Risiko für Kinder und Jugendliche beim Chatten

Welche Gefahren lauern im Internet
auf junge Menschen?

Tatort Internet: Unwissenheit, Naivität und fehlende
Lebenserfahrung stellen für Kinder und Jugendliche
beim Chatten ein erhebliches Risiko-Potential dar

In einem früheren Artikel habe ich schon aufgezeigt,
wie sich Erwachsene gegen Internet-Betrügereien 
schützen können.
Heute möchte ich dieses Thema speziell für den Nachwuchs behandeln.

Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihrer Freizeit mit Surfen
und Chatten im Netz. Dabei ist den meisten nicht bewusst,
welches Risiko sie auf diversen Webseiten eingehen.

Sie können auf Sexangebote von verrückten Erwachsenen hereinfallen.
Durch einen illegalen Download können sich Kinder und Jugendliche strafbar
machen. Sie können beim Chatten beleidigt oder gar gemobbt werden.

Oder sie tappen in eine Geldfalle. Das Internet ist voll von Gaunern,
die unvorsichtigen Menschen die Taschen leeren wollen.
Lesen Sie hier über die Gefahrenquellen für junge Leute im Internet:

 

Sexuelle Belästigung beim Chatten
In Chats unterhalten sich Jugendliche und auch Kinder mit anderen Menschen.
Das ist eine nette Freizeitbeschäftigung
.
Man tauscht Interessen und die neusten Witze aus.
Das Chatten kann in gewissem Rahmen das soziale Miteinander schulen.

Doch leider kommen oft Erwachsene mit üblen Absichten in den Chatroom.
Sie geben sich als Gleichaltrige aus. Fangen eine ganz harmlose Kommunikation
an. Doch schon nach kurzer Zeit stellen sie Fragen über Sex-Themen.

Richtig gefährlich wird es erst dann, wenn diese Erwachsenen
den Jugendlichen ein persönliches Treffen vorschlagen.
Es müssen nicht immer nur pädophile Menschen sein, die sich junge Opfer suchen.
Viele Männer sind so sexbesessen, dass sie alles nehmen,
was ihnen vor die Flinte kommt.

In der Anonymität des Internets versuchen sie, unerfahrene Jugendliche
und sogar Kinder zu einem Date zu überreden.
Wo die jungen Leute ihnen dann schutzlos ausgeliefert sind.
Es kommt zu sexuellen Übergriffen, Vergewaltigungen.
Junge Frauen werden über Monate bei Wasser und Brot
in einem Keller eingesperrt und sexuell missbraucht.

Besonders junge Mädchen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren sind die Zielscheibe
solcher Typen. Es fehlt ihnen an der nötigen Lebenserfahrung,
um die verbrecherischen Absichten zu erkennen.
Viele Mädchenfrauen finden es spannend, über sexuelle Themen zu schreiben.
Weil sie noch keine eigenen Erfahrungen gemacht haben.

Ein alter, scharfer Sack, der auf blutjunges Gemüse steht, reibt sich die Hände.
Er geilt sich an solchen Gesprächen auf.
Wenn das Mädchen Glück hat, bleibt es bei virtuellen Belästigungen.
Im schlimmsten Fall wird sie das Opfer einer Gewalttat.

Während öffentliche Chatrooms noch eine gewisse Sicherheit bieten –
weil hier viele User gleichzeitig chatten
und weil die Kommunikation von einem Admin überwacht wird –
bietet der Privat-Chat überhaupt keinen Schutz.

Das wissen natürlich auch die Cyber-Kriminellen.
Schnell haben sie den Jugendlichen zu einer Unterhaltung face to face
in Skype überredet. Wo sie nun ihre ganze Lebenserfahrung ausspielen können.

Sie fragen junge Mädchen aus. Sie fordern sie auf zum Verschicken
von Nacktbildern, Fotos von Slips, Dessous und Tangas.
Oder sonstigen erotischen Aufnahmen.

Sie animieren die naiven jungen Dinger vor der Webcam zum Ausziehen,
zur Selbstbefriedigung oder zum Striptanzen.
Oder sie laden Jugendliche auf raffinierte Art und Weise zu McDonald’s ein.

Deine Eltern brauchen nichts davon zu wissen.
Schließlich ist es unser spezielles Top-Secret.
An das Risiko, sexuell belästigt zu werden, denkt in diesem Moment kein Mädchen.
Der Mann ist doch so super-nett, ein echter Freund.

Wie kann man junge Menschen gegen solche Verbrecher schützen?
Die Kommunikation zwischen Kindern und Eltern ist sehr wichtig.
Machen Sie Ihren Kids klar, dass es vor allem auch in der digitalen Welt
krankhaft veranlagte Menschen gibt.
Die es speziell auf unerfahrene Jugendliche abgesehen haben.

Zeigen Sie auf, was ihre Maschen sind. Verdeutlichen Sie,
was alles passieren kann, wenn man sich auf einen Kontakt
mit einem Wildfremden einlässt. Oder ihn trifft.

Vor allem sollte man Kinder und Teenies davor warnen,
sich durch einen Fremden vom öffentlichen Chat in einen 1:1-Chat
wie Skype, Tinder, WhatsApp oder Lovoo locken zu lassen.
Auch Name und Wohnadresse dürfen auf keinen Fall preisgegeben werden.

 

Hier gibt es weitere Nachrichten
zum Chatten und Flirten

 

Risikofaktor Nummer 1: Leichtsinn mit persönliche Daten
Wenn Kinder oder Jugendliche sich am PC oder mit einer mobilen App 
zum Chatten anmelden: so geht dies nur mit einer formellen Anmeldung.
Normalerweise sollten Passwort und Benutzername für den Login genügen.
Wobei man natürlich Wörter benutzt, die keinen Aufschluss
über die wahre Person zulassen.

Doch bei der Anmeldung lauern noch weitere Fallen.
Menschen mit einer geringen Lebenserfahrung wissen noch nicht, wie riskant es ist,
seine E-Mail-Adresse, seinen Wohnort, Schule, Arbeitsplatz
und seinen vollständigen Namen im Internet zu hinterlegen.

Wenn irgendwo auf dem Bildschirm eine solche Abfrage erscheint:
dann tragen sie gutgläubig ihre Daten ein.
Was soll schon passieren, wenn ich meine Fotos hinein stelle?
Oder einen selbst gedrehten Videofilm vom Smartphone. Ist doch cool, Mann!

Diese unbewusste Risikobereitschaft von Kindern und Jugendlichen
nutzen beim Chatten viele schwarze Schafe für ihre Zwecke.
Entweder werden die Daten von dem Chat-Portal weiter verkauft.
Damit sind schnell ein paar Euros gemacht.

Oder aber Cyber-Kriminelle (Sexualtäter) können durch solche Angaben ganz leicht
den Wohnort eines jungen Menschen ausfindig machen.
Können ihn wie abfangen und wer weiß was anstellen.

Riskante Nutzung einiger Apps und Messenger-Dienste
Es ist ein schlechter Witz, dass bei der Installation der kostenlosen WhatsApp
eine Adressbuchabfrage stattfinden.
Und dass man seine Telefonnummer nennen muss.
Wer will garantieren, dass diese Daten nicht in fremde Hände fallen?

Das ist ganz einfach möglich: Bei der Übertragung auf den Server von WhatsApp
findet nämlich keine Verschlüsselung statt.
Cyber-Kriminelle, die sich auskennen, haben leichtes Spiel, diese Daten zu lesen,
für ihre Zwecke zu nutzen oder woanders im Netz zu verkaufen.

Damit stehen Name, Postadresse, Alter und Geschlecht von Kindern
und Jugendlichen auf einmal irgendwo im Internet.
Jeder kann sich bedienen, Spam-Mails schicken
oder den Jugendlichen vor der Haustür auflauern.

Die Whats App steht hier nur stellvertretend für viele andere Anwendungen
und Webseiten, welche grob fahrlässig mit persönlichen Daten der User umgehen.
Auch
sehr beliebte Webseiten zum Chatten (z.B. Knuddels, Spin.de,
Lovoo, Badoo) nehmen das Thema Datenschutz nicht wirklich ernst.

Der Gesetzgeber stellt sich noch dümmer als er ist.
Natürlich muss man auch bei Facebook auf die Sicherheitseinstellungen achten.

Was kann man tun, um Risiken zu minimieren
Eltern sollten den Kindern einbläuen:
Im world-wide-web gibt es nicht nur Informationen, Freunde und interessante
Menschen. Es ist ein auch ein Sammelbecken für Verbrecher aller Art.
Mit jedem persönlichen Merkmal – und sei es nur ein Foto –
macht man sich angreifbar. Malen Sie den leichtsinnigen Jugendlichen aus,
was alles passieren kann, wenn sie persönliche Daten leichtsinnig preisgeben.

Im Zweifelsfall sollten die junge Leute lieber Mama oder Papa rufen.
Die können besser beurteilen, ob eine Webseite vertrauenswürdig ist.

Ein kleiner Trick:
Zum Anmelden bei Nachrichten-Diensten wie Skype, WhatsApp, Yahoo-Messenger
usw. legen sich die Jugendlichen kostenlos eine „Müll-E-Mail-Adresse“ zu:
zum Beispiel bei Trashmail.com.

Wenn Tochter oder Sohn plötzlich merken,
sie bekommen jetzt täglich auffallend viele Spam-Werbemails:
dann wird diese Mail-Adresse von Trashmail ganz einfach gelöscht.
Kurze Zeit darauf darauf kann man sich problemlos eine neue anlegen.

Ein paar Worte zu Facebook
Statt vergleichsweise sichere Chatseiten im Internet benutzen Halbwüchsige
zum Chatten oft den Messenger WhatsApp oder Facebook.
Wer glaubt, das größte Soziale Netzwerk der Welt sei automatisch ein Garant
für Sicherheit, hat sich böse geschnitten.

Es ist kein Problem, wenn meine Freunde persönliche Daten einsehen.
Kennen sie sowieso. Was aber, wenn ein wildfremder Mensch sich meiner
Handynummer bedient, um einen Telefonterror zu veranstalten?
Wenn er meine E-Mail-Adresse benutzt, um mir alle möglichen Spam- und
Stalker-Nachrichten zu schicken. Womöglich noch mit Viren drauf.
Wenn er Ihre Tochter vor der Schule oder bei der Sporthalle auflauert?

Das Risiko, dass ein Fremder die persönlichen Daten bei Facebook einsieht,
kann man ganz leicht ausschalten. Bei den „Einstellungen zur Privatsphäre“
klickt man an: nur Freude dürfen meine Daten sehen.
Oder überhaupt niemand. Leider gehen vor allem junge Menschen immer wieder
sehr lasch mit Sicherheitsdingen um. Hier sind die Eltern gefordert.

 

Cyber-Mobbing beim Chatten
Eines der schlimmsten Kapitel im modernen Internet ist das Mobbing.
Das Thema an sich ist nicht neu. Schon immer wurden bestimmte Menschen
schlecht behandelt. Das Online-Mobbing setzt jedoch neue Maßstäbe.

Wenn der Mobber im Alltag jemand vor sich sieht.
Und ihn vor der Öffentlichkeit beschimpft oder der Lächerlichkeit preisgibt.
Dann gibt es immer noch gewisse Grenzen.

Wenn Mobber und Opfer sich aber fremd sind, also anonym auftreten:
Dann fallen viele Hemmschwellen. Dadurch wird das Mobbing beim Chatten
oft viel verletzender als in der wirklichen Welt.

Besonders schlimm ist das Cyber-Mobbing auch dadurch, dass die Verunglimpfung
z.B. von Jugendlichen oder Kindern nicht im kleinen Rahmen stattfindet:
auf dem Schulhof oder auf der Straße.
Sondern manchmal vor einem Millionenpublikum.

Dieser arme Mensch kann sich nirgendwo mehr blicken lassen.
Überall wird er belächelt, bemitleidet oder verarscht.
In schlimmen Fällen sind auf diese Art und Weise Menschen
schon in den Selbstmord getrieben worden.

Verbale Beleidigungen und obszöne Filme
Nehmen wir als Beispiel ein Internetforum oder eine Chat-Community.
Ein User wird wegen seines Aussehens wild beschimpft.
Vielleicht ist er ein Ausländer, ein Farbiger, Flüchtling oder ein Araber.
Ein dummer Chatter beschimpft ihn als Kanaken-Sau,
Kameltreiber oder Urwald-Affen.

Das sind grobe, diskriminierende Beleidigungen.
Viele User lesen das. Aber es sind immer noch Worte.
Geschrieben zwar, aber relativ vergänglich.
Da viele Menschen lesefaul sind, werden Sie das noch nicht einmal registrieren.
Oder schnell wieder vergessen.

Weitaus schlimmer ist das Veröffentlichen von Filmen im Internet.
Nehmen wir an: junge Mädchen haben sich bei einer privaten Party einen Spaß
erlaubt. Unter etwas Alkoholeinfluss haben sie eine Stripshow abgezogen.
Und davon per Smartphone ein Video gemacht.
In diesem Augenblick denkt niemand daran,
welches Risiko eine solche Aufnahme bedeuten kann.

In der Folgezeit vergisst man, dieses Video zu löschen. Man verliert das Handy,
auf dem natürlich Name und Eigentümer angegeben sind.
Der Schulkamerad findet das mobile Endgerät.
Und stellt die Bilder bzw. Filme prompt ins Web.
Zusätzlich postet er noch einen Link auf seinem Facebook-Account.

Nun kann alle Welt zuschauen, wie die jungen Mädels die Hüllen fallen lassen
und nackt tanzen. Eine willkommene Sensation für die Öffentlichkeit.
Ganz schlimmes Mobbing jedoch für die Betroffenen.

Heutzutage sind oft Lehrer Opfer von Cyber-Attacken.
Als Rache für ein schlechtes Zeugnis wird so mancher beim Chatten
von Schulkindern und Jugendlichen verbal attackiert.
In Sozialen Netzwerken durch negative Fotos lächerlich gemacht.
Oder man hat mit ihn in einer sehr unvorteilhaften Situation gefilmt.
Und stellt dieses Video bei YouTube online.

Ein anderes Szenario
Kinder chatten gern am PC. Sie benutzen beim 1:1-Chat gern die Webkamera.
Dummerweise haben sie kein anständiges Antivirus-Programm auf dem Computer.
Die Kombination dieser 3 Faktoren führt zu einer weiteren Risikoquelle
für Cyber-Mobbing.

Schritt 1:
Durch das Fehlen eines Virenscanners (Norton, Antivir, Kaspersky) kann es
beim Besuch bestimmter Webseiten passieren,
dass man sich unbemerkt einen Trojaner einfängt.
Diese Schadstoff-Software macht sich auf dem Computer breit.
Und kontrolliert alle Vorgänge. Wie ein heimlicher Spion.

Schritt 2:
Ihre 14-jährige Tochter chattet und flirtet mit einem Jungen, den sie sehr gut kennt.
Es ist Sommer und heiß im Zimmer. Sie trägt einen Bikini.
Der Junge ist neugierig auf das Mädchen. Sie soll sich doch bitte mal vom Stuhl
erheben. Und ihre aufregende Figur zeigen.
Vielleicht noch mit ein paar erotisch wirkenden Tanzbewegungen.
Das Ganze ist ein Spaß.
Da der Junge gut bekannt, freundlich und harmlos ist, ist nichts weiter dabei.
Das Mädchen fühlt sich geschmeichelt, weil er sie sexy findet.

Schritt 3:
Die Webcam zeichnet nun alles auf, was sie sieht.
Der Trojaner hat ebenfalls Zugriff auf diese Aufnahmen.
Und schickt sie klammheimlich nach draußen.
Genau zu der Internetadresse, die ihn eingeschleust hat.

Schritt 4:
Der Inhaber der Webseite versucht aus dem knackigen Kurzfilm Geld zu machen.
Unter dem Namen „Geile Teenager-Mädchen“ publiziert er ihn als Video
auf einer entsprechenden Online-Plattform.
Sehr toll finden Sie das gewiss nicht.

Doch stellen Sie sich mal vor, die Webcam zeichnet noch andere Bilder auf.
Sie ist immer noch angeschaltet. Der Chat ist längst beendet.
Die junge Dame zieht sich kurz um. Und zeigt dabei natürlich ihre weiblichen Reize.
Wie würden Sie es finden, wenn Sie ein solches Bild Ihrer Tochter demnächst
als Tittengirl auf der Titelseite des „Playboy“
oder des Erotikmagazins „Praline“ sehen würden?

Was können Mobbing-Opfer tun, um den Schaden in Grenzen zu halten?
Wenn es möglich ist, wird man den Urheber der Veröffentlichungen ausfindig
machen. Und ihm mit Strafanzeige drohen – falls er nicht sofort sämliche Videos
und Facebook-Posts löscht.

Tut er das nicht auf der Stelle, dann bleibt nur der Weg  zur Polizei.
Die hat Mittel und Möglichkeiten, beim Provider der Webseite nachzufragen.
Und über die IP-Adresse den Urheber des Films ausfindig zu machen.

 

Nicht legale Downloads als Risiko
Musik, Filme, Apps, Spiele und Videos im Internet kostenlos herunterladen:
Für Kinder und Jugendliche gehört das zum Alltag wie Essen und Trinken.
Das Problem bei der Sache: Download ist nicht gleich Download.

Es gibt Webseiten, wo man legal Produkte kaufen kann.
Dann ist man aus dem Schneider.
Es gibt aber auch Portale (Tauschbörsen), wo das Herunterladen illegal stattfindet.
Stichwort: File-Sharing.

Auf Tauschbörsen ist jedes Produkt das Eigentum des Herstellers.
Er besitzt das so genannte „Urheberrecht“ (Copyright).
Wer seine Computerspiele
, Filme, Lieder oder Videos dort herunterlädt,
wo dies kostenlos (also illegal) möglich ist, der macht sich strafbar.
Ich bin doch nicht so dumm wie ich aussehe:
Ich lade etwas herunter und mache mich aus dem Staub,
denkt naiverweise so mancher Jugendlicher.

Rechtliche Konsequenzen
Pusteblume! Denn jetzt kommen geschäftstüchtige Internet-Anwälte ins Spiel.
Findige Leute, die den ganzen Tag nach solchen Vergehen suchen.
Auf jeder Downloadseite hinterlassen die Kids zwangsläufig Spuren.
Quasi ihre Visitenkarte. Ein gewitzter Anwalt identifiziert den Downloader
über die IP-Adresse auf dem Server der Downloadseite.

Es folgt eine Abmahnung, die mit einer Strafgebühr verbunden ist.
Wenn diese Geldbeträge unverhältnismäßig hoch liegen, kann man sich
dagegen wehren. Dennoch bleibt es ein Risiko, wenn Kinder und Jugendliche
sich immer wieder illegale Downloads besorgen.

Man kann Musik, Filme und Videos auch auf legalen Seiten herunterladen.
Dann kostet es halt ein paar Euro.
Damit verletzt man aber laut Internet-Gesetz nicht mehr das Copyright.
Weil die Eigentümer der Produkte beim Download dies ausdrücklich erlauben.
Und beim Kauf mit verdienen.

Antivirus-Programm
Es sollte selbstverständlich sein, dass auch Jugendliche und Kindern
Rechner und Smartphone mit einem guten Virenscanner ausstatten.
Antivir, Kaspersky und Norton bieten einen guten Schutz.

Denn was nutzen alle Vorsichtsmaßnahmen, wenn es beim Download
einem kriminellen Element oder einer Webseite gelingt,
auf Ihrer Festplatte einen Virus oder Trojaner zu einzuschleusen?
Dann sind dem Missbrauch Ihrer Daten Tür und Tor geöffnet.

 

Risikofaktor: Kontakt mit bestimmten Web-Inhalten

Pornos und Nacktfotos
Jugendliche und vor allem Kinder sind durch Pornoinhalte aller Art gefährdet.
Bei Chatten werden oft sexistische Anspielungen gemacht.
Noch viel schlimmer sind Sexfilme. Zum Beispiel bei You Tube oder Red Tube.
Der Zugang zu den Pornostreifen ist meist unbeschränkt und kostenlos.

Kaum weniger gefährlich sind Nacktfotos.
Im Internet werden Frauen an allen Ecken und Enden nackt abgebildet.
Wie soll ein junger Mann da ein gesundes Verhältnis zur Sexualität entwickeln?

NS-Werbung
Rechtsextreme Neo-Nazis haben bei unwissenden Kindern und Jugendlichen
relativ leichtes Spiel. Mit forsch klingenden Parolen beeindrucken sie beim Chatten
unerfahrene Menschen. Die wohl im Geschichtsunterricht geschlafen haben.

Für Rechtsextreme ist es nicht mal notwendig, die Person Hitlers zu verherrlichen.
Es genügt, den Hass zu schüren auf alles,
was nicht Deutsch, weiß oder arisch ist.

Wen wundert es da noch, dass sogar am helllichten Tag Menschen aus Afrika,
Indien und Flüchtlinge aus den arabischen Ländern angepöbelt, angegriffen
und krankenhausreif geschlagen werden.
Hier ist Aufklärungsarbeit der Eltern erforderlich.

Fragen Sie die Kinder und Jugendlichen:
Wie würde es dir gefallen, wenn dich jemand mit Fäusten,
Stöcken oder Messerstichen traktiert?

Verherrlichung von Gewalt
In der Zeitung liest man recht oft:
Jugendliche haben einen Rentner brutal zusammen geschlagen.
Oder gar mit dem Messer abgestochen.

Schüler verprügeln sich gegenseitig in der Pause. Oder auch den Lehrer.
Fußball-Hooligans werden immer rücksichtsloser.
Woher kommt diese neue Brutalität, die es vor 20 Jahren
in diesem Ausmaß noch nicht gab.

Zwar zeigen Privatsender im Fernsehen auch oft brutale Szenen.
Aber nicht so exzessiv blutrünstig.
Die eigentliche Quelle für die Bereitschaft zu Gewalttaten liegt im Internet.
Beim Chatten wird mit Schauergeschichten geprahlt:
Neulich habe ich dem Zigeuner die Zähne eingeschlagen.

Es werden Links zu Videos verteilt.
Wo Menschen gequält, gefoltert und getötet werden.
Neuerdings schaut alles auf die Filme, die der Islamische Staat (IS) ins Netz stellt.
Wo ein US-Pilot geköpft wird. Viele Kinder und Jugendliche finden das cool.
Solange sie die Gewalt nicht am eigenen Körper erfahren.

 

Risikofaktor: versteckten Kosten auf Webseiten
Das Wort „Spiele“ wird bei der Google-Suche pro Monat 800.000 mal eingegeben.
Zum Vergleich:
FC Bayern 550.000 mal. „Sport“ 300.000 mal. „Reisen“ 170.000 mal.
Kinder und Jugendliche sind verrückt nach Computerspielen.
Die sie mittlerweile auch unterwegs mit dem Smartphone machen können.

Ob Online-Games dumm oder süchtig, das sei mal dahin gestellt.
Fakt ist: viele Anbieter solcher Spiele nutzen die Popularität,
um unerfahrenen Kindern und Jugendlichen finanzielle Fallen zu stellen.
Dazu fordern Sie zunächst persönliche Daten an.
Man gibt den vollständigen Namen und die E-Mail-Adresse an.
Andernfalls darf man nicht spielen.

Kleiner Trick für Internet-User
Man legt sich bei Trashmail.com eine kostenlose E-Mail-Adresse zu,
die jederzeit wieder gelöscht werden kann.
Die trägt man auf der Spiele-Seite ein.

Außerdem flunkert man ein wenig beim Namen und Postanschrift.
Niemand kann den Wahrheitsgehalt kontrollieren.
So bleiben Sie vor unerwünschtem Zugriff des Betreibers verschont.

Wer liest schon die langweiligen AGBs.
Dort steht vielleicht drin:
die Nutzung unserer Webseite verpflichtet Sie automatisch
zum Kauf der Software so und so.
Oder Sie kaufen einen Handy-Vertrag.
Oder ein Abonnement ein für eine Zeitschrift.
Hat man erst einmal angefangen zu klicken, ist das Abo automatisch akzeptiert.

Fiese Maschen mancher Webseiten
wie das Anbieten von Geschenken.
„Sie bekommen kostenlos 3 Bücher über das Thema:
neueste mobile Apps für Android und iPhone“.
Und schon hat man unbewusst ein Abo mit einer Laufzeit von 12 Monaten
angenommen. Pro Monat bringt Hermes nun ein Paket mit 3 Schmökern vorbei.
Die sind jetzt aber nicht mehr gratis.

Selbst Erwachsene sind dagegen nicht gefeit.
Mir ist es vor einiger Zeit so passiert bei dem Magazin „Readers Digest“.
Hätte der Betreiber der Webseite keine persönlichen Daten von mir gehabt,
würde er in die Röhre kucken.
So aber konnte er mir immer wieder Bücher plus Rechnungen schicken.
Ich musste eine Zeit lang zahlen. Denn so steht es in den AGB.

Natürlich wissen die Fallensteller: Kinder und Jugendlich haben nur wenig Geld.
Wenn die Falle zugeschnappt ist, bieten sie die Möglichkeit an,
die Unkosten über die Telefonrechnung der Eltern zu begleichen.
Was früher oder später natürlich herauskommt.

Wer sich gegen das Risiko einer Abo-Falle schützen will,
sollte zumindest die Überschriften der AGBs überfliegen.
Wenn irgendwo die Wörter „Vertrag“,
„Abo“, „Rechnung“ vorkommen: dann sollte man genauer hinsehen.

Normalerweise haben jugendliche Player ihre Lieblingsspiele.
Sie wissen: dort passiert nichts.
Wenn sie dann doch mal nach anderen Games Ausschau halten:
Dann sollten die Eltern zuerst einen Blick
auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen werfen.
Diese sind möglicherweise raffiniert formuliert.

 

Strafanzeige bei der Polizei
Wenn sie verbale oder sexuelle Belästigungen von Chat-Seiten anzeigen wollen:
dann brauchen Sie stichhaltige Beweise.
Nehmen wir an: Ihr Kind wurde beim Chatten durch einen älteren Herren
zu sexuellen Handlungen aufgefordert.

Die wüsten Worte stehen Schwarz auf Weiß auf dem Bildschirm geschrieben.
Jetzt nicht einfach wegklicken, sondern das Beweisstück sicherstellen.
Das macht man am besten mittels eines Screenshots.
Das ist praktisch eine Fotoaufnahme des Bildschirms.

Ferner notieren Sie sich die Internetadresse des Forums bzw. der Chatseite.
Sie notieren sich den Benutzernamen des Beschuldigten.
Natürlich dürfen Sie auch obszöne E-Mails, die Sie empfangen haben,
nicht löschen. Sondern machen auch hiervon einen Screenshot.
Den können Sie auf Stick oder CD kopieren und mit auf die Polizeiwache nehmen.

 

Lothar Mader

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