Liebe auf den ersten Blick: eine Illusion?

Kennst du die Liebe auf den ersten Blick?

Ist die Liebe auf den ersten Blick nur Einbildung und Illusion? Wie erleben wir sie? Welche Chancen hat die Blitzliebe auf eine langfristige Beziehung?

Liebe auf den ersten Blick für Mann und FrauSie kennen vielleicht die untrüglichen Kennzeichen
für die Liebe auf den ersten Blick:
Herzklopfen, trockener Mund,
Klos im Hals, intensiver Blickkontakt.

Schweißausbruch, weiche Knie, Erdbeben.
Wackelpudding in den Beinen.
Das Erkennen eines besonderen Augenblicks.
Schmetterlinge im Bauch.
Die Luft brennt wie Feuer.
Wir sind geschockt und atemlos.

 

 

 

Liebe auf den ersten Blick – Mythos oder Realität?
Wenn wir den Hollywoodfilmen vertrauen dürfen, dann existiert sie 100prozentig.
Ein Blickkontakt genügt, und die Schauspieler wissen genau:
das ist ganz große Leidenschaft. Ein explosionsartiges Gefühl, das ausreicht,
um ein ganzes Leben zusammen zu verbringen. Wow!

In Wirklichkeit ist die Liebe auf den 1. Blick jedoch ein Phänomen,
das wir Otto-Normalverbrauchern leider nicht allzu oft erleben dürfen.
Manche träumen ein ganzes Leben lang vergeblich davon,
dass Ihnen der Traumprinz auf diese Art und Weise begegnet.

Halten Deutschen die Sofort-Liebe für eine Illusion?
Die Statistik zeigt uns:
Ungefähr zwei Drittel aller Deutschen glauben daran.
Deutlich mehr als die US-Bürger.
Mehr als 50 Prozent behaupten, sie seien auf diese Art und Weise
schon mal dem Märchenprinzen oder der Prinzessin begegnet.

 

Wie erleben wir die Liebe auf den 1. Blick?
Du stehst da wie vom Stromschlag getroffen.
Atemlos, völlig unfähig, dich zu bewegen.
Vor dir steht eine Frau. Nein, es muss ein Engel sein.
Du bist dir sicher, dass du sie schon seit Ewigkeiten kennst.
Dass du dein ganzes Leben lang nur auf diesen einen Moment gewartet hast.
Zwillingsgefühle, deine zweite Hälfte.
Der Himmel hat dir deine perfekte Traumfrau geschickt.

Liebespfeile sausen durch die Luft.
In wenigen Sekunden entzündet sich ein Feuerwerk.
Dein Puls spielt verrückt. Du fängst an zu schwitzen und bekommst Stilaugen.
Du spürst ein wunderbares ein Kribbeln im Bauch. Vielleicht sogar Wollust.
Viele von uns haben das schon mal erlebt.
Ein einmaliges Gefühl, das man sein Lebtag nicht vergessen wird.

Die Liebe auf den ersten Blick schlägt ein wie ein Blitz.
Sie kommt wenn sie Lust hat. Oft gerade dann, wenn wir überhaupt nicht
damit rechnen. Sie kann jeden treffen. Viele Menschen erleben sie aber niemals.

Eine andere Theorie setzt dem entgegen:
Es gibt Lebensphasen, wo wir ein starkes Liebesereignis förmlich herbeisehnen.
In dieser Zeit sind wir sehr empfänglich für solche Gefühlsanwandlungen.
Dann braucht es nur noch den richtigen Menschen am richtigen Ort:
Ups, schon spielen unsere Hormone verrückt.

Wie ein Scanner checkt unser Gehirn in Sekundenschnelle,
ob der Mensch gegenüber ähnliche Gene hat wie wir selbst.
Ob er für uns attraktiv ist und als Partner in Frage kommt.
Lautet die Antwort „Ja“ stellt sich augenblicklich ein unerklärliches Gefühl
der Vertrautheit und Anziehungskraft ein.

Richtige Liebe oder nur verknallt?
Die Sache ist eindeutig. Bei der spontanen Zufallsliebe kann es sich gar nicht
um ein tiefes Gefühl handeln. Rein theoretisch ist das unmöglich.
Weil wir den Menschen, der unser Hormone aufstachelt wie einen Ameisenhaufen,
überhaupt nicht kennen. Oft zum ersten Mal sehen.

 

Hier gibt es weitere Infos
zu Partnersuche und Beziehungen

 

Unterschied zur „wahren“ Liebe
Eine wirklich gute Partnerschaft kommt ohne eine tiefgreifende Zuneigung nicht aus.
Auch hier kann es im ersten Moment ein Hormongewitter gewesen sein.
Das ist aber keineswegs Voraussetzung für eine Beziehung.
Im Gegensatz zur Ruck-Zuck-Liebe entsteht eine tiefe Zuneigung
nicht von einem Tag auf den anderen.
Sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum.

Viele Menschen, die in einer langjährigen Ehe leben, schildern es so:
Am Anfang war gar nichts. Wir haben in derselben Firma gearbeitet.
Waren in demselben Bowlingclub. Im gleichen Tennisverein.
Oder wo auch immer …

Wir haben uns also schon gekannt. Wir haben relativ viel Zeit miteinander verbracht.
Gemeinsam Dinge erlebt. Ohne jemals die Idee zu kommen,
dass da noch irgendetwas anderes sein könnte.

Nach und nach haben wir dann festgestellt, dass wir gemeinsame Interessen
und Ansichten haben. Dass wir auf der gleichen Wellenlänge liegen.
Und vor allem Spaß haben an der Nähe des anderen.
Eine große Sympathie war zweifellos vorhanden.

Mehr und mehr hat sich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut.
Ohne dass man darüber gesprochen hätte.
Und dann war es da, dieses Gefühl.
In dem Augenblick, wo wir es registriert haben – nicht unbedingt beide zeitgleich –
war es vielleicht so ähnlich wie die Liebe auf den ersten Blick.
Ein plötzliches Erkennen. Die Gewissheit:
dass sich etwas ganz Wunderbares entwickelt hat.

 

Lohnt sich ein 2. Blick überhaupt?
Auf jeden Fall, meint Lisa Fischbach –
Beziehungspsychologin der Partnervermittlung ElitePartner.de.
Denn eine US-Studie hat bewiesen:
Bei den meisten Menschen, die heute in einer Beziehung leben,
ist beim ersten Hinsehen der Funke keineswegs gleich übergesprungen.
Im Interview meinten 20 Prozent aller Frauen, die gerade frisch geheiratet haben:
als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, hat es überhaupt nicht „Klick“ gemacht.

Ob wir unseren Traumpartner nun bei einer Party treffen oder am Arbeitsplatz.
Oder gar im Internet. In jedem Fall braucht es ein gewisses Maß an Vertrauen,
damit echte Gefühle entstehen und sich entfalten können.

Lisa Fischbach unterscheidet zwischen Verliebtheit
und echter Liebe.
Verknallt sind wir dann, wenn die Liebe auf den 1. Blick uns umhaut wie ein Blitz.
Gepaart mit Leidenschaft und sexuellem Verlangen.
Wir sind atemlos, nehmen die Welt um uns herum nicht mehr wahr.
Am liebsten würden wir gleich übereinander herfallen,
falls die Sache auf Gegenseitigkeit beruht.

Die wahre Liebe aber, aus der sich eine Lebenspartnerschaft entwickelt,
braucht viel Zeit und Vertrauen. Gemeinsame Erlebnisse und Wertschätzung.

 

Taugt die Blitzliebe zur Dauerbeziehung?
Viele Menschen sind überzeugt:
bei uns war es Liebe auf den ersten Blick. Ist das nun Wahrheit oder Illusion?
Wir wissen es nicht. Unser Gedächtnis ist kein unzuverlässiger Zeuge.
Wir erinnern uns oft nur an positive Aspekte aus der Vergangenheit.
Während die negativen irgendwo im Nirvana verschwinden.

Ungefähr 30 Prozent der Menschen, wo die Hau-Ruck-Liebe Mann und Frau
zugleich gepackt hat, sind auf dem Standesamt gelandet. Immerhin.

Wie immer es auch sei. Die Liebe auf den ersten Blick ist auf keinen Fall
eine Garantie, dass daraus überhaupt eine Partnerschaft entsteht.
Geschweige denn eine langfristige Beziehung.
Das hat verschiedene Gründe:

Kein Kontakt
Leider ist es so, dass meistens nur einer von beiden das Ereignis
als ganz umwerfend empfindet. Der andere bekommt oft gar nichts davon mit.
Vielleicht entsteht noch nicht einmal ein Gespräch.
Geschweige den ein Flirt.
Wenn wir die Situation ungenutzt vorüber ziehen lassen.

Nichts als Illusion
Selbst wenn beide aufeinander abfahren.
Wer sagt, dass der Zauber des Augenblicks sich nicht als Strohfeuer entpuppt?

Beziehungskiller Alltag
Ein weiterer Knackpunkt ist die rosarote Brille.
Die Blitzliebe schaltet nämlich gewisse Hirnregionen auf Standby.
Wir nehmen nur noch das wahr, was wir sehen wollen. Wir projizieren
in den geliebten Menschen all unsere Idealvorstellungen von einem Partner.
Das ist die große Gefahr.

Auf jeden Fall kann aus der Liebe auf den 1. Blick eine Beziehung entstehen.
Das Gefühl kann mit der Zeit wachsen und gedeihen.
Sie kann eine hervorragende Basis sein für eine Lebensgemeinschaft auf Dauer.

Nehmen wir an:
Die atemlose Hals-über-Kopf-Liebe beruht auf Gegenseitigkeit.
Es entsteht eine Bilderbuch-Beziehung.
Endlose Kuschelstunden, bombastischer Sex.
Jeder Tag ist wie Weihnachten.
Das geht Wochen und Monate so weiter.

Dann merken die Verliebten mit der Zeit, dass der Partner die eine
oder andere Schwäche hat. Der Sex tendiert in Richtung „gewöhnlich“.
Die Hormone schalten einen Gang zurück.
Die Farbe der Brillengläser wechselt von rosarot auf pastellrosa bis farblos.
Der Lack ist noch nicht ab, zeigt aber schon die ersten kleinen Kratzer.
Das ist ein ganz normaler Vorgang.
Keine Liebe kann langfristig gesehen auf Turbo-Geschwindigkeit laufen.
Wolke 7 ist ein Ausnahmezustand.

Jetzt wird es spannend:
Gelingt den Turteltäubchen der Sprung von den „Flitterwochen“ in den Alltag?
Das funktioniert nur dann, wir ein paar Sachen bewusst oder unbewusst
richtig machen. Wenn die Illusion nachlässt, haben wir wieder einen klaren Blick.
Wir sehen die Unzulänglichkeiten des Partners.
Entscheidend ist, wie wir jetzt damit umgehen.

Sind wir sauer wie ein kleines Mädchen, dem man die Puppe abgenommen hat?
Oder akzeptieren wir die Tatsache, dass kein Mensch perfekt sein kann.
Nur wenn man Träume loslassen kann, hat die Beziehung eine reelle Chance.

Wie organisieren wir unseren Alltag?
Wie ist das Zusammenleben. Fängt es an zu nerven?
Oder hat es sich gut eingespielt?
Kommen wir mit den Macken des Partners zurecht?
Können wir Romantik und die erotische Spannung aufrecht erhalten?
Stimmen unsere Zukunftspläne halbwegs überein?
Können wir konstruktiv streiten und Konflikte lösen?

Das sind nur ein paar Beispiele, an denen sich die Erfolgschancen
jeder Beziehung messen lassen.
Falls das Zusammenleben nicht funktionieren sollte. Dann bleibt in jedem Fall
eine sehr schöne Erinnerung, die man nicht missen möchte.

 

Die Online-Dating-Falle im Internet
Wer jemals auf Partnerbörsen für einige Wochen aktiv war, der kennt es.
Man sieht jede Menge Kontaktanzeigen. Ein Bild schöner als das andere.
Doch macht uns das zufrieden?
Nein, wir klicken immer weiter. Stets in der Hoffnung:
ich werde bestimmt noch bessere Profile finden.

Ohne dass wir es wahrnehmen, steigen in unseren Gehirnwindungen
die Ansprüche ins Lächerliche.
Wir suchen nach einer Perfektion, die es nicht gibt.
Nach der virtuellen Liebe auf den ersten Blick, wenn man so will.

So kann es passieren, dass viele Singlebörsen-User vergessen haben,
warum sie eigentlich mit dem Online-Dating angefangen haben.
Das Ziel war ja wohl, Unterhaltung oder auch einen Partner zu finden.
Wenn man nicht aufpasst verkommt das Ganze zu einer zeitraubenden
frustrierenden und total sinnlosen Freizeitbeschäftigung.
Wo vor lauter Klicken die ursprüngliche Absicht in Vergessenheit gerät.

Was hat das Ganze mit der Liebe auf den ersten Blick zu tun?
Die Paarexpertin Lisa Fischbach ist felsenfest davon überzeugt,
dass man auf dieses Phänomen nicht spekulieren sollte.
Oft lohnt es sich, einem Menschen eine zweite Chance zu geben.
Sei es nun nach einer nicht so berauschenden ersten Mail auf einem Internet-Portal.
Oder auch nach einem ersten Rendezvous, das – vordergründig betrachtet –
die Erwartungen nicht ganz erfüllt hat.
Die echte Liebe braucht oft ein bisschen mehr Zeit,
um aus den Startlöchern zu kommen.
Ist sie aber erst mal ins Laufen gekommen, dann ist sie unwiderstehlich.

 

Prominente Beispiele für Liebe auf den ersten Blick
Zuckermaus Tina Ruland aus Köln („Manta, Manta“) ist hat es
im Alter von 42 auf der Stelle umgehauen.

Im „Stern“ heißt es:
Victoria und David Beckham war die Liebe auf den ersten Blick nicht flott genug.
„Schneller als mit Lichtgeschwindigkeit“ haben sie sich verliebt.

Der englische Kronprinz William und seine Kate haben es immerhin
„auf den 2. Blick“ geschafft (Focus-Bericht).

Boris Becker nicht zu vergessen.
Die Leidenschaft hat ihn schnurstracks ins Kämmerlein gezogen.

Lothar Matthäus ist ein richtiger Dauerbrenner in Sachen „Ruck-Zuck-Liebe“.

 

Gehirnchemie beim Verknallen
Jetzt kommt die Wissenschaft zu Wort:
Wenn uns die Liebe auf den ersten Blick anfällt wie ein hungriger Löwe,
dann laufen schlagartig jede Menge Hormone auf Hochtouren.
Da meint zum Beispiel die amerikanische Forscherin H. Fisher sinngemäß –
nicht zu verwechseln mit der Schlägersängerin Helene Fischer:

Wenn wir uns Knall auf Fall verlieben, dann sinkt im Gehirn
der Serotoninspiegel im Blut so stark ab, dass unser Denkapparat
nicht mehr zu einer objektiven Wahrnehmung der Realität fähig ist.
Das bedeutet:
Einbahnstraßendenken. Rosarote Brille. Ausblenden aller Elemente,
die uns normalerweise einen Menschen kritisch betrachten lassen.
Als frisch Verliebte sehen wir nur noch die positiven Seiten
des Objekts unserer Begierde.

Dieser eingeschränkte Tunnelblick verhindert eine realistische Wahrnehmung.
Der Verstand macht Urlaub. Wir fühlen uns im 7. Himmel, wie im Paradies.
In diesen sagenhaften Momenten degradieren die Hormone uns
zu kleinen Kindern, die in eine Märchenwelt eintauchen.

Ein kurzer Blickkontakt mit einem uns faszinierenden Menschen genügt,
um unseren Körper in Stress zu versetzen.
In Millisekunden schütten unsere Hormondrüsen Unmengen
an Dopamin (daher Doping) und Adrenalin aus.
Unsere Nervenbahnen werden in Alarm versetzt.
Wir sind extrem aufnahmefähig für neue Eindrücke und Empfindungen.

Das Stresshormon Noradrenalin gesellt sich dazu.
Und sorgt dafür, dass wir diesen Augenblick nie mehr im Leben vergessen werden.
Unsere Hormone lassen uns Flügel wachsen.
Es sind Zustände wie im Kokain-Rausch. Romantik pur.
Wir haben das dringende Verlangen, den geliebten Menschen
zu umarmen und zu liebkosen. Was aber oft nicht möglich ist.
Da die Liebe auf den ersten Blick nicht selten nur einseitig wahrgenommen wird.

In wenigen Sekunden sammelt unser Gehirnapparat vollautomatisch
alle möglichen Informationen über die Frau oder den Mann vor uns.
Es werden äußere Merkmale wahrgenommen.
Körpergeruch und Immunsystem werden gecheckt,
ohne dass wir etwas davon mitbekommen.

Wer es ganz genau wissen will, welche chemischen Vorgange
sich beim Verknallen abspielen, kann sich dieses Dossier durchlesen.

 

Okay liebe Leser,
soviel zum sehr umstrittenen Thema „Liebe auf den ersten Blick“.
Ob es nur eine Einbildung ist oder aber Wirklichkeit.
Das hängt (wie vieles im Leben) von sehr subjektiven Gesichtspunkten ab.
Jeder Mensch ist anders gepolt. Hat ein anderes Wahrnehmungsempfinden.

Wer schon mal das große Glück hatte, die Liebe auf den ersten Blick zu erfahren.
Der weiss:
Dies sind die Augenblicke, für die es sich zu leben lohnt.
Auch dann, wenn es sich im Nachhinein als Illusion entpuppen sollte.

 

Lothar Mader

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