennenlernens hat Tinder den Nerv unserer
schnelllebigen Zeit getroffen. Innerhalb weniger Monate sind die Nutzerzahlen
auch in Deutschland sprunghaft angestiegen.

Die Devise der Tinder-App heißt: schnell, einfach und direkt.
Jeder, der ein modernes Mobilfunkgerät besitzt, kann innerhalb weniger Minuten
auf Partnersuche gehen. Anders als bei Singlebörsen brauchen die jungen
Menschen kein langatmiges Profil mehr zu erstellen.

Sie laden im Apple-Store oder bei Google Play einfach die kostenlose App herunter.
Für die Anmeldung loggen Sie sich ins Facebook-Profil ein. Das ist Vorschrift!
Was danach im Hintergrund abläuft, das merkt kein Mensch.

Sie sind nur davon beeindruckt, wie schnell jetzt die ersten Flirtvorschläge in Form
einer Diashow erscheinen. Da die App Ihren Wohnbereich via Facebook kennt,
findet das GPS-Navigationssystem andere Tinder-Mitglieder in Ihrer Region.
Es zeigt auf dem Handy deren Standort und die Entfernung an.

Sie können sich die angebotenen Fotos nacheinander auf dem Smartphone
ansehen. Sie können das Bild zur Seite wegwischen:
nach links (= negativ) oder nach rechts (= positiv). Damit entscheiden Sie,
ob Sie diesen Single gern kennenlernen möchten oder nicht.

Wenn Sie Ja sagen. Und Ihr Bild dem anderen Tinder-Mitglied ebenso gefällt:
dann haben Sie die Möglichkeit, sich über den Chat näher kennenzulernen.
Wenn die momentane Entfernung gering genug ist,
besteht sogar die Chance auf ein spontanes Date.

 

Hier gibt es weitere News
zu mobilen Apps

 

Vergewaltigung der User:
Zwang zur Freigabe der Facebook-Daten

Die bisherige Beschreibung von Tinder hört sich doch super an, werden Sie sagen.
Ist es auch! Abgesehen davon, dass die Suche vielleicht zu oberflächlich abläuft,
ist die mobile Tinder App eine nette Innovation im Dating-Bereich.
Auch das Wort „kostenlos“ klingt prima. Vordergründig betrachtet.
Denn Singles bezahlen in Wirklichkeit einen hohen Preis – ohne es zu ahnen.

Die Tinderfalle schlägt zu
Just in diesem Augenblick, wo Sie bei der Anmeldung auf den blauen
Facebook-Button klicken, ist die Privatsphäre im Arsch. Sorry!
Die AGB der Tinder App besagen nämlich:
Durch die Verbindung mit Facebook geben Sie uns das Recht, alle Inhalte
eines Profils zu kopieren, zu benutzen und weiter zu verbreiten.
Auf Gut-Deutsch: zu missbrauchen. Wie ein bösartiges Krebsgeschwür breitet sich
Tinder jetzt im Bereich Ihrer Internet-Aktionen aus.

Die Dating App hat jetzt das Urheberrecht (Copyright) für all Ihre Facebook-Daten.
Begründet wird der Zugriff auf das soziale Netzwerk ganz scheinheilig so:
wir wollen nur echte Nutzer haben, keine Fakes. Damit geben sich viele Singles
zufrieden. Oder sie sehen sich bei seriöseren Tinder-Alternativen um.

Anfang 2015 ist die Tinder App durch viele Negativschlagzeilen böse aufgefallen.
Weil es den Datenmissbrauch über Facebook noch ein Stück weiter ausgebaut hat.
Weil es nun noch mehr Informationen von den Usern verlangte.
Es könnte sein, dass man sich dadurch sein eigenes Grab geschaufelt hat.

Zu dieser Zeit hat eine Studie belegt, wie unverfroren und kaltschnäuzig
die kalifornische Dating-App mit dem Datenschutz umgeht.
Nicht fahrlässig oder grob fahrlässig. Sondern hinterhältig und mit voller Absicht.

Unter anderem ermöglicht es Tinder, dass jeder die Fotos der Singles
in einem Screenshot abfotografieren kann. Danach gibt man mit ein paar
Fachkenntnissen diese Schnappschüsse in die Bildersuche bei Google ein.
Und findet heraus, wo der Betreffende wohnt und wie er heißt.

Ich wäre dazu nicht in der Lage. Aber es ist technisch sicher kein Hexenwerk.
Wer die Bedingungen von Tinder nicht annimmt, kann die App nicht
zum Dating benutzen. Wer sein Facebook-Profil nicht zur Verfügung stellt,
ebenfalls nicht. Keine Chance!

Datenschutzrechtlich gesehen ist das eine bodenlose Frechheit.
Leider ist Tinder nicht die einzige App mit solch fragwürdigen Machenschaften.
Sie haben bestimmt schon öfters erlebt, dass Sie irgendwo aufgefordert werden,
sich über den Facebook oder Twitter-Account einzuloggen.

Das ist zwar relativ bequem. Ich lehne es aber immer strikt ab.
Man läuft nämlich Gefahr, dass durch diesen Login der Name,
Wohnort, Alter, Geschlecht, sexuelle Ausrichtung
und E-Mail-Adresse im ganzen Internet publik wird.

Vor allem auch meine Hobbys, und somit mein Kauf- und Konsumverhalten.
Wenn ich gern jogge oder Fußball spiele: dann werde ich mich für
entsprechende Klamotten und Schuhe interessieren. Wenn ich gern reise,
dann brauche ich Koffer, Sonnenbrille und Badesachen.

Tinder analysiert außerdem Freundeskreis, Freizeitverhalten und die Facebook-
Statusnachrichten. Damit weiß es, mit welchen Menschen Sie sich abgeben.
Und was Ihre Gedanken beschäftigt.
Zudem verlangt Tinder von Ihnen für die Anmeldung zwingend Informationen
über Job, Ausbildung, religiöse und politische Ansichten.

Wer diese Infos bei Facebook nicht im Profil stehen hat, erhält keinen Zutritt
zu Tinder. Wer einwilligt, wird zum gläsernen, beeinflussbaren Mensch.
Von dem die kommerzielle Internetwelt so gern träumt.

Wie missbraucht Tinder die Daten der Nutzer?
Die Smartphone App speichert die User-Informationen nicht irgendwo
in einer verstaubten Datenbank. Davon hätten sie ja nichts.
Die Betreiber geben – genau wie Google – die Daten aller Singles weiter.
Und kassieren Geld dafür. Die Kunden von Tinder sind Onlineshops,
Server und sonstige Unternehmen. Die bezahlen gut dafür,
dass sie jetzt die naiven Tinder-Nutzer mit Werbespam zumüllen können.

Auch bei Google ist der Konsument Gefahren ausgesetzt.
Ich habe ich das wie folgt beobachtet: Ich besuche bei Amazon eine Seite,
wo zum Beispiel Schuhe oder Smartphones angeboten werden.
Egal, ob ich nun etwas kaufe oder nicht: In der Folgezeit werden mir beim Surfen
im Internet immer wieder Werbebanner von Schuhen und Handys eingeblendet.
Diese führen zu verschiedenen Online-Shops, nicht nur zu Amazon.

Ich habe ein Google-Konto, weil ich es eben brauche.
Durch mein Surfverhalten kennt die Suchmaschine meinen derzeitigen Kaufwunsch.
Und gibt die Daten weiter an alle möglichen Shops.
Die mir dann immer wieder mit Werbebildern ähnliche Produkte anbieten.

So funktioniert es bei den Apps.
Aber das ist noch eine relativ harmlose Folge des Datenmissbrauches.
Sie müssen ja nichts kaufen, können es ignorieren.
Schlimmere Konsequenzen erfahren Sie weiter unten.

Die eigentliche Absicht der Tinder App liegt also im Geldverdienen
durch Datenverkauf. Niemand auf der Welt ist so wohltätig und gottgefällig,
dass er jungen Leuten eine kostenlose Kennenlernen-Webseite zur Verfügung stellt.
Ohne selbst einen Vorteil davon zu haben.
Fairerweise muss man sagen: Tinder steht nicht alleine da.
Unbemerkt werden wir von vielen Apps durchleuchtet. NSA lässt grüßen.

Ausweg ein zweites Facebook-Profil
Gibt es denn überhaupt keine Möglichkeit, sich dem Zugriff
der datengierigen Krake Tinder zu entziehen? Doch, die gibt es.
Zwar ist es prinzipiell nicht gestattet, ein zweites Profil zu haben.
Wenn Sie es geschickt anstellen, merkt Facebook das aber nicht.
So können Sie vermeiden, dass die Tinder App Zugriff auf sensible Daten bekommt.

Der Trick ist folgender:
Sie erstellen bei Facebook ein Fake-Profil, das nur die nötigste Angaben enthält.
Nur das, was Tinder zwingend verlangt. Sie benutzen einen Fantasie-Namen.
Sie wählen auch einen falschen Arbeitsplatz und Wohnort.
Der aber in der Nähe des richtigen liegen muss.
Sonst können Sie die GPS-Ortung von Tinder nicht sinnvoll nutzen.
Sie geben bei Facebook eine andere Mail-Adresse an.
Bei Trash-Mail können Sie sich zu diesem Zweck kostenlos
eine „Müll-Adresse“ besorgen.

Sie liken nur wenige „Gefällt mir“-Buttons.
Und zwar dort, wo die Inhalte nur annähernd Ihren Gefallen finden.
Sie stellen ein Profilbild rein, das nirgendwo sonst im Internet zu sehen ist.
Das ist ganz wichtig! Damit Ihre wahre Identität nicht herausgefunden werden kann.
Auf Videos verzichten Sie ganz.

Bei den Angaben über Interessen, Ausbildung, Arbeitsplatz,
politische und religiöse Einstellungen schummeln Sie ebenfalls.
Sie sind nun mit diesem Profil ein richtiger Fake geworden.
Haben für geldgeile Spürhunde eine falsche Fährte gelegt.

Die Smartphone App von Tinder merkt das nicht.
Hier gibt es keine Probleme.
Bei der Anmeldung wird auf die Daten dieses Facebook-Profil verwiesen.
Wenn Tinder nun die gefälschten Daten im Internet verkaufen will: bitte schön!
Durch das Verschleiern Ihrer wahren Persönlichkeit
kann es damit keinen Schaden anrichten.

Was der Datenmissbrauch durch Tinder – ohne ein zweites Facebook-Profil –
für Sie bedeuten kann, das werde ich in den nächsten Abschnitten erläutern.

 

Auf altmodische, aber sichere Art Singles kennenlernen

 

Hacker-Opfer durch Tinder
Auch Smartphone und Computer sind in Gefahr, wenn Sie eine kostenlose
App wie Tinder benutzen. Eine häufige Betrugsmasche läuft so:

Da zeigen gewisse Menschen in Tinder-Fakeprofilen hochattraktive Bilder.
Sie sind begeistert von der jungen sexy Frau oder dem Traumtyp.
Sie wischen nach rechts oder klicken auf das Herz.
Der andere nimmt das Kontaktangebot dankend an.
Es kommt zu einem Chat-Gespräch. Soweit ist alles noch im grünen Bereich.

Dann aber postet dieser Schlawiner/in in einer Nachricht einen Link
zu einer externen Webseite. Mit einer fadenscheinigen Begründung:
„Man könne sich dort viel besser unterhalten als bei Tinder.
Außerdem wirst du viele erotische Fotos und Videos von mir sehen.“
Wer würde da nicht zugreifen?

Oder Sie werden zu irgendwelchen Computerspielen eingeladen.
Alles eben, worauf junge Leute so stehen.
Mit Tinder hat diese andere Seite überhaupt nichts zu tun.
Auch wenn sie einen vertrauens-erweckenden Namen hat wie z.B.
Tinderlike oder Tinderlicence. Das ist nur Augenwischerei.

Sobald Sie den angebotenen Link klicken, ist das Kind schon in den Brunnen
gefallen. Ohne Ihr Wissen verbreitet diese verbrecherische Webseite –
auch Bot genannt – auf Ihrem Smartphone einen schädlichen Softwarecode:
Malware, Trojaner oder Spyware.
Wie es Ihnen auch bei gewissen Pornoseiten im Netz passieren kann.
Es handelt sich nämlich gar nicht um einen echten Single mit Flirt-
oder Liebesabsichten. Sondern um eine Hacker-Bande.

Mit dem Besuch solcher Webseiten wird das Betriebssystem Ihres Handys
mit einem Schadcode infiziert (Trojaner). Dieser verhält sich bewusst unauffällig.
Anders als Viren beeinträchtig er nicht die Computer-Funktionen und Programme.

Allerdings spioniert er für seine Hacker-Chefs Ihr gesamtes Surfverhalten
und Privatleben aus. Manchmal sind die Schadcodes so raffiniert,
dass sie auch von kostenpflichtigen Antivirus-Scannern nicht erkannt werden.

Die Trojaner finden Ihre Wohnadresse und E-Mail-Adresse. Und beobachten,
welche Passwörter und Kreditkarten-Nummer Sie bei Accounts eingeben.
Zum Beispiel bei Ebay, Zalando und Amazon.

Damit sind die Betrüger in der Lage, auf Ihre Kosten dort einzukaufen.
Schöne Bescherung!
Soviel also zu den Gefahren, denen Sie auf einer unsicheren Seite wie Tinder
ausgeliefert sind. Doch es kommt noch schlimmer.

 

Verbrechen und Betrug durch GPS-Standortbestimmung
Bislang ging es nur um finanzielle Schäden, die Sie durch fehlenden Datenschutz
bei einer App wie Tinder davontragen können.
Jetzt geht es im schlimmsten Fall um Leben und Tod.

Damit Tinder Mitglieder aus der Nähe finden kann, muss Ihre geografische Position
bestimmt werden. In der Regel ist das der Umkreis Ihres Wohnortes.
Die App verfügt über ein GPS-System (wie das Navi im Auto).
Damit können nun andere Tinder-Singles in der Umgebung geortet werden.
An und für sich ist das gut und sinnvoll.

Doch leider hat die Sache einen Haken. Das hat wieder mit fehlendem Datenschutz
zu tun. Eine Person mit unlauteren Absichten könnte – wie oben beschrieben –
Ihre richtige Identität und Ihren Wohnort herausfinden.
Über das grüne Herz stellt er einen Kontakt zu Ihnen her.
Der Radarbildschirm der Tinder App zeigt auf seinem Smartphone an,
wo Sie sich gerade befinden.

Das GPS-System übermittelt die Position der Tinder-Mitglieder ziemlich genau.
Falls Sie nicht zu Hause sind: dann könnte er die Gelegenheit nutzen,
um dort einzubrechen. Um Wertgegenstände zu klauen.

Wenn der andere weiß, dass Sie zum Beispiel eine attraktive junge Frau sind:
dann könnte er Ihnen auflauern. Auf dem Smartphone-Display sieht er permanent,
wo Sie gerade sind. Nicht auf den Meter genau. Aber so ungefähr.
Er könnte abwarten, bis es dunkel ist.
Oder bis Sie sich an einem einsamen Ort aufhalten. Und dann zuschlagen.

Solche Spezialisten haben für die Tinder App natürlich ein total gefaktes
Facebook-Profil erstellt. Wo überhaupt nichts mit der Realität übereinstimmt.
Das später auch für die Kripo keine Rückschlüsse mehr zulässt auf die Person.

 

Stalker und Scammer haben leichtes Spiel
durch die Tinder App

Diese beiden Typen sind nicht ganz so gefährlich wie Sexualverbrecher.
Aber allemal lästig und unangenehm.
Die Gefahr, von solchen Leuten auf der Tinder App kontaktiert zu werden,
ist absolut gegeben. Denn sie suchen sich speziell solche Dating-Portale aus,
wo sie weniger auffallen als bei gut gesicherten Singlebörsen.
Bei Tinder treffen sie auf ein relativ junges, unerfahrenes Publikum.

Stalker und Scammer kommen natürlich auch über Facebook zur Tinder App.
In den Profilen lügen sie, dass sich die Balken biegen.

Stalker bei Tinder
Wenn Sie im Facebook-Account nur ein einziges Bild zeigen.
Wenn dies nur an dieser Stelle und sonst nirgendwo im Net zu sehen ist:
das ist schon mal eine gute Vorbeugemaßnahme gegen Stalker.
Die können nun in Tinder zwar eine Nachricht schicken.
Aber Sie nicht 100-prozentig genau ausfindig machen.

Verwenden Sie im Facebook-Profil bitte eine ganz andere Fotoaufnahme
als bei Twitter, Xing, Google+, Pinterest, Instagram und anderen Singlebörsen
bzw. sozialen Netzwerken. Potentielle Stalker und Scammer können
den Schnappschuss zwar in die Bildersuche von Google eingeben.
Werden dort aber nichts finden. Und so keine Rückschlüsse ziehen
können auf Name, Wohnort und Telefonnummer.

Achtung bei Love Scammern!
Stalker haben oft die Absicht, Leute in der realen Welt zu belästigen.
Indem Sie Ihnen nachstellen, Sie nachts anrufen, Sie unvermittelt im Supermarkt
ansprechen oder tagelang Telefon-Terror ausüben.
Scammer hingegen verfolgen ausschließlich finanzielle Ziele.

Die Gefahr, bei Tinder, Badoo und Lovoo in Kontakt zu einem Scammer
oder Romantik Love-Betrüger genannt zu kommen,
ist sehr viel größer als bei normalen Online Kontaktbörsen.
Zumindest die besten dieser Börsen haben Kontrollmechanismen eingebaut,
die sich auf das Auffinden solcher Profile spezialisiert haben.
Die mobile Tinder App bietet diesen Schutz überhaupt nicht.

So ganz schwer sind Scammer im Prinzip nicht auszumachen.
Da sie oft aus dem Ausland stammen, sind sie schon an der Sprache zu erkennen.
Es kann Ihnen passieren, dass Sie auf dem Smartphone eine Nachricht haben
auf Englisch. Dann sollten Sie gleich hellwach sein.
Oder Sie bekommen eine Message in einem fürchterlichen Deutsch.
Produziert von einer Übersetzungsmaschine.

Ich selbst finde solche Scam-Nachrichten von Zeit zu Zeit in meinem Postfach
bei Web.de. Habe keine Ahnung, wie die dorthin kommen.
Diese Leute spielen meist den Hilfebedürftigen.
Sie sind in eine (finanzielle) Notlage geraten.
Sie bitten um Geld, das man selbstverständlich bald zurück bekommt.
Da sie eine Erbschaft zu erwarten haben.
Oder etwas in der Art. Darauf wird man wohl nicht so leicht hereinfallen.

Die größere Gefahr bilden junge hübsche Frauen aus dem Ausland oder auch
attraktive Männer. Sie schicken Liebesbekundungen.
Sagen, wie einsam sie sind.
Sie schreiben, dass sie sich so sehr nach einem Partner sehen.
„Sexy Frau ich Liebe dich Beziehung suche“
oder: „Hello my darling, I need you so much“. Und so ein Käse.

Sie würde auch gern mal nach Deutschland kommen.
Doch leider fehlt es ihr am nötigen Kleingeld für ein Flugticket.
Da sie gerade den Krankenhausaufenthalt des Vaters bezahlen musste.
Man möchte doch bitte so gut sein, 500 Euro per Western Union zu überweisen.
Gutgläubige Single-Männer könnten den „einsamen Fräuleins“
ins Netz gehen. Hinter denen sich meistens internationale Cyber-Banden
aus Afrika oder Russland verstecken.

 

Lothar Mader

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