Ende und Aus: Scheidung nach dem Christfest

Scheidungswelle nach Weihnachten

Ende, aus und vorbei.
Nach dem Christfest packt so mancher die Koffer.
Lesen Sie meine Tipps, wie man einer Scheidung
wirkungsvoll vorbeugen kann

20 Jahre verheiratet und dann das: Nach Weihnachten haut sie ab.
Sie macht einen Termin beim Scheidungsanwalt, um die Ehe zu beenden.
Doch ist das Christfest allein die Ursache für das Beziehungs-Aus?
Liegen die Gründe nicht viel tiefer? Hier eine Analyse.

 

Warum eine Scheidung ausgerechnet nach dem Christfest?
Endlich Weihnachten! Sie freuen sich auf erholsame Stunden im Kreis der Familie.
Ausspannen, stolz auf das Jahr zurückblicken, die Lieben um sich herum.
Wie schön ist doch das Christfest!

Doch nach den Feiertagen platzt die Bombe.
Die Frau eröffnet Ihnen: Du, ich kann so nicht weiter leben.
Nach Neujahr werde ich die Scheidung einreichen.
Sie fallen aus allen Wolken. Oder haben Sie es schon geahnt?

Schon seit langem kriselt die Beziehung. Liebe, Zärtlichkeit, guter Sex:
das war einmal. Stattdessen bestimmen Routine,
Gewöhnung und Konflikte das tägliche Leben.

Stress in der Adventszeit
Mehr als alle anderen Monate beschleunigt der Dezember den Zerfall vieler Ehen.
Wie kein anderer Monat ist er dazu prädestiniert, einer eh schon angeschlagenen
Beziehung den endgültigen Knockout zu versetzen.

Sie müssen vor dem Christfest tausend Besorgungen machen.
Das Weihnachtsessen will organisiert sein. Sie müssen oder wollen Leute einladen.
Die Frau macht sich Stress mit dem Plätzchen backen.
Dazu kommt die Weihnachtsfeier in der Firma.
3 Tage später proklamiert der Chef:
im neuen Jahr wird personelle Veränderungen geben.

Zum allem Überfluss bekommen Sie ausgerechnet jetzt noch Zahnschmerzen.
Weihnachtsgeschenke sollen gut ausgewählt und gekauft werden.
Dazu noch der Tannenbaum.
Beide Ehepartner hetzen von einem Termin zum anderen.
Kein Wunder, dass in dieser hektischen Zeit die Nerven übermäßig strapaziert
werden.Es gibt Konflikte ohne Ende. So manches Paar trennt sich nach Silvester.
Weil es so einfach nicht weiter gehen kann.

 

Tipp für Alleinstehende:
Silvester nicht allein verbringen

 

Weitere ungünstige Einflüsse
Manche Menschen mögen das Winterwetter ja.
Es kann sehr schön sein, bei Sonnenlicht im Schnee spazieren zu gehen.
Oder auf der Eisbahn die Schlittschuhe zu schnüren.
Doch einen gravierenden Nachteil hat die kalte Jahreszeit: Es ist sehr lange dunkel.

Die Tage sind viel kürzer als sonst.
Das sorgt bei vielen Menschen für eine Winterdepression.
Man ist gereizt, abgeschlagen, in schlechter Stimmung.
Dazu laufen wir viel weniger als im Sommer.
Wir sitzen missmutig vor dem Fernseher.
Licht- und Bewegungsmangel können Auslöser sein für eine Depression.
Es besteht die Gefahr, dass wir sogar am heiligen Fest aller Christen
unseren Missmut am Partner und den Kindern auslassen.

Doch das ist noch nicht alles.
Speziell an den Feiertagen haben wir viel Muße.
Wir sind nicht abgelenkt durch alltägliche Dinge, sitzen im Wohnzimmer zusammen.
Mann und Frau erleben eine Nähe, die sie nicht mehr gewohnt sind.
Plötzlich kommen uns Gedanken, die irgendwo im Hintergrund schlummern.
Man diskutiert über dies und das. Unglücklicherweise auch über brisante Themen.

Das Ende vom Lied:
Gerade am Christfest wird beiden oder einem von beiden bewusst,
dass die Ehe eigentlich nicht mehr zu kitten ist.
Dass eine Scheidung unausweichlich ist.
Vor allem viele Frauen über 40 gehen diesen Weg. Bevor sie sich noch weiter
mit einer bestenfalls noch mittelmäßigen Partnerschaft herumquälen.

Das Fest der Liebe als Ende der Partnerschaft
Wir machen es uns selbst schwer in der Weihnachtszeit.
Indem wir erwarten, dass Weihnachten perfekt sein muss.
Alles muss bis ins letzte Detail stimmen.
Hier noch eine Glaskugel, dort noch ein goldener Stern.
Wo wird die Weihnachtsgans gekauft?
Die Geschenke müssen vor den Augen der Familienmitglieder versteckt werden.
Essen wir vor oder nach dem Gottesdienst?

Am Heiligabend hasten wir durch die überfüllten Kaufhäuser,
um auf den letzten Drücker etwas halbwegs Brauchbares zu finden.
Nicht nur die lange Unterhose, sondern auch Perfektion ist ein echter Liebestöter.

Von wegen Romantik unter dem Christbaum.
Beim Auspacken der Weihnachtsgeschenke gibt es lange Gesichter.
Oder ein verlegenes Lächeln. Die jungen Leute schauen ständig auf die Uhr.
Weil sie noch auf eine Heiligabendparty wollen.
Es scheint so als sei Weihnachten für alle nur eine Last.
Das christliche Gedankengut spielt schon lange keine Rolle mehr.

Na wenigstens wird morgen ein schöner Tag.
Denn die lieben Schwiegereltern kommen zum Festmahl.
Man wird sich umarmen und herzen. Nette Geschichten erzählen.
Doch leider wird man auch streiten, so wie jedes Jahr.

Die Eltern haben es nun mal an sich, dass sie vieles besser wissen wollen.
Schwager und Schwägerin geben mit dem neuen Jaguar an.
Die Kids brüllen und lärmen herum wie im Kindergarten.

Beim Kaffeetrinken geht die Tortur weiter.
Herrchen meint: die Mokkatorte schmeckt heute ein wenig bitter.
Sie wirft ihm giftige Blicke zu: dann mach sie doch nächstes Mal selber.
Der demenzkranke Schwiegerpapa fängt an Weihnachtslieder zu singen.
Auch seine Frau gießt noch Öl ins Feuer:
Ich dachte, du wolltest dieses Jahr abnehmen.

Dieses nervige Gestochere geht den Eheleuten mächtig ans Gemüt.
Am Abend hakelt es Vorwürfe. Keine Spur von Romantik und einer friedlichen Zeit
zu zweit. Immer mehr wird es zur Gewissheit:
es ist besser, die Ehe zu beenden. Und nach der Scheidung möglicherweise
nach einem neuen Lebensgefährten zu suchen.

 

Scheidungsgründe, die nicht direkt
mit dem Christfest zusammenhängen

Es gibt noch mehr Stolperfallen, die an den Feiertagen auf uns lauern.
Am Wandertag kurz nach Weihnachten kommt er sturzbetrunken nach Hause.
Das Wetter Ende Dezember ist oft regnerisch.
Das Hochwasser läuft bis in den Keller. Ständig klingelt das Telefon.
Weil alte Schulkameraden wissen wollen, wie es uns geht.

Manche Dinge, die zum Beziehungs-Aus führen,
haben mit Weihnachten aber auch gar nichts zu tun.
Werfen wir kurz einen Blick auf die in Umfragen meistgenannten Scheidungsursachen:

Grund Nummer 1 ist eheliche Untreue.
Sie sind für Ihren Partner im Bett nicht mehr interessant genug.
Sie vernachlässigen ihn. Also sucht er sich woanders Sex.

Vielleicht ist auch die emotionale Verbundenheit am Ende.
Das „Ich liebe dich“ ist Schnee von gestern. Kein Kribbeln mehr im Bauch.
Sie haben sich zu sehr aneinander gewöhnt oder auseinander gelebt.
Wer das vermeiden möchte, sollte immer wieder versuchen,
die Partnerschaft frisch zu halten

Oft sind Geldprobleme die Ursache für eine Scheidung.
Vielleicht ist Ihre Frau mit der Zeit zu dick geworden.
Vielleicht schenken Sie ihr nicht mehr genug Aufmerksamkeit.
Statt mit ihr zu sprechen, vergraben Sie sich nach Feierabend in Illustrierten.
Sie machen Computerspiele oder sonst einen pubertären Unfug.

Vielleicht ist die Ehe auch einfach zu langweilig geworden.
Der Mann ist geistig auf dem Stand eines 20-jährigen stehen geblieben.
Während sie offen ist für viele neuen Interessengebiete.
Wenn sich 2 Charaktere zu unterschiedlich entwickeln:
dann kann eine Scheidung als logische Konsequenz für beide nur gut sein.

In der Verliebtheit der ersten Ehejahre ist man dem Partner gegenüber tolerant.
Wenn die Schmetterlinge im Bauch immer weniger werden:
dann tun sich Abgründe auf. Einer von beiden ist immer der Stärkere.
Und versucht, den Partner zu bevormunden.

Ein häufiger Grund für Scheidungen ist, wenn 2 Menschen zu früh heiraten.
Was in der heutigen Zeit nicht mehr so oft vorkommt.
Wenn man dann über 40 ist, lebt man in dem Gefühl,
etwas Aufregendes versäumt zu haben:
nämlich die Liebe mit verschiedenen Partnern. Stichwort: Midlife-Crisis.

Der zweitwichtigste Scheidungsgrund nach dem Fremdgehen ist nachlassende
Erotik. Als man noch jung war, konnte man es nicht abwarten,
die Schlafzimmertür zu verriegeln.
Heute gleicht der Sex einer lästigen Pflichtübung. Wer dieses Problem feststellt,
sollte sich überlegen, wie man das Liebesleben aufpeppen kann.

 

Tipps, um mit der Scheidung fertig zu werden
Kommen wir wieder zurück zum Trennungsszenario an Weihnachten.
Auch wenn einer von beiden es gewollt hat: eine Scheidung ist immer für beide
eine schwierige Situation. Vor allem der Verlassene leidet wie ein Tier.

Er grübelt nach: Bin ich schuld am Aus der Ehe? Was habe ich falsch gemacht?
Wie soll ich ohne den Partner weiter leben? Werde ich einsam sein?
Was wird aus dem Haus? Wo werden die Kinder in Zukunft wohnen?
Das Auseinanderfallen der Familie wird am Ende auch Auswirkungen
auf die schulischen Leistungen und Ausbildung haben.

Wenn Sie die Scheidung relativ glimpflich überstehen wollen:
Dann lassen Sie den Schmerz besser bewusst zu.
Auch wenn es tierisch weh tut.
Auch wenn es jetzt eine ganz schlimme intensive Zeit für Sie bedeutet.
Wenn Sie versuchen, die Trauer zu verdrängen:
dann dauert es umso länger, bis Sie die neue Situation mental akzeptiert haben.
Und für ein neues Leben bereit sind.

Vielleicht haben Sie in Ihrem Bekanntenkreis jemand, der vor kurzem
in einer ähnlichen Situation war. Der Ihnen eine moralische Stütze sein kann.
Fragen Sie, ob der Lust hat, mit Ihnen kurz nach Neujahr
einen Urlaubstrip zu unternehmen. Damit man etwas Abstand gewinnt.

Bis dahin sollten Sie dem Partner möglichst aus dem Weg gehen.
Ihm auch keine Eifersuchtsszenen machen.
Sondern über das bisherige Leben nachdenken.
Überlegen Sie, wie ob Sie in Zukunft das eine oder andere ändern wollen.
Ob Sie sich im Job weiterhin so abhetzen wollen.
Ob es nicht besser wäre, in eine andere Stadt zu ziehen.

Auch wenn Ihr Herz schmerzt wie verrückt. Irgendwann wollen Sie vielleicht
wieder mit einem anderen Partner zusammenleben.
Sicher wird Ihnen spontan jetzt niemand einfallen. Das ist auch gar nicht nötig.
Die Zeit wird nicht nur tiefe Wunden heilen.
Sondern auch zu Gelegenheiten führen, neue Menschen kennenzulernen.
Denn viele Leute jenseits der 35 sind Single oder geschieden.

Nutzen Sie also die freie Zeit zwischen den Jahre nicht nur, um Trübsal zu blasen.
Sondern auch, um schon neue hoffnungsvolle Pläne zu schmieden.
Laden Sie ein paar Freunde ein. Das lenkt ein wenig ab.
Vielleicht werden Sie von denen auch zu einer Silvesterfeier eingeladen.

 

Lässt sich eine Scheidung nach dem Christfest verhindern?
Oben habe ich Ihnen die häufigsten Scheidungsgründe aufgezeigt.
Die haben nichts zu tun mit einem Fest oder einer Jahreszeit.
Wenn Sie diese Probleme nicht bereinigen:
Dann besteht immer die Gefahr, dass der andere adieu sagt.

An schlechten Verhaltensweisen um die Weihnachts-Feiertage können Sie
mit etwas Cleverness leicht etwas ändern. Weil es relativ dumme Fehler sind,
die einen Partner dazu treiben, gerade jetzt das Handtuch zu werfen.

Unsinnigen Stress vermeiden
Das Wichtigste zuerst: versuchen Sie den ganzen Dezember über,
weniger perfekt zu sein. Das schont das Nervenkostüm.
Viele Menschen haben ein richtiges Talent dafür, sich unter Stress zu setzen.
Denn: „Weihnachten haben wir schon immer so und so gefeiert.“

Setzen Sie dem unglückseligen Traditionsdenken ein Ende.
Überlegen Sie, wie Sie das Familienfest erleben würden. Was wirklich wichtig ist.
Anstatt sich von allgemein gültigen Denkweisen beeinflussen zu lassen:
Entstressen Sie lieber die Adventszeit und die Festtage.
So kann ein entspanntes Christfest die Liebe und Ihre Beziehung sogar festigen.

Sinnvolle Weihnachtsgeschenke
Halten Sie das ganze Jahr über Augen und Ohren offen dafür,
was man schenken könnte. Auch den Kindern.
Notieren Sie sich diese Ideen. Dann haben Sie Geschenke, die Freude machen.
So wird der Heiligabend in einer viel angenehmeren Atmosphäre ablaufen.

Für den häuslichen Frieden wäre es fatal, wenn Sie Ihrer Frau
oder Ihrem Mann ein Präsent kaufen, das viel Unheil anrichten kann.
Weil es ein Fingerzeig ist auf eine Situation, mit der Sie nicht zufrieden sind.

Ihr Schatz wird wohl nicht so begeistert sein, wenn unter dem Weihnachtsbaum
ein Gutschein liegt, um bei den Weight Watchers
oder im Fitnessstudio ein paar Kilos abzunehmen.

Aufgabenverteilung und Problemen vorbeugen
Machen Sie gemeinsam mit den Familienmitgliedern einen Plan, wer was erledigt.
Damit nicht alles an der Mama hängen bleibt.
Sie sorgen für den Weihnachtsbaum. Der Sohn geht zum Einkaufen.
Die Tochter hilft an den Feiertagen in der Küche.
Es muss keineswegs immer ein Gala-Menü geben,
für das man stundenlang am Herd stehen muss.
Auch hier gilt es, die Ansprüche auf ein gesundes Maß zu reduzieren.

Damit es in der Christnacht keinen Zoff gibt: machen Sie mit Sohn und Tochter aus,
dass sie um 23 Uhr den Abgang machen und eine Party besuchen dürfen.

Laden Sie die 4 Schwiegereltern nicht alle zusammen für einen Tag ein.
Vielleicht verstehen die sich gegenseitig nicht so gut.
Die Eltern Ihrer Frau kommen am ersten Weihnachtstag.
Die eigenen an Neujahr. Am 2. Festtag genießen Sie die himmlische Ruhe.

Falls es aktuell gravierende Eheprobleme gibt:
Dann sprechen Sie rechtzeitig darüber.
Schon im November oder Anfang Dezember. Bereinigen Sie die Lage.
So dass es am Christfest nicht zu unliebsamen Diskussionen kommt.

Wenn Sie mit Familie und Besuch am Festtag in trauter Runde sitzen.
Sich den Magen vollschlagen. Und dem Wein gut zusprechen:
dann besteht die Gefahr, dass es zu unheiligen Auseinandersetzungen kommt.

Um das zu umgehen, könnten Sie nach dem Mittagessen oder Kaffeetrinken
einen Spaziergang vorschlagen. Das bringt die Leute auf andere Gedanken.
Um Konfliktgespräche zu vermeiden, könnten Sie auch irgendwelche Partyspiele
veranstalten. Das ist in jedem Fall besser als tiefgründige Unterhaltungen.

 

So liebe Leser,
Sie sehen: man kann eine ganze Menge tun, damit es am Christfest
stressfrei und lustig zugeht. Am Ende möchte ich noch eine Bemerkung loswerden:
Die Grundlage für das Aus einer Ehe wird schon weit vor Weihnachten gelegt.
Eine Bewusstseinsänderung kann sich über Monate oder Jahre hinziehen.

Mein Zahnarzt sagt immer: Vorbeugen ist besser als bohren.
Denken Sie bei guter Zeit mal darüber nach, was Ihnen der Partner wert ist.
Wenn er das Wort „Scheidung“ in den Mund nimmt, dann ist es oft schon zu spät.

 

Lothar Mader

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