Online-Dating: Liebe mit Abkürzungen

Kürzere Beziehungen
durch Partnersuche im Internet?

Online-Dating beeinflusst die Liebe.
Deutschen Beziehungen werden kürzer, aber glücklicher.
Viele meiden lange Liebesbeziehungen,
wechseln in kürzeren Zeitabständen den Partner

 

Beziehungs-TÜV
80 Prozent aller Deutschen im mittleren Lebensalter
leben zurzeit in einer festen Liebesbeziehung.

13 Prozent davon haben gewisse Bedenken,
ob der aktuelle Partner wirklich der Richtige ist.

Die Online-Partnervermittlung ElitePartner hat in einer Umfrage
25.000 Internet-User befragt.
Und ist zu diesen Resultaten gekommen.

Lisa Fischbach – Psychologin und Paartherapeutin bei ElitePartner – stellt fest:
Offenbar sind die Menschen in Sachen Beziehungen
heute anspruchsvoller und konsequenter geworden.
Diese hohen Anforderungen an die Liebe
haben zeitliche Abkürzungen in zur Folge:
Entweder ein Paar ist glücklich und zufrieden.
Oder man zieht die Konsequenzen und geht getrennte Wege.

 

Hier gibt es weitere Tipps
zum Online-Dating auf Singlebörsen

 

Internet führt zu Abkürzungen von Beziehungen
Eine gleich lautende Prognose kommt aus den USA.
Der Journalist Dan Slater wagt die Behauptung:
„In Zukunft werden wir qualitativ bessere Liebes-Beziehungen haben.
Aber im Gegenzug auch mehr Ehescheidungen.“

Ein amerikanischer Buchautor meint:
Diese Entwicklung ist mit einiger Sicherheit auf die weite Verbreitung
des Online-Datings zurückzuführen.

Seine These:
In Beziehungen, die im Web in die Wege geleitet werden,
besteht weniger emotionale Bindung als bei der konventionellen Partnerwahl.

Mein Standpunkt:
Eine These, mehr nicht.
Man müsste Leute, die sich im Internet gefunden haben,
fragen, wie sie darüber denken.

 

Liebe nur als Spiel?
Der Buch-Autor aus den USA gibt eine wahre Geschichte als Beispiel:
Da ist ein junger Rechtsanwalt in New York.
Er ist bestenfalls durchschnittlich attraktiv.
Nach der Trennung von seiner langjährigen Freundin erlebt er
das Online-Dating in einer Art Rausch.

Er lebt in der Illusion, er könne jetzt – mit Hilfe des Internets –
jede Menge Dates und Verabredungen haben.
Mit teilweise sehr sexy, aufregenden Frauen.

Sobald eine Bekanntschaft nicht mehr seinen Vorstellungen
von Perfektion entspricht. Beendet er die Sache auf der Stelle per Mausklick.
Der Jurist bildet sich in seinem Wahn ein,
jederzeit genügend Möglichkeiten und Alternativen zu haben.

Im Prinzip führt er ein bedauernswertes Single-Leben.
Ab und zu hat er kurze virtuelle Kontakte.
Frauen, mit denen er sich einmal oder zweimal trifft.
Und das war es auch schon.

Er betrachtet das Online-Dating als so eine Art Freizeitbeschäftigung
und Spielwiese für immer neue Abenteuer.
Ohne jemals wirklich an einer Beziehung zu arbeiten.
Das Ganze erinnert ein klein wenig an Kindergarten.
Vielleicht sogar an eine Art Sucht oder geistige Verwirrung.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, wohin der Hase läuft:
In Zukunft werden Singles weltweit das Internet immer mehr
als Tummelplatz für die eingebildete Liebe betrachten.
Und dabei verlernen, was das Wort „Beziehung“ eigentlich bedeutet.

So weit die sehr kritische Darstellung des Online-Dating.
Es gibt aber auch ganz andere Stimmen.
Wie wir in diesem Artikel noch sehen werden.

 

Abkürzungen der Liebesbeziehungen durch Online-Dating?
„Kein Zweifel, in den letzten Jahrzehnten hat es im Bereich
der Liebe gravierende Entwicklungen gegeben.
Doch dafür ist nicht das Internet der Haupt-Grund“,
sagt der Berliner Single- und Paarberater Christian Thiel, Autor des Buches
„Wer passt zu mir? Das Geheimnis der erfolgreichen Partnerwahl“.

Seit geraumer Zeit lässt sich feststellen, dass die 30 bis 40jährigen Singles
immer mehr Probleme haben, eine feste Bindung einzugehen.
Oder sie schieben diesen Akt auf die lange Bahn.
Doch was sind die Gründe für dieses geänderte Verhalten?

Der Buch-Autor stellt fest:
Das Online-Dating oder das Internet an und für sich
ist dafür nur bedingt verantwortlich.
Die Ursache liegt vielmehr darin, dass die Ausbildungszeit
junger Menschen heute länger dauert.
Erst im Alter zwischen über 30 oder 35
stehen sie beruflich und finanziell auf eigenen Füßen.
Das hat natürlich Auswirkungen auf den Zeitpunkt,
wo wir uns für einen Partner entscheiden.

Meine Meinung:
Völliger Quatsch. Dieser Herr Thiel tut so als würden alle Deutschen studieren.
Und erst mit 30 anfangen zu arbeiten.

Weitere Gründe sieht der Buchautor Thiel darin, dass unsere moderne
westliche Industriegesellschaft von uns mehr Flexibilität verlangt als je zuvor.
Und dass es vermutlich leichter geworden ist,
eine Liebesbeziehung zu beenden. Oder die Scheidung einzureichen.

 

Bessere Chancen für die Liebe per Online-Dating?
Der Buch-Autor aus Berlin, der im Internet auch Workshops für Singles veranstaltet,
spricht sich trotz manch negativer Begleiterscheinungen
ganz klar für die Partnersuche im Internet aus.

Sein Argument:
Ab einem gewissen Alter ist die Suche im realen Leben so gut wie
chancenlos. Das trifft insbesondere auf die alleinerziehende Single-Mutter zu.
Wie soll sie neben Haushalt und Baby-Aufsicht noch die Zeit finden,
nach einem passenden Partner Ausschau zu halten?

Genauso trifft es auf Senioren über 50 zu.
Die oft nicht mehr über das nötige Umfeld oder den rechten Mut verfügen,
welche für eine erfolgreiche Partnersuche nötig sind.
Im Internet hingegen fällt vieles leichter.

Sehr viel Mut braucht es nicht, eine Mail loszuschicken.
Der Radius im Internet umfasst ganz Deutschland.
Je nach Singlebörse sogar halb Europa.

Hier möchte ich Herr Thiel zustimmen.
Von 35 aufwärts ist es wirklich ein Glücksspiel, einen Partner zu finden.

 

Vorurteile über Online-Dating verlieren an Kraft
Soziologen der Uni Bamberg haben sich wissenschaftlich mit dem Thema
„Internet als Partnermarkt“ auseinander gesetzt.
Dieses Forschungsprojekt wurde unterstützt
von der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft.
Und hat aufgeräumt mit so manchem Klischee über die Online-Suche.

Ausgangspunkt dieses Projektes sind die Nutzerdaten
einer großen deutschen Partnerbörse.
Die Untersuchung hat folgende Trends aufgedeckt:
Singles, die das Internet zur Partnersuche oder zur Unterhaltung nutzen,
sind nicht weniger attraktiv als gleichaltrige Menschen,
die keine Kontaktbörsen nutzen.

Sie sind auch nicht speziell auf Lügen und Schwindel aus.
Sie sind auch nicht leichtsinniger.
All diese Vorurteile, die das Online-Dating von Anfang an begleitet haben,
wurden damit aus dem Weg geräumt.

 

Wahl der richtigen Kontaktbörse wichtig im Online-Dating
Singlebörsen im weitesten Sinn gibt es en masse im deutschen Internet:
Für jeden Zweck, für jede Altersgruppe, für jede spezielle Gruppe.
Da ist es für Singles oft nicht einfach,
die richtige Kontaktbörse zu finden oder auszuwählen.

 

Die Liebe beim Online-Dating finden?
Heute ist das schon lange nichts Besonderes mehr.
In der Anfangszeit der Singlebörsen musste man es noch streng geheim halten,
wenn man eine Freundin oder gar Lebenspartnerin im Web gefunden hatte.
Aber die Zeiten haben sich geändert.
Jeder hat schon mal einen Account angelegt auf einer Kontaktbörse.
Online-Dating ist längst akzeptiert.

Es spielt also keine Rolle mehr, ob man seinen Partner im Internet,
am Arbeitsplatz, beim Tanzen, in einer Bar oder im Urlaub kennenlernt.
Die Unterschiede verwischen sich.
Niemand fragt mehr: woher?

 

Lothar Mader

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