Minder-App: Wo Muslime auf Tinder-Art Dates ausmachen

Muslimische Singles
zum Heiraten bei Minder

 

Minder-App im Test
Die Flirt-App von Minder gleicht dem Vorbild der weltbekannten Tinder-App.
Allerdings können bei Minder nur gläubige Moslems einen Partner suchen.

Im Vergleich zu europäischen Singles haben Muslime ein riesiges Problem.
Nicht selten bestimmen Mama und Papa, wen die junge Frau heiraten soll.
Liebe, Schmetterlinge im Bauch, Herzklopfen sexuelles Verlangen
spielen keine
Rolle. Der Vater ist der Chef in der Familie. Er allein arrangiert Hochzeiten.

Wer sich gegen diesen mittelalterlichen Kuhhandel sträubt,
hat mit der Minder-App ein gutes Werkzeug in der Hand,
um mit dem Smartphone einen passenden Moslem als Ehepartner zu finden.
Auch wenn es – ähnlich wie bei Tinder – auch hier beim Erstkontakt
noch recht oberflächlich zugeht.

 

Anmeldung und Vorbereitung auf die Partnersuche
Auf der Startseite der Minder-App (www.minderme.co/ ) hat man die Wahl
zwischen den Handy-Betriebssystemen iOS und Android.
Nach dem Download der App meldet man sich über sein Facebook-Profil an.
Wer beim sozialen Netzwerk nicht aktiv ist, sollte das nachholen.

Das Flirtprofil bei Minder:
Nach der Anmeldung über Facebook werden das Profilbild und die Likes
auf die Minder-App übertragen. Analog wie bei Tinder.
Für die Partnersuche ist es immer günstig, wenn man mehrere Fotos
zur Verfügung stellt. Auch das ist möglich im Minder-Profil.

Nun haben wir das Bild und den Wohnort.
Optional können muslimische Singles noch den Beruf, die Staatsangehörigkeit,
die Stärke und die Art des religiösen Glaubens hinzufügen.
Denn Moslem ist nicht gleich Moslem.
Die Differenzen zwischen Sunniten, Schiiten und Kurden sind um ein Vielfaches
größer als die zwischen Katholiken und Protestanten.

Zwischen Muslimen existieren zudem erhebliche mentale Unterschiede.
Es macht wenig Sinn, wenn ein in Deutschland geborener, glatt rasierter Türke,
der den Glauben an Allah locker sieht und nur selten eine Moschee aufsucht.
Wenn der eine strenggläubige islamische Frau mit Burka aus Syrien,
Irak oder Afghanistan zur Ehefrau suchen würde.
Oder gar nur für eine gottlose erotische Bettgeschichte.

Zurück zur Minder-App:
Nach dem Registrieren vergeht eine gewisse Wartezeit (1 Tag).
Die Flirt-App checkt nun ab, ob alles mit rechten Dingen zugeht.
Will heißen: ob jemand auch wirklich ein Moslem ist.
Christen, Juden und andere Religionen sind bei der Minder-App nicht zugelassen.
Erst nach bestandener Prüfung wird das Flirtprofil online gestellt.

 

 Islamic Singles on Internet

 

Die Suche nach einem Heiratskandidaten
muslimischen Glaubens

Viele islamische Menschen und Flüchtlinge leben in Deutschland, Frankreich,
Belgien und Großbritannien. Oft genug sind es junge unverheiratete Leute.

Zwar erkennt man sie im Alltag vielfach an Kleidung und Hautfarbe.
Dennoch ist es alles andere als einfach für sie, im Großstadtgewimmel
von Berlin, München, London, Brüssel, Paris, Rom
oder Manchester einen passenden Lebenspartner zu finden.

Dank der mobilen Minder-App ist das aber nun viel einfacher geworden.
Sobald sich ein arabischer Single dort eingeloggt hat, werden ihm
über ein GPS-System die Fotos von Menschen gleichen Glaubens angezeigt.
Und zwar in der Reihenfolge der kürzesten Entfernung
zum momentanen Aufenthaltsort.

Außerdem erfährt man wenigstens ein bisschen etwas über die andere Person.
Bilder werden angezeigt. Wenn eine Frau oder ein Mann gefällt,
darf man auf der Minder-App mit einem Like seine Sympathie kundtun.
Haargenau dasselbe wie bei Tinder.

Wenn der andere das auch gut findet, werden beide Singles benachrichtigt.
Nun kann einer von beiden über das Chat-Fenster eine Kurznachricht schreiben.
Man lernt sich gegenseitig kennen. Muss aber nicht zwangsläufig ein Date haben.

I like you bedeutet noch nicht I love you.
Denn im Verlauf der Kommunikation kann es zwischen den Flirtpartnern
zu Ungereimtheiten kommen. Zum Beispiel wenn die Frau merkt:
Der Typ entspricht nicht meinen Vorstellungen.
Oder er ist zu wenig oder zu streng gläubig.

Die Beziehung zum Koran, zur Familie und zum Sex spielen eine wesentliche Rolle
bei der Partnersuche moslemischer Singles.
Sie sind nicht so frei und ungezwungen wie wir Europäer.
Sie haben ein sehr traditionell-konservatives Weltbild.

Sex vor der Ehe ist ein echtes Problem.
Ebenso die Gleichberechtigung der Geschlechter.
Außerdem haben muslimische Single-Frauen, die noch bei den Eltern wohnen,
wohl kaum die Chance zum Ausgehen.
Da ihre Jungfräulichkeit strenger bewacht wird als die Bank von England.

Ebenso wie bei der Tinder-App hat man bei der Minder die Möglichkeit,
einen Kontaktvorschlag abzuweisen.
Dazu wischt man das Bild mit dem Finger nach links außen weg.
Damit ist diese Person auf Nimmerwiedersehen verschwunden.
Weitere Fotos werden vorgeschlagen.
Das Spiel wiederholt sich immer wieder aufs Neue.

 

Was kostet die App?
Mit der Minder-App können gläubige Moslems aus arabischen Ländern
komplett kostenlos auf Partnersuche gehen. Das ist auch nötig.
Nicht jeder Single aus einem arabischen Land hat genug Geld,
um über ein Dating-Portal oder eine App die Liebe zu suchen.

 

Testfazit Minder-App
Die muslimische App erinnert in vielen Dingen an das Vorbild Tinder.
Die Kontaktaufnahme zu islamischen Singles erfolgt über das eingebaute
Radar-System. Minder stellt fest, ob sich ein gläubiger Araber/in
in näheren oder weiteren Umgebung aufhält.
So dass man diese Person ohne weiteres anschreiben
und im Idealfall ein Date aushandeln kann. Das sind absolute Pluspunkte.

Der Haupt-Unterschied zu Tinder liegt im religiösen Element.
Während sich bei Tinder Singles aller Glaubensrichtungen anmelden können,
geht dies bei Minder nur für Albaner, Bosnier und Türken.
Sowie für Araber. Also die Gruppierungen Kurden, Sunniten und Schiiten.
Aus den Ländern Irak, Iran, Tunesien, Katar, Syrien,
Saudi-Arabien, Dubai, Marokko und Ägypten.

Auch in Asien gibt es einige Länder muslimischem Glauben wie Afghanistan,
Indonesien und Malaysia. Sie alle dürfen bei der Minder-App mitmachen.
Und natürlich die islamistischen Flüchtlinge, die bereits in Europa leben.
Auch das sind Pluspunkte. Die Araber sind unter sich.

So können die Kontaktmöglichkeiten sehr aufregend und vielfältig sein.
Das Handicap ist nur, dass die Minder-App nur auf Englisch verfügbar ist.
Wer diese Sprache nicht beherrscht, oder mit einer Beziehung
zu einem ungläubigen Europäer liebäugelt,
sollte sich lieber bei einer Singlebörse für Muslime anmelden.

Dort kann man die Sprache flexibel einstellen.
Und außerdem noch viel mehr Singles für ein Date kennenlernen
als bei einer relativ neuen und unbekannten App.
Ob 30.000 angemeldete Minder-User oder 500.000 bei einer Kontaktbörse:
Das ist schon ein erheblicher Unterschied.

Außerdem ist die Mentalität zwischen Muslimen und Weißen eine total andere.
Flirten hin, Dating her. Es fällt mir etwas schwer zu glauben,
dass sich eine streng gläubige Frau aus der arabischen Welt
auf ein so zweifelhaftes Spiel wie Minder einlässt.

Wenn es dort zugeht wie auf dem Kamelbasar (Souk) zu Hause.
Und wenn es um eine für die Zukunft so entscheidende Sache
wie die Partnersuche geht.
Integrierte Deutsch-Türkinnen sind davon vielleicht ausgenommen.

 

Lothar Mader